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Es gibt jetzt sichere Pyro-Fackeln

Weil die Fans von Brøndby IF so gerne zündeln, setzte sich der Klub mit ihnen und einem Pyrotechniker zusammen. Wird es im Fußball eine Pyro-Revolution geben?

von Bastian Krauss
22 Dezember 2016, 10:50am

Foto: twitter.com/BrondbyIF

Pyrotechnik gehört für viele Ultras zum Fußball dazu. Sie ist eines ihrer vielen Ausdrucksmittel, um Atmosphäre in ein Stadion zu transportieren. Die Verbände verbieten Bengalos, weil diese über 1.000 Grad heiß werden und dadurch ein Sicherheitsrisiko darstellen—auch wenn es in den letzten Jahren kaum zu Verletzungen kam. Die Debatte um eine Legalisierung von Pyrotechnik ist mittlerweile zum Erliegen gekommen. Seitdem zündeln die Fans munter weiter und alleine die deutschen Profiklubs Vereine mussten dafür einige Millionen Euro an Strafzahlungen in den letzten Jahren blechen. Eine Erfindung aus Dänemark könnte die Debatte wieder anheizen und Pyrotechnik sogar legalisieren.

Der dänische Fußballverein Brøndby IF hat zusammen mit einigen Fans, dem Pyrotechniker Tommy Cordsen und der dänischen Fanorganisation Danske Fodbold Fanklubber (DFF) Pyrotechnik entwickelt, die völlig ungefährlich sein soll. Denn die Bengalos von Cordsen sollen laut einer Stellungnahme von Brøndby IF so geringe Temperaturen haben, dass man mit der Hand durch die Flamme gehen kann—ohne sich Verletzungen zuzuziehen. Die Fackel soll drei Kriterien erfüllen: Die Sicherheit aller Anwesenden im Stadion gewährleisten, die Wünsche und Möglichkeiten Fans hinsichtlich der Pyrotechnik erfüllen sowie der Gesetzgebung entsprechen. „Das neu entwickelte Produkt raucht kaum und brennt bei einer niedrigen Temperatur, sodass es zu der geringen Gefährdungsklasse gehört. Auf diese Weise ist es legal, unter der dänischen Gesetzgebung zu verwenden", ergänzt Pyrotechniker und Erfinder Tommy Cordsen.

Obwohl Pyrotechnik auch in Dänemark nicht erlaubt ist, zündeln besonders die Brøndby-IF-Fans gerne bei Spielen ihres Teams. Das wurde den deutschen Zuschauern schon im Sommer beim Spiel gegen Hertha eindrucksvoll bewiesen. Nun will der Verein mit seiner Erfindung sowohl die Verbandstrafen minimieren, als auch die Fans nicht vergraulen. Es bleibt abzusehen wie Verbände, Behörden und auch Fans auf die bahnbrechende Erfindung reagieren. An dem pyrotechnischen Vorprodukt wird zwar noch weiter gewerkelt, aber schon jetzt wurde es bei einer dänischen Behörde zur Kontrolle eingereicht. Die größten Prüfer stehen jedoch in der Kurve.

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