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Konzerne

„Die schlechteste aller Lösungen“: Edeka übernimmt Tengelmann

Rücktritte, Proteste, Sorgen, Klagen, Marktmacht: Bei der Fusion von Edeka und Tengelmann geht alles schief.
18.3.16
Foto von Tyler B Dvorak via Flickr

Eigentlich scheint nur einer zufrieden, Sigmar Gabriel selbst. Gestern hat er die Fusion von Edeka und Tengelmann mittels einer Sondergenehmigung erlaubt, das Kartellamt hatte sie im letzten Jahr verboten. Arbeitsplatzrettend sei das, da ist sich Gabriel sicher. Er hat Auflagen erteilt, die die 16.000 Jobs bei Kaiser's Tengelmann sichern sollen. Allerdings sind die zeitlich beschränkt.

Der Konkurrent Rewe will Klage einreichen, weil er seine Interessen nicht gewahrt sieht. Das macht dem Minister nichts. Er geht davon aus, „dass wir sie gewinnen". Das Problem ist aber größer: Schon jetzt kontrollieren Edeka, Rewe, die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) und Aldi zusammen 85 Prozent des Marktes. Diese Konzentration führt dazu, dass die Unternehmen die Preise für die Kunden relativ einfach erhöhen können und die Preise, zu denen sie bei den Produzenten einkaufen, drücken. Die Kunden bezahlen mehr, die Bauern bekommen weniger.

ARTIKEL: REWE vs. EDEKA – Wer ist besser?

Auch die Mitarbeiter von Kaiser's Tengelmann hatten im Vorfeld gegen die Fusion mobil gemacht. Erfahrungen würden zeigen, dass im Zuge solcher Fusionen massiver Druck auf die Betriebsräte ausgeübt werde. Sicher sind die Jobs auf die lange Sicht nicht und auch die Bezahlung könnte sich verschlechtern.

Aus Protest gegen die Entscheidung trat der Chef der Monopolkommission, Daniel Zimmer, nun zurück. Es sagte, Gabriel hätte „die schlechteste aller Lösungen" getroffen. Sicher zufrieden: Edeka, supergeil.