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Sex machina

Wecker für die Vagina: Ich habe das ultimative Tool für Morgenmuffel ausprobiert

Was bringt einen schneller aus dem Bett: Kaffee oder ein vibrierendes Stück Plastik zwischen den Beinen?

von Maria Yagoda
18 Juli 2017, 9:48am

Die meisten Menschen gehen wahrscheinlich davon aus, dass Morgenmenschen kein Problem damit haben, morgens aufzustehen. Ich bin anders. Ich bin ein absoluter Morgenmensch, aber ich hasse es, aufzustehen. Wenn ich erst einmal aus dem Bett gekommen bin, bin ich wahnsinnig produktiv. Das heißt aber nicht, dass ich mir denke, wie sehr ich mein Leben liebe, wenn der Wecker klingelt. Selbst nach dem ersten Kaffee bin ich noch immer schlecht gelaunt.

Gerade deshalb fand ich das Konzept von Little Rooster so spannend – eine Art neuartiger Wecker, den man sich vor dem Schlafengehen in die Unterhose steckt. Das Ziel ist, am nächsten Morgen durch eine immer stärker werdende Vibration und idealerweise natürlich auch mit einem Orgasmus geweckt zu werden. Die Produktbeschreibung verspricht auf alle Fälle "ein langsames, sinnliches und angenehmes Erwachen" und dass man sich noch vor dem Aufstehen "selbstbewusst, glücklich und erregt" fühlen wird. Genau so möchte ich auch aufwachsen, denke ich mir.

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Der Erfinder von Little Rooster, Tony Maggs, erklärt mir, dass er durch seine Freundin auf die Idee zu seinem Wecker kam. Offenbar ist auch sie ein ausgemachter Morgenmuffel. "Am Schwierigsten war es, eine Form zu finden, die sich nicht unangenehm anfühlt oder verrutscht", sagt Maggs. Angeblich bekommt er viele E-Mails von glücklichen Frauen oder Paaren, die jetzt regelmäßig nach dem Aufwachen Sex haben: "Eine meiner Lieblingsgeschichten stammt von einer Frau aus London, die den Little Rooster benutzt, um auf dem Weg zur Arbeit an der richtigen Haltestelle wach zu werden. Ihren Handy-Wecker hätte sie wohl immer überhört."

An dem Abend, für den ich mir "Rooster ausprobieren" in den Kalender gekritzelt hatte, musste ich erst einmal fünf Minuten verwirrt auf meine Notiz starren, bevor mir wieder einfiel, was ich damit meinte. Zu allem Überfluss übernachtete eine Freundin bei mir und schlief im selben Bett wie ich. Also zeigte ich ihr den kleinen Vibrator aus Plastik – der aussieht wie eine kleine Katzenbürste – und erklärte ihr, wie das Ganze ablaufen würde. "Ich stelle den Wecker auf 7:30 Uhr. Erschrick also nicht, wenn meine Vagina anfängt zu vibrieren", sagte ich. Außerdem versprach ich ihr, nicht neben ihr mit dem Masturbieren anzufangen.

Es dauerte etwas länger, bis ich bei den verwirrenden Funktionen durchblickte. Schließlich schaffte ich es aber doch, Uhrzeit und Wecker korrekt einzustellen und schob mir die Vorrichtung in die Unterhose. Das glatte Plastik fühlte sich nicht besonders natürlich an, trotzdem vergaß ich relativ schnell, dass es überhaupt da war. Ich schlief ein – gespannt, was mich am nächsten Morgen erwarten würde.


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Dzzzzzz. Das Surren in meinem Schritt kam ganz plötzlich. War es schon morgen? Ich schaute auf mein Telefon. Erst kurz nach 12. Dzzzzzz. Was war schief gelaufen? Statt sinnlich und erregt, war ich einfach nur wütend. Ich warf den Little Rooster auf den Boden, schleppte mich kurz in die Küche, um die Reste vom Abendessen aufzuessen und schlief wieder ein.

Ich war enttäuscht, gleichzeitig aber auch fest entschlossen, es noch mal zu versuchen. Schließlich war das mein Job. Dieses Mal musste es allerdings funktionieren, weil ich am nächsten Morgen nach Italien fliegen wollte und den Gedanken nicht ertragen konnte, ein unerprobtes Sexspielzeug im Gepäck zu haben. Ich hatte ja noch nicht einmal genug Platz für ein viertes Paar Sandalen! Also setzte ich mich hin, arbeitete die Anleitung noch mal ganz genau durch – und siehe da, es hat funktioniert.

Ich fühlte mich gut. Ich brauchte einen Kaffee, aber ich fühlte mich gut.

Als sich die Katzen aus meiner Nachbarschaft gegen 7:30 Uhr endlich schlafen legten, wurde ich von dem kleinen Vibrator in meiner Unterhose wach gerüttelt. Im Halbschlaf konnte ich ein langsames Vibrieren spüren, was sich wohl am Besten als sexuelles Äquivalent zu einer sanften Berührung an der Schulter beschreiben lässt. Obwohl das Vibrieren immer stärker wurde, war es für meinen Geschmack noch immer nicht intensiv genug. Ich hatte 30 verschiedene Stufen zur Auswahl und hätte mich wohl für eine intensivere entscheiden müssen. Aber hey: Ich habe französische Literatur studiert und nicht Informatik. Ich beschloss, meine Hände dazu zu nehmen und drückte auf einen Knopf, um das Vibrieren zu intensivieren. Im Halbschlaf habe ich mich dann wieder zur Seite gedreht.

Dann passierte es plötzlich. Ich war erregt. Gegen 7:33 Uhr wechselte ich instinktiv vom Little Rooster zu meinem aktuellen Lieblings-Sexspielzeug. Als ich fertig war, bemerkte ich, dass mein Pillenrezept an meinem verschwitzten Rücken klebte. Das Ganze hätte wohl als Wink mit dem Zaunpfahl verstanden werden können, aber ich hatte keine Lust weiter darüber nachzudenken. Ich fühlte mich gut. Ich brauchte einen Kaffee, aber ich fühlte mich gut.

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Nachdem ich den Bogen erst einmal raus hatte, würde ich den Little Rooster immer wieder verwenden. Nichtsdestotrotz würde anschließend zu einem anderen Vibrator greifen. Als Wecker funktioniert das Ganze aber einwandfrei. Der größte Nachteil am Little Rooster ist wohl, das man nicht nackt schlafen kann, was für mich elementar zu einem erholsamen Schlaf dazu gehört.

Mich hat das Experiment auf alle Fälle dazu inspiriert, mir einen neuen Notizzettel an den Wecker zu kleben. Normalerweise stand darauf immer: "Hör auf, dich mit Männern zu treffen, die die vierte Staffel von Arrested Development nicht zu Ende geschaut haben." Jetzt steht auf dem Zettel: "Mehr masturbieren." Ob man nun schon mit einen Vibrator zwischen den Beinen aufwacht oder einen zur Hand nimmt, wenn der Wecker klingelt – am Morgen zu masturbieren kann ich nur empfehlen.

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