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twelve lions

In der Champions League spielen weniger Engländer als Weißrussen oder Israelis

Die Premier League ist die beste Liga der Welt. Dennoch spielen kaum englische Spieler in der Königsklasse und das wird sich in Zukunft wohl auch nicht ändern.
21.10.15
Mit Terry (eingesetzt bei Chelsea gegen Kiew) kam Spieler Nummer 13 dazu, aber auch zwei neue Weißrussen (Screenshot: The Thelegraph)

Der englische Fußball wird in Deutschland derzeit oft thematisiert. Mal geht es um die Angst vor englischen Verhältnissen in der Fankultur, mal um die Hoffnung von englischen Verhältnissen in Sachen TV-Geldern. Die Premier League und ihr Status als beste und spannendste Liga der Welt polarisiert.

Im Mutterland des Fußballs werden aber auch munter Fußball-Debatten geführt. Trotz der überragenden Qualifikation für die EM 2016 ohne Punktverlust kratzen vor allem die schwachen Auftritte der Nationalmannschaft in den letzten Jahrzehnten am englischen Ego. Die Mannschaft ist nicht mehr als ein krasser Aussenseiter, wenn es um einen möglichen EM-Sieg geht. Und die Zukunft sieht wohl nicht viel rosiger aus, wie eine Statistik jetzt zeigt.

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Mit Arsenal, Chelsea, Manchester City und Manchester United spielen zwar vier englischen Top-Teams in der Champions League, aber nach wie vor fehlt es an englischen Talenten und Spielern bei den Premier-League-Klubs. Da fast keine Engländer im Ausland spielen, wurden vor dem dritten Spieltag lediglich zwölf englische Profis in der Königsklasse eingesetzt—von nur 24, die überhaupt spielen könnten.

So wurden in dieser Champions-League-Saison zum Beispiel vor dem dritten Spieltag mehr Serben (13), Kroaten (13), aber auch Weißrussen (13) und Iraelis (16) als englische Profis eingesetzt. Zwar spielen diese Spieler meistens für ihre Heimatvereine von Dinamo Zagreb, BATE Baryssau oder Maccabi Tel Aviv, doch scheinen diese Länder trotzdem mehr Eigengewächse in die Königsklasse bringen zu können als die englischen Top-Vereine. Die Wahrscheinlichkeit in Zukunft genug schlagkräftige englische Nationalspieler von internationalem Format zusammenzubekommen, ist dadurch wesentlich geringer als in anderen Ländern.

Eine bessere Ausgangssituation für einen großen Konkurrenzkampf um die Plätze in der Nationalmannschaft haben Nationen wie Spitzenreiter Spanien (59), Frankreich (42) oder Deutschland (38), die im Ranking weit oben liegen. Sogar Brasilien, mit 53 Spielern auf Platz zwei, oder Argentinien (23) liegen vor den Three Lions. Die Spanier spielen zwar in dieser Saison mit fünf Mannschaften in der Königsklasse, doch tauchen bei allen englischen Vertretern ebenfalls diverse spanische Profis in den Kaderlisten auf.

Schon in der letzten Saison räumte FA-Vorsitzender Greg Dyke ein, dass die wenigen englischen Spieler in der Champions League schlecht für die Nationalmannschaft sind. „Im Vergleich mit Deutschland oder Spanien liegen wir meilenweit zurück", so Dyke zum englischen Telegraph. Im Jahr 2014 spielten am Ende nur 23 englische Spieler in der Champions League. Dem gegenüber standen 78 spanischen Spieler, 55 aus Deutschland und 51 aus Brasilien."

In der Premier League werden zwar die höchsten Gehälter auf diesem Planeten bezahlt und es mögen die teuersten und besten Spieler der Welt dort kicken, doch dafür zahlt die Nationalmannschaft scheinbar einen hohen Preis.

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