FYI.

This story is over 5 years old.

Tech

Der Franzose, der deine Flatulenzen nach Rosen duften lässt

Dufte!
19.2.15
​Bild: Shutterstock

Oh, du magst keine Rosen? Wie wäre es dann mit Bitterschokolade oder Veilchen?

Die schönsten Erfindungen kommen nicht aus den desinfizierten Untiefen eines Labors, sondern von Menschen, die praktische Lösungen für kleine Probleme des Alltags suchen. Denken wir an Melitta Bentz, die den Kaffeefilter erfand, indem sie mit Löschpapieren aus den Schulheften ihrer Söhne experimentierte. Früher nannte man so jemand Tüftler—heute ist jeder, der ein Wiener Würstchen im Wasserkocher erhitzt, ein Lifehacker.

Und so hat auch Christian Poincheval aus Westfrankreich irgendwann einmal mit seiner Frau beim Abendessen einen heftigen Würgreflex unterdrücken müssen, als sein notorisch furzender Riesenköter unter dem Tisch seine stinkenden Gase einfach nicht unter Kontrolle zu haben schien und dem älteren Ehepaar das sinnliche Dinieren versaute. Oder waren es möglicherweise die eigenen Blähungen?

Wie auch immer, der Erfinder entschloss sich umgehend, zu handeln und machte sich sofort an die Arbeit. Nach einigen Monaten des Experiments mit natürlichen Ingredienzen, die Blähungen reduzieren, begann er, die Tabletten zum Verkauf anzubieten. Mit knappen 8 Euro pro Dose à 60 Pillen bist du dabei. Schädlich sind die Pillen durchaus nicht; sie bestehen aus Pflanzenbestandteilen, denen auch in Tees gesundheitsfördernde Wirkung zugesprochen wird: Seegras, Fenchel, Süßholz und Blaubeeren. Nimmt oder verfüttert man die Tabletten zwei- bis viermal am Tag, stellen sich nach rund zwei Wochen die ersten angenehmen Effekte ein, verspricht der 66-jährige Herr Poincheval.

Bild: ​pilulepet.com

Schon seit 2006 vertreibt er seine Mittelchen auf der Website pilulepet.com und beglückt Haustierbesitzer mit einer Pillen für lange Fahrten mit Haustieren in geschlossenen Autos oder Chili-Con-Carne-Abenden.

Der durchschlagende Erfolg dieser Idee führte ihn zu weiteren schrulligen Folgeerfindungen rund um den angenehmen Toilettengang, wie zum Beispiel der Toilettenpapier-Zeitung (für diese Idee der mühelosen Informationsvermittlung gewann er 2001 sogar eine  ​Erfindermedaille beim Concours Lépine). Ein Video, dass diese wichtigen Erfindung erklärt findet ihr ​hier.

Herr Poincheval hat auch noch weitere Produkte auf Lager: Zum Beispiel eine Valentinstags-Ingwer-Variante seines Flatulenz-Zäpfchens („Sag's mit Liebe!") und eine Pille, speziell abgestimmt auf den berüchtigten Kaninchenpups.

Einem Reporter von The Verge brachte er die Details sein Bohème-Lebens  ​ein wenig näher: Denn nicht nur ist der fröhliche Franzose mit verblüffender Ähnlichkeit zu Vater Abraham ein von seiner Umwelt faszinierter, unermüdlicher Erfinder, er ist auch noch ein Landschaftsgärtner, Künstler und begeisterter—wenn auch mittlerweile größtenteils pensionierter—Gitarrist.

Und wie fröhlich und unbeschwert seine Frau und er nun ihren abendlichen Hausmusik-Sessions nachgehen, stellt jede hölzerne Verdaungsjoghurt-Werbung in den Schatten:

A video posted by Amar Toor (@amartoor) on Feb 13, 2015 at 6:00am PST