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Mit diesen Tricks erkennen Geheimagenten, ob jemand eine Waffe am Körper trägt

Investigative Fragen: Passt die Kleidung zur Jahreszeit? Trägt jemand trotz Kälte seine Jacke offen? Nur einen Handschuh? Gar einen Poncho?
Bild: Shutterstock

Gangster und Ganoven! Vor dem Secret Service könnt ihr nichts verstecken, schon gar nicht eure Waffen. Auf der Website Public Intelligence tauchte vor wenigen Tagen eine Guideline des USSS mit dem schmissigen Titel „Characteristics of the Armed Individual" aus dem Jahr 2010 auf, das Agenten dabei helfen soll zu erkennen, wer eine Waffe bei sich trägt. Manche der Tipps jedoch wirken unfreiwillig niedlich.

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„Merke: Alle Messer sind tödlich."

Das allererste, was ein Agent demnach tun solle, ist herauszufinden, ob die betreffende Person Links- oder Rechtshänder sei. Indizien wie Ringe, Uhren oder das Anzünden einer Zigarette könnten eine schnelle Antwort auf diese Frage liefern. Ist die „starke" Körperseite erst einmal ausgemacht, so verrieten weitere kleine Details, ob jemand an dieser eine Waffe trüge. So würde die betreffende Person—ob bewusst oder unbewusst—regelmäßig durch subtiles Tasten prüfen, ob die Waffe noch da sei, so der Leitfaden. Das nenne man „Sicherheitsgefühl". Auch Zupfen an der Kleidung oder ein auffällig steifer Arm etwa seien verräterisch. So weit, so gut. Vielleicht für den Fall, dass trotz dieser cleveren Analyse ein Agent die Laterität nicht erkennen kann, folgt diese Info: 88% der Amerikaner seien Rechtshänder. Im Zweifel also einfach drauf wetten? (In Deutschland sind es laut der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften übrigens sogar 91%.)

Illegal mitgeführte Waffen, so heißt es weiter in dem Ratgeber, würden (bei Rechtshändern) besonders häufig im rechten, vorderen Hosenbund versteckt. Nicht nur sei dies die sicherste und am leichtesten zu erreichende Stelle—nein, es sei auch „the cool thing to do" und überhaupt: „They see it in the movies."

Bei Verkehrskontrollen offenbarten sich dem wachsamen Auge mitgeführte Waffen durch folgende Anzeichen: Eine sich anhebende Schulter (etwa um die Waffe hinter der Sonnenblende hervorzukramen), eine sich senkende Schulter (um die Waffe unter dem Sitz verschwinden zu lassen) oder auch ein Recken des ganzen Körpers nach oben (um die Waffe aus besagtem Hosenbund zu ziehen).

„Die Schwerkraft zieht Gewicht nach unten. Waffen sind schwer!"

Weitere Fragen, die ein pfiffiger Agent sich stellen müsse: Passt die Kleidung zur Jahreszeit? Passen die Kleidungsstücke zusammen? Trägt jemand trotz Kälte seine Jacke offen? Nur einen Handschuh? Einen Poncho? Selbst die Gesetze der Physik werden herangezogen: „Die Schwerkraft zieht Gewicht nach unten. Waffen sind schwer!" Also rät man den Ordnungshütern nach Beulen in Taschen und Kleidungsstücken Ausschau zu halten.

Doch der ultimative Tipp ist der hier: „Merke: Alle Messer sind tödlich." Gewiefte Hunde, diese Agenten.

Bei der Seite Public Intelligence handelt es sich nach eigenen Angaben übrigens um ein „internationales, kollaboratives Forschungsprojekt, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die gesammelten Werke unabhängiger Wissenschaftler auf der ganzen Welt zu sammeln, die das Recht der Öffentlichkeit auf Informationsfreiheit verteidigen." Der „unabhängige Wissenschaftler" ist in diesem Fall ein gewisser Seargent Kevin Porter vom James J. Rowley Training Center des Secret Service. Weder bei Public Intelligence noch auf der Seite des Trainings-Centers konnte Motherboard Anzeichen für Ironie feststellen.