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Feiern ist gesund und wir haben die Beweise dafür

Wir haben sechs wichtige Fakten darüber gesammelt, die den Stubenhockern die letzten Argumente nehmen.

von Samantha Tobisch
29 März 2018, 11:06am

Foto via Flickr | icanteachyouhowtodoitCC BY 2.0

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber es überkommt einen manchmal das Gefühl, als würden sich manche Leute die Nase über ein aktives Nachtleben rümpfen. Darüber und über die dezente Alkoholfahne, die man schon mal in den regen Office-Verkehr mitgeschleppt hat.

Wenn ich mein Partyleben betrachte, muss ich zugeben, dass mein aktives Nachtleben auch nur von außen so rigoros erscheint. Denn in Wirklichkeit ist mein Partyleben auch ein Gesundheitsprogramm. Wenn ihr euch jetzt fragt, wo daran das Gesunde ist, wenn man seine kostbare Zeit mit dem Feiern vertreibt, dann bleibt mal weiterhin schön aufmerksam und verinnerlicht euch diese Niederschrift hier. Denn Feiern ist gesund, das sagt nämlich auch die Wissenschaft und wenn die es mal sagt, dann ist es solide.

Faulenzen ist nicht unbedingt das Beste für unsere Psyche

Vom Faulenzen bekommst du ein größeres schlechtes Gewissen als vom Feiern gehen. Foto via Flickr | icanteachyouhowtodoit | CC BY 2.0

Die Psychologin Dr. Ilona Bürgel erklärt in einem umfassenden Artikel über das Glücklichsein, dass uns das Faulenzen nicht so gut tut, wie wir uns das immer gedacht haben. Nach einer harten Arbeitswoche zuhause im Jogger auf der Couch zu lümmeln, soll uns nicht so happy machen, wie etwas zu unternehmen. Was wir laut Bürgel für unseren Seelenfrieden brauchen sollen, ist ein sogenannter Flow-Zustand. Und der passiert am häufigsten bei der Arbeit – ja, tatsächlich bist du in der Arbeit wahrscheinlich zufriedener als auf deiner bequemen Couch. Denn dieser Flow-Zustand ist jener, der Raum und Zeit vergessen lässt und dich happy macht. Etwas zu tun, ist also befriedigender als gar nichts tun, so simpel ist das. Eine Studie dazu hat ergeben, dass dieser Zustand nunmal mehr als doppelt so oft bei der Arbeit vorkommt als in der Freizeit, nämlich 54 Prozent im Vergleich zu 17 Prozent. Diese Statistik braucht eine Änderung, also auf mit dir und ab in den Club (meinetwegen auch im Jogger, in dem du gerade steckst – mach ich auch oft so), denn beim Tanzen und Feiern kann man auch sehr gut in den Flow-Zustand kommen.

Tanzen kann die Zeichen des Alterns im Gehirn rückgängig machen

Foto via Flickr | icanteachyouhowtodoit | CC BY 2.0

Wenn wir älter werden, wird das leider auch unser Gehirn. Aber was, wenn es etwas gibt, das dieses Altern rückgängig macht? Eine Studie hat gezeigt, dass Tanz- und Ausdauertraining, die mit zunehmendem Alter abnehmende Hirnfläche vergrößern. Und dass das Tanzen sogar zu spürbaren Verhaltensänderungen geführt hat. "Ich denke, Tanzen ist ein mächtiges Werkzeug, um vor allem im Alter neue Herausforderungen für Körper und Geist zu schaffen" , so Dr. Kathrin Rehfeld, Leiterin der Studie im deutschen Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen. Dass sportlich zu sein generell jung und fit hält, ist ja eigentlich keine Neuigkeit, aber gerade das Tanzen und das Erlernen von Choreographien soll ausschlaggebend für den Effekt sein, der das Gehirn wieder jung macht. Das bedeutet jetzt für dich, dass du quasi Tanzen gehen musst – zur Not auch in den Clubs. Ob mit oder ohne Choreographie ist aber ganz dir überlassen.

In der Früh zu feiern, ist wesentlich besser

Nachts sollte der Mensch schlafen, das ist wichtig für den Körper, weil er die Zeit braucht, um sich zu regenerieren. Nicht nur den Körper, sondern auch den Kopf – das merkst du, wenn du wieder mal etwas super abgefucktes geträumt hast. Das bedeutet natürlich, dass es nicht unbedingt das Beste für dich ist, wenn du in dieser Zeit feierst. Was du tun kannst? Einfach die Nacht durchschlafen und nach dem Aufstehen in die nächstgelegene Afterhour crashen. "Besonders wenn man tanzt, ist das für den Schlaf [später am Abend wieder] förderlich. Wenn man nur rumsitzt und trinkt, ist das wiederum kontraproduktiv.", erzählte uns der Schlafexperte Prof. Dr. Ingo Fietze in einem Interview. Er rät auch dazu, vor Partys etwas vorzuschlafen, weil man dann einfach wesentlich länger feiern kann – ohne, dass man sich dabei helfen muss.

Ein bisschen Alkohol soll gar nicht mal so schlimm sein

Foto via Flickr | icanteachyouhowtodoit | CC BY 2.0

So hat es zumindest ein gewisser Dr. Kari Pokolainen, ehemaliger WHO-Experte für Alkoholkonsum, der Daily Mail gegenüber einmal erwähnt. Er empfiehlt dabei sogar eine ganze Flasche Wein pro Person. In seinem Buch Perfektes Trinken und seine Feinde erklärt er auch, dass es sogar essentiell für die Gesundheit sein soll: "Sei es Wein, Bier, Schnaps, Wasser, Kaffee oder Tee, es bringt gesundheitliche Vorteile, schmeckt gut und hilft, das Leben mehr zu genießen.", so Pokolainen.

"Es gibt vier Feinde des perfekten Trinkens: Abstinenz, Alkoholismus, unzureichende Information und kurzsichtige Alkoholpolitik. Für die meisten von uns ist moderates Trinken besser als Abstinenz. Moderate Beträge können höher sein als die Richtlinien sagen". Das ist natürlich aber kein Freibrief, um Alkoholiker zu werden. Das bedeutet nur, dass es wirklich OK ist, sich ab und zu einen ordentlichen Rausch zu picken, ohne dabei hard feelings zu bekommen. Da man eigentlich auch in der Regel nicht alleine trinkt, verbindet sich das ganze mit einem sozialen Lebensstil, der wiederum auch sehr förderlich für dich und dein Leben sein kann (siehe unten).


DJ und Club-Promoter Venus X aus Brooklyn spricht über die Vorteile und Herausforderungen eines "Free Agents" in der elektronischen Musikwelt:


Musik repariert deine Seele

Dass Musik nicht nur jedes Gefühl sehr gut unterstreichen kann, sondern auch welche ins Leben rufen kann, ist dir sicher kein Geheimnis. Das beste Beispiel dafür ist Liebeskummer oder die 90er Trash-Party, bei der du nach einem oder mehreren genehmigten Gläsern Wein (siehe oben), mit deinen Party-Kompanen ganz genüsslich bei "Wannabe" von den Spice Girls "mitsingst" und dich danach einfach ein bisschen befreiter fühlst.

Ähnlich geht es dir auch sicher im Club bei einem Rave, wenn du stundenlang durchtanzt und wie hypnotisiert von der Musik einfach deinen Körper von alleine bewegst. "Die leichten oder stärkeren Trancezustände, die man beim Musikhören und beim dazu Tanzen erlebt, scheinen eine sehr regulierende und euphorisierende Wirkung auf den Mensch zu haben. Es gibt da auch vereinzelte Studien dazu, aber dass das so ist, hat sicher jeder selbst schon einmal erfahren.", sagt mir Diplom-Musiktherapeut Michael Eggensberger dazu. Gibt es also etwas Besseres als raven zu gehen, um sein Gehirn nicht nur etwas jüngerer zu machen, sondern auch glücklich?

Fortgehen macht dich nicht fertig, es macht dich fit

Mir ist das letztens aufgefallen. Ich habe ein Wochenende voller halli galli hinter mich gebracht und bin dann am Sonntag in der Nacht in mein Bett gelegen und habe Angst bekommen. Warum? Weil Montag. Aber diese Angst hatte sich im Nachhinein als völlig unbegründet herausgestellt, denn besagter Montag war einer meiner kreativsten Montage seit langem. Und das ist übrigens auch kein Zufall, denn wer ein gutes soziales Netzwerk hat, soll stressresistenter und seltener krank sein. Sich also daheim einen auf gemütlich zu machen, macht dich nicht fit für deine Arbeit. Wenn die Motivation dazu fehlt, kann man sich das von Sportlern abschauen, die sich zum Sport überwinden, weil sie eben wissen, wie gut es ihnen danach geht. Kater hin oder her – dir geht es nach so einem Party-Wochenende bestimmt besser als nach einem, an dem du nichts gemacht hast (nämlich gar nichts, nicht mal die Wäsche) und du dich deswegen schlecht fühlst.

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