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20 Game Over-Szenen, für die es sich zu sterben lohnt

Motherboards ultimative Liste der besten und absurdesten Todessequenzen aus Videospielklassikern.
06 März 2017, 3:03pm

Wie stellt ihr euch den Tod vor? Ist er schmerzhaft? Wird einfach alles schwarz oder wartet vielleicht ein Leben nach dem Tod? In Videospielen folgt auf den Tod des Protagonisten meist eine Game Over-Sequenz. Auch wenn diese Szene meist nur aus den zwei Wörtern „GAME OVER" besteht, gehen andere Titel jedoch weit über diese schnöde Botschaft hinaus. So sind in den vergangenen Jahrzehnten dekadente und unvergessliche Sequenzen zum Spielende entstanden, von denen manche dem Spieler das eigene Versagen so richtig unter die Nase reiben. Hier sind 20 Game Over-Szenen, für die es sich lohnt, zu sterben:

20. Missile Command (Arcade, 1980)

Alles ist verloren. Deine drei Abwehrstationen sind zerstört und auch deine Städte werden bald in Schutt und Asche liegen. Das Arcade-Spiel Missile Command, das die Spannungen des Kalten Krieges als Explosionen am Himmel darstellte, endet mit einem großen Knall: eine farbenfrohe, hyperaktiv blinkende Explosion breitet sich auf dem Bildschirm aus, in der man noch die Umrisse einer Hochebene erkennt, die einst dein Zuhause war. So muss Versagen und Zerstörung aussehen –  ein wahrlich schauerlicher Anblick. Und für jemanden, der zu epileptischen Anfällen neigt, könnte diese Game Over-Szene wohl tatsächlich das Ende bedeuten.

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19. The House of the Dead (Arcade, 1996)

Die Game Over-Einstellung von The House of the Dead sieht eigentlich aus wie eine Skizze, die in den Müll gehört. Vielleicht fiel den Spieleentwicklern erst sieben Minuten vor der Abgabefrist ein, dass sie noch keine Game Over-Szene entworfen hatten. Und so verzichteten die Designer von Sega auf ein düsteres oder gruseliges Design für ihr Zombie-Spiel und erschufen stattdessen eine abstrakte Krakelei in MS Paint. Nichtsdestotrotz ist diese Schlussszene ein einzigartiges Kunstwerk, das es an die Wände von Spielhallen, Kinos und Bowlingbahnen in den USA geschafft hat.

18. Paperboy (Arcade, 1980)

Nicht jedes Videospiel muss mit einer atomaren Apokalypse enden. Es muss nicht mal jedes Spiel mit dem Tod enden. Ist man in einem Spiel schlecht, hört man manchmal einfach auf zu spielen – und wenn das Spiel dein Job ist, kündigst du eben. Im Kultspiel Paperboy endet jedes Level mit der Schlagzeilen-würdigen Leistung des Spielers – selbst wenn dieser total versagt hat. Es muss wohl eine ziemlich kleine Stadt sein, in der sich die Leserschaft so sehr für das Schicksal ihres Zeitungsjungen interessiert – und das, obwohl regelmäßig kleine Tornados und der Tod höchstpersönlich ihre Straßen heimsucht. Wenn man genauer drüber nachdenkt, hört es sich das alles doch sehr nach der aktuellen Medienlandschaft an.

17. Freitag der 13. (NES, 1989)

Du hast auf ganzer Linie versagt. Jason hat dich und deine Freunde getötet. Und weißt du was? Das ist erst der Anfang. Als nächstes wird Jason deine Eltern, deinen Hund und deinen Lieblingslehrer töten. Dann wird er deinen Facebook-Login an die Leute weitergeben, die nervige Werbung für Sonnenbrillen posten und dann wird er auf deine Comic-Sammlung pinkeln. Verdammter Mist.

16. Jackie Chan in Fists of Fire (Arcade, 1994)

Jackie Chan: Kung-Fu-Meister und der einzig wahre  ¯\_(ツ)_/¯ .

15. Daytona USA (Arcade, 1993)

Mit gedrosselter Lautstärke ist Daytona USA nur ein mittelmäßiges Autorennspiel. Dreht man den Sound jedoch voll auf, ist Daytona USA ein wahrer Klassiker. In einer lauten Spielhalle geht dieses Spiel völlig unter, denn es sind die halbherzig übersetzten Videospiel-Hymnen des japanischen Komponisten Takenobu Mitsuyoshi, die das Spiel so genial machen. Die mitreißende Vertonung „Let's Go Away" ist der perfekte Start für jedes Autorennen – und es gibt keinen besseren Abschied von der Rennstrecke als die Buchstaben von „GAME OVER", die in einer verwirrenden Choreographie zu komplett unverständlichen Gesängen über den Bildschirm tanzen.

14. Cadillacs and Dinosaurs (Arcade, 1993)

Nein, das ist nicht Eddie Izzard, sondern Vice Terhune, der Bösewicht aus der sehr kurzlebigen Cartoon-Serie Cadillacs and Dinosaurs, in der futuristische Cabrio-Fahrer ein harmonisches Zusammenleben mit Dinosauriern anstreben. Vice Terhune ist stinksauer und wird dir ohne zu zögern den Kopf wegblasen – daran hättest du vielleicht denken sollen, bevor du dieses Spiel vergeigt hast.

13. Earthbound (SNES, 1994)

Im Computer-Rollenspiel Earthbound kann man gar nicht verlieren. Dafür man kann sich eine 432-seitige Abhandlung über seine Übersetzung ins Englische durchlesen.

12. Gon (SNES, 1994)

11. Fallout (PC, 1997) / Death Duel (Genesis, 1992)

Eigentlich müsste es eine ganz eigene Auflistung für Game Over-Szenen geben, die einem das eigene Versagen so richtig unter die Nase reiben. Fallout ist beispielsweise für seine Schlussszenen bekannt, in denen ein Erzähler das schreckliche Schicksal deiner nichtsnutzigen, traurigen Überreste kommentiert, die so kläglich sind, dass sie selbst von den Aasfressern verschmäht werden. Doch auch das Action-Spiel Death Duel muss sich mit seinem Nachruf nicht verstecken: In seiner Game Over-Sequenz listet das Spiel im Stil des _Star Wars_-Prologs alle Versäumnisse und Unzulänglichkeiten des Spielers auf und erklärt ihn postum zum Gespött der ganzen Galaxie.

10. Virtual Bart (SNES/Genesis, 1994)

Der Spielemacher Acclaim hat sich mit seinen Simpsons-Spielen nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Die unterschiedlichen Szenarien wirken so, als seien sie aus dem Papierkorb der Serienschreiber gestohlen worden. In Bart's Nightmare schwimmt Bart beispielsweise als riesiger Dinosaurier durch subatomare Teilchen. In Virtual Bart wird Bart dank eines VR-Sets in einen postapokalyptischen Biker, ein Baby und ein Schwein verwandelt, das versucht, aus dem Schlachthaus zu entkommen. Ganz abgesehen von dieser fast schon prophetischen Leistung bescherte dieses Szenario dem Spieler wenigstens eine anständige Game-Over-Sequenz: Der gescheiterte Schweinchen-Bart wird in einen Corndog verwandelt und von Homer, nach einem kurzen Schreckensmoment, verspeist. Diese Szene ist der erste und einzige gelungene Witz in der elfjährigen Spielegeschichte der Acclaim-Reihe.

9. Kirby Super Star (SNES, 1995)

Kirby ist so niedlich, dass es einen geradezu in den Wahnsinn treibt. Daran ändert auch sein Tod nichts. Verliert der Nintendo-Held in Kirby Super Star, macht er es sich einfach auf dem Bildschirm für ein Nickerchen gemütlich. Drück man auf „weiter" geht das Spiel einfach wieder von vorne los. Unternimmt man nichts, wird Kirby auf den Mond verfrachtet und dort ins Bett gesteckt.

8. Mystical Ninja Starring Goemon (N64, 1997) / Goemon's Great Adventure (N64, 1998)

Aus unerfindlichen Gründen waren die Game-Over Szenen in Konamis Mystical Ninja-Serie stets muskulösen Dämonen mit einem Hula-Hoop-Reifen vorbehalten. Bei ihrem zweiten N64-Spiel

Goeman's Great Adventure

waren die Spielemacher wohl zu dem Schluss gekommen, dass die Hula-Hoop-Reifen einfach zu sehr von der Kernbotschaft ablenkten. Daher können Gamer nun einen Dämonen in einem winzigen Slip bewundern, während sie entscheiden, ob sie dieses Spiel weiter spielen möchten oder nicht.

7. Resident Evil-Serie

Aus unerfindlichen Gründen waren die Game-Over Szenen in Konamis Mystical Ninja-Serie stets muskulösen Dämonen mit einem Hula-Hoop-Reifen vorbehalten. Bei ihrem zweiten N64-Spiel Goeman's Great Adventure waren die Spielemacher wohl zu dem Schluss gekommen, dass die Hula-Hoop-Reifen einfach zu sehr von der Kernbotschaft ablenkten. Daher können Gamer nun einen Dämonen in einem winzigen Slip bewundern, während sie entscheiden, ob sie dieses Spiel weiter spielen möchten oder nicht.

6. X-Com: UFO Defense (PC, 1994)

Sobald der Widerstand komplett vernichtet ist, nehmen die Bösen in X-Com die letzte Trophäe in Angriff: Die Vereinten Nationen. Was der einzige verbleibende Vertreter der Erde sich von einem Treffen am Runden Tisch mit den Aliens verspricht, so ganz ohne Donuts und Pizza, ist ein Mysterium, aber so richtig überrascht scheint er von dem Laserstrahl an seiner Schläfe auch nicht zu sein.

5. Nintendos Rare-Spiele

Wenn du dein Abenteuer versemmelst und den Bösewicht nicht stoppen kannst, wird besagter Bösewicht seinen finsteren Plan in die Tat umsetzen. Rare hat dank Cutscenes in Kinofilmlänge nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass diese Worst-Case-Szenarien genau das sind, was in deiner Abwesenheit geschehen wird. Wenn King K. Rool angedroht hat, Donkey Kong's kopfförmige Insel mit einem Tesla-Turm in die Luft zu sprengen, dann passiert exakt das. Wenn Gruntilda ankündigte, sich die Jugend eines kleinen Mädchens zu krallen, um sich selbst in eine Art Sporty Spice zu verwandeln, dann… genau.

**4. Final Fight-Serie **

Es zog sich durch Capcoms gesamte Final Fight-Reihe: Wer die Mad Gear Gang nicht besiegte, wurde gefangengenommen und sah sich diversen Exekutionsszenarien ausgesetzt. Ob durch Explosionen, durch Ertrinken oder durch eine sich herabsenkende Wand voller Stacheln – statt Batman-mäßiger Gadgets brauchte es immer nur eine Münze in der Hosentasche, um diesen Schicksalen doch noch zu entgehen. Die Game Over-Szenen wurden zwar immer brutaler, je weiter du im Spiel fortgeschritten warst, doch sie waren noch gar nichts gegen….

3. Ninja Gaiden (Arcade, 1988)

Heilige Mutter Gottes, was zur Hölle ist hier passiert? Das groteske Kreissägenblatt, das nur Zentimeter davon entfernt ist, Ryu's Brustkorb wie Geschenkpapier zu zerfetzen, ist das Eine – aber was bitte ist das für ein Raum, in dem wir uns befinden? Alles was wir erkennen können, ist irgendeine Art ekliges Fleischbiest. Die Tapete: Nur Muskeln, Augen und Zähne. Woraus besteht die Tür? Was muss man berühren, um hier zu landen? Hat Ryu den Drachenclan nicht ordentlich beschützt oder es geschafft, Lemarchands Rätselbox zu öffnen?

2. Theme Park (PC, 1994)

Mal ehrlich, ich bin ja auch traurig, dass die Back to the Future_-Fahrt in den Universal Studios geschlossen wurde, aber ich will wirklich nicht, dass irgendjemand deswegen sterben muss! Doch wer sein Geschäft in Peter Molyneux' Klassiker _Theme Park in den Sand setzt, für den sieht es düster aus. In der Spiegelung des Familienporträts auf dem Schreibtisch, als ob Frau und Kinder zusehen würden, siehst du, wie dein ruinierter Chef alles zurück lässt und sich selbst das Leben nimmt. Du beobachtest bestürzt, wie seine Silhouette aus dem Fenster springt und in Richtung Boden stürzt – wie es so viele seiner damals glücklichen Gäste in der Achterbahn erlebten.

Ok, das war nur Spaß! Es geht ihm gut! Er ist nicht gar nicht tot! Er läuft nur weg! Na gut, der Trauermarsch spielt noch ein bisschen, aber es ist alles ok! Leute! Es gab doch keinen Suizid in diesem ansonsten kinderfreundlichen Spiel! Er hat doch nur so getan! Bitte, bitte, hört auf zu weinen!

1. Metal Gear Solid (PlayStation, 1998)

Einzigartig und laut in jederlei Hinsicht: So gut wie nichts kommt an Sterben in Metal Gear Solid heran. Es ist das „HELGAAA!" der Videospielgeschichte. Es ist der anklagende, verzweifelte Ruf deiner Kameraden am anderen Ende des Militärfunks nach „Snaaaaaaake", der sich für alle Zeiten in dein Hirn einbrennt. In diesem Schrei vermischt sich der Schrecken über eine unvermeidliche Nuklearkatastrophe mit dramatischer Verzweiflung über den Tod eines Top-Agenten. Metal Gear Solid beruhigt sich niemals. Hideo Kojima ist ein riesiger Actionfilm-Fan, und seine Arbeit spiegelt den Bombast wieder, den er im Kino aufgeschnappt hat. Das bedeutet aber auch, dass er genau weiß, was bei uns hängen bleibt. Nicht das Sausen der Querschläger, noch nicht mal die ganzen Macho-Sprüche, es ist die Stille vor einem wichtigen Schuss. Und so hören wir bei jedem Tod nach dem dumpfen Fall zu Boden den Schrei eines Freundes und dann, so plötzlich wie alles anfing, nur noch Stille.