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Popkultur

So tricksen sich faule Studierende zum Abschluss

Wir sagen nicht, dass ihr schummeln sollt. Wir sagen nur: Es gibt Menschen, bei denen haben diese Tricks funktioniert.

von VICE Staff
14 Dezember 2017, 2:50pm

Foto: Pixabay | Pexels | CC0

Partys, Billigalkohol, jeden Freitag frei – das Studium ist für viele eine Zeit, in der sie sich noch mal so richtig ausleben können, bevor sie den Rest ihres Lebens am Schreibtisch fristen und ihr Highlight des Tages darin besteht, wenn irgendein Kollege eine sehr private Nachricht versehentlich an das komplette Büro schickt. Abseits aller Klischees haben Studierende in der Realität aber trotzdem mehr als genug zu tun. Zwischen Praxissemester, Hausarbeit und Nebenjob bleibt oft wenig Zeit für ein Privatleben. Die Lösung: so wenig Energie und Aufwand wie möglich in sein Studium investieren. Wir haben Dinge gesammelt, die faule Menschen machen, um durchs Studium zu kommen.

Nie wieder in die Bibliothek

Wer studiert, muss Bücher wälzen. Viele Bücher. Und verbringt während des Studiums wahrscheinlich mehr Zeit in Bibliotheken als im kompletten Rest seines Lebens. Oder? Das lässt sich vermeiden. Die Bibliothek eurer Hochschule hat vielleicht alles zur Metamorphose der griechischen Ikonografie zur Zeit des Dritten Reichs, aber in der Regel findet ihr alles, was ihr braucht, im Internet.

Dienste wie Google Scholar suchen euch in Sekundenschnelle passende Artikel, Aufsätze und Literatur. Zusätzlich gibt es auch bei der ganz herkömmlichen Google-Suche einen Trick: Wollt ihr euch für eure PowerPoint-Präse ein bisschen inspirieren, gebt nach euren Suchbegriffen einfach "filetype:ppt" in das Suchfenster ein. Wenn ihr auf der Suche nach Aufsätzen oder Berichten seid, ersetzt das "ppt" durch "pdf" oder "doc".


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Moment, werden jetzt einige von euch sagen. Was, wenn es an meiner Hochschule nicht gern gesehen wird, wenn wir ausschließlich mit Internetquellen arbeiten? Lasst uns diese Frage mit einer Gegenfrage beantworten: Woher will eure Dozentin oder euer Dozent wissen, dass ihr das Buch nicht selbst in der Hand gehalten habt? Gerade die kostenlose Google-Büchervorschau eignet sich perfekt dazu, einzelne Textstücke zu zitieren und dabei den Eindruck zu erwecken, ihr hättet euch durch Hunderte Seiten Stoff gearbeitet. Wenn alle Stricke reißen und die Zeit knapp ist, könnt ihr übrigens durchaus von Wikipedia zitieren, nur eben nicht direkt. Gebt einfach die Quellen an, die Wikipedia angibt. Wir sind als Gesellschaft nicht dadurch weitergekommen, dass wir jeden Tag aufs Neue das Rad erfunden haben.

Seiten schinden, ohne dass es auffällt

Es gibt Themen, über die kann man gar nicht genug Worte verlieren. Den Soundtrack von der ersten deutschen Netflix-Serie Dark zum Beispiel. Bei Hausarbeiten ist das anders, die Themen sind meistens eher zäh. Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, Seiten zu füllen, ohne tatsächlichen Inhalt liefern zu müssen. Man darf es eben nur nicht zu offensichtlich machen.

Am naheliegendsten ist es, erst einmal an Schriftart, Schriftgröße und Zeilenabstand zu drehen. Weil in vielen Fällen allerdings beides vorgegeben wird (die Hochschulen sind ja auch nicht ganz dumm), müsst ihr ein bisschen kreativer werden. Wir präsentieren: den Zeichenabstands-Trick. In Programmen wie Word lässt sich nämlich auch der Abstand zwischen den einzelnen Buchstaben und Satzzeichen einstellen. Solange ihr einen Zeichenabstand von 0,5pt nicht überschreitet, fällt das kaum auf – und kann, je nach Textlänge, ganze Seiten gut machen. Wenn es euer Thema zulässt, könnt ihr außerdem mit Zwischenüberschriften, Unterpunkten, Einschüben, Aufzählungen, visualisierten Statistiken und neuen Absätzen arbeiten. Wichtig ist nur, dass ihr dazwischen auch noch "richtigen" Text habt.

Text, der beispielsweise aus einer sehr intensiven und langgezogenen Auswertung einer Umfrage besteht, die ihr selbst durchgeführt habt. Auf Seiten wie SurveyMonkey, Polldaddy oder Limesurvey lassen sich in wenigen Minuten Online-Befragungen erstellen, die ihr einfach an alle Menschen schickt, die euch mögen – oder bei denen ihr noch was gut habt. So generiert ihr unaufwendig speziell auf euer Thema zugeschnittene Informationen, die außer euch niemand hat.

Erfolgreich abschreiben – im Zweifelsfall bei euch selbst

Auch wenn das Schreiben gemeinhin gerne als der anstrengendste Part hingestellt wird, sind es eigentlich die von euch zusammengetragenen und ausgewerteten Informationen, die wirklich benotet werden. Weil ihr gerade bei spezifischeren Themen aber nicht unbedingt aus einem endlosen Quellen-Pool wählen könnt, macht es durchaus Sinn, sich anzugucken, was eure Mitstudierenden und/oder ihr selbst zu dem Thema schon mal geschrieben haben.

"Es hat bei mir wirklich zweimal funktioniert, dass ich mehr oder weniger dieselbe Hausarbeit mit anderem Titel und zu einem anderen Thema abgegeben habe", erklärte beispielsweise ein Kollege, der im Bereich Geisteswissenschaften studiert hat. "Ich habe natürlich alles ein bisschen angepasst, aber die Literatur und die These waren ähnlich." Wenn ihr im ersten Semester also schon einmal zu einem ähnlichen Bereich geforscht und Arbeiten abgegeben habt, warum nicht zwei Semester später bei einem anderen Dozenten oder einer anderen Dozentin noch einmal darauf zurückgreifen?

Ähnliches gilt auch für Referate, gerade, wenn ihr in der Themenwahl relativ frei seid. Eine Bekannte von euch studiert dasselbe wie ihr an einer anderen Hochschule oder hat in einem ähnlichen Bereich schon mal einen Vortrag zu halten? Leiht euch ihre Präsentation aus und benutzt diese als Recherchegrundlage. Das kann ein guter Startpunkt sein, aber schreibt natürlich nicht einfach bei ihr ab.

Foto: Pixabay | Pexels | CC0

Gruppenarbeiten und Referate sind eure Freunde

Ganz allgemein gibt es keinen Grund, sich vor Referaten zu fürchten. Wenn ihr nicht gerade panische Angst davor habt, vor Menschen zu reden, sind sie eher eine Art Joker. Wichtig ist nur, dass ihr eine grobe Vorstellung davon habt, wie man Dinge ansprechend visualisiert, oder euch zumindest an folgende Grundregeln haltet: viele gute Fotos, keine PowerPoint-Schriftanimationen, im Zweifelsfall immer Helvetica nehmen und nur so viel Text wie zwingend nötig auf die Folien packen. Je weniger ihr auf Präsentationsfolien stehen habt, auf umso weniger können sie euch festnageln.

Da Menschen ganz allgemein schlecht darin sind, anderen über einen längeren Zeitraum aufmerksam zuzuhören, geht es vor allem darum, dass ihr den Eindruck vermittelt, kompetent zu sein. Nicht darum, was ihr unterm Strich an Information vermittelt. Zusätzlich klug ist es, einen Mitstudierenden im Vorfeld dazu zu überreden, euch eine sehr spezifische Frage zu stellen, die ihr dann natürlich beantworten könnt – denn ihr habt euch ja darauf vorbereitet. Wie bei so vielen Dingen im Leben werden auch Projekte für die Uni dann besser, wenn andere Menschen beteiligt sind. Was uns direkt zur nächsten vermeintlichen Horrorvorstellung vieler Studierenden bringt, die in der Realität eigentlich ziemlich super sind: Gruppenarbeiten.

Allein statistisch gesehen ist es sehr wahrscheinlich, dass ihr mit irgendjemandem in einer Gruppe landet, der ein echter Streber ist. Oder zumindest Angst davor hat, dass er von den anderen Gruppenteilnehmern runtergezogen wird. Bietet euch zu Beginn der "Wer macht was?"-Verhandlungen also am besten für eine Aufgabe an, die im ersten Moment anstrengend klingt, euch aus der Ausarbeitung des Stoffs aber zum Großteil raushält. Sich um das Layout der Arbeit oder die Präsentation kümmern, zum Beispiel. Oder ihr übernehmt einfach das Vortragen. Falls mehrere aus der Gruppe vortragen, solltet ihr in jedem Fall immer den ersten Teil übernehmen. Die Einführung ins Thema und den Lebenslauf der zu behandelnden Person bekommt ihr nach wenigen Minuten auf Wikipedia hin.

Geheimwaffe mündliche Mitarbeit

Vorsorge ist besser als Nachsorge. Was sich bei Arztbesuchen bewährt hat, gilt auch im Studium, genauer gesagt bei der mündlichen Mitarbeit. Für viele Dozentinnen und Dozenten ist die nämlich immer noch elementar, wenn es um die Benotung geht. Grundsätzlich gilt: Es lohnt sich, zu Beginn des Kurses ein, zweimal wirklich vorbereitet zu sein und sich in diesem Zeitfenster so viel wie möglich einzubringen. Sei das nun, indem ihr euch meldet und Fragen beantwortet, oder sehr spezifische Fragen stellt. Beides vermittelt nämlich den Eindruck, dass ihr aufmerksam und interessiert seid. Und es fällt auch nicht mehr ganz so schwer ins Gewicht, wenn ihr den Rest des Semesters im Halbschlaf verbringt oder erst gar nicht zur Vorlesung kommt.

Diese These bestätigt uns übrigens eine Kollegin, die selbst mal an einer Hochschule gelehrt hat: "Ich glaube, das könnte auch systematisch funktionieren. Wirklichen Eindruck macht man nur am Anfang und Ende des Kurses. Den Mittelteil des Semesters vergessen alle." Sollte es zu dem überraschenden Fall kommen, dass ihr auch ohne jegliche Vorbereitung ganz zufällig etwas wisst: Meldet euch sofort. So geratet ihr seltener in die Verlegenheit, überraschend aufgerufen und befragt zu werden.

Nicht alles lesen

Wenn ihr wirklich gezwungen seid, Dutzende Seiten in kürzester Zeit in euer Gehirn zu hämmern, dann kann es sinnvoll sein, sich das Thema Lesetechniken ein bisschen genauer anzuschauen. Im Internet gibt es etliche Seiten, die einem dabei helfen können, schneller und effektiver zu lesen. An manchen Hochschulen gibt es sogar private Kursanbieter, die einen in kostenpflichtigen Seminaren in die Geheimnisse des "Speed Readings" einweihen wollen. Noch besser als schnell zu lesen ist aber natürlich: nicht alles lesen. Und gerade bei einigen US-amerikanischen Texten reicht es völlig aus, immer nur den ersten und den letzten Satz jedes Absatzes zu lesen. Wie eine Kollegin erklärt, folgen Essays und wissenschaftliche Texte dort nämlich einem strengen Schema und selbst jeder einzelne Absatz folgt einem ähnlichen Muster. Er beginnt oftmals mit der These, darauf folgen Argumente für oder gegen diese These mit zugehörigen Beispielen, und er endet mit einer Zusammenfassung. Es reicht also völlig, die These und die Zusammenfassung zu lesen.

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