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Sächsischer "Reichsbürger" mäht Hakenkreuze in seinen Rasen

Die Nazi-Symbole sind bei Google Maps immer noch sichtbar.
07 Februar 2018, 11:32am
Screenshot: Google Maps

Man kann unmöglich sagen, was im Kopf eines Verschwörungstheoretikers vorgeht, während er zwei Hakenkreuze in seinen Rasen mäht – so groß, dass man sie auf Google Maps erkennen kann. Vielleicht wollte der Mann aus dem sächsischen Peritz sein Dorf als Landeplatz markieren, für den Fall, dass der Führer per Reichsflugscheibe aus dem Mond-Exil zurückkehrt. Vielleicht wollte er einfach provozieren. Unabhängig von seinen Beweggründen stand am Dienstagmorgen ein Großaufgebot der Polizei vor seiner Tür.


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Die etwa 30 Beamten waren jedoch nicht wegen der zweifelhaften Rasenkunst aufs Land gefahren, sondern um das Finanzamt zu unterstützen. Der Besitzer des Dreiseithofs zähle zu den "Reichsbürgern" und habe als solcher seine Steuern nicht bezahlt, schreibt die Sächsische Zeitung. Reichsbürger glauben, der deutsche Staat existiere nicht. Dieser Logik folgend betrachten sie auch dessen Steuersystem als eine gemeine Erfindung von Echsenmenschen oder einer anderen geheimen Weltregierung.

Ob die Ermittler zuvor Hinweise darauf hatten, dass der Mann bewaffnet ist, konnte eine Sprecherin der Polizei Dresden gegenüber VICE nicht bestätigen. Bei der Weitläufigkeit des Grundstückes sei es jedoch nicht unüblich, dass gleich so viele Beamten anrücken. Die Polizisten fanden mehrere Schachteln mit scharfer Munition und einen Gasdruckrevolver. Aber auch ohne konkreten Verdacht sind die Vorsichtsmaßnahmen nachvollziehbar.

Schon mehrmals schossen Reichsbürger bei Hausdurchsuchungen auf Polizisten, 2016 wurde dabei ein bayerischer Beamter tödlich getroffen. Von einer Zwangsräumung auf dem Gelände des Reichsbürgers und Ex-Mister-Germanys Adrian Ursache, die ebenfalls in einer Schießerei endete, existiert sogar ein Video. Auch die Aufnahme der beiden Hakenkreuze, laut Sächsische Zeitung vom letzten Sommer, findet man noch bei Google Maps. In der Realität sei über das Werk dagegen längst Gras gewachsen.

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