Männer

Gibt es wirklich Männer, die unter einem zu großen Penis leiden?

Medienberichten zufolge gibt es in Mexiko einen Mann, der wegen seines 48 Zentimeter großen Penis nicht arbeiten gehen kann. Wir wollten wissen, ob es sich dabei um ein weiter verbreitetes Problem in der Männerwelt handelt.
6.2.17
Photo by Juan Moyano via Stocksy

Es gibt viele Gründe, aus denen Menschen arbeitslos sind und von staatlicher Unterstützung leben müssen. Bei Roberto Esquivel Cabrera aus Saltillo, Mexiko, ist ein ganz besonderes Körperteil daran schuld: sein Penis. Volle 48 Zentimeter soll das Glied messen, dass den 54-Jährigen zur Untätigkeit verdammt. "Ich kann keine Berufsbekleidung tragen, so wie die anderen Mitarbeiter und ich kann auch nicht knien", sagte er gegenüber Pink News. "Ich kann noch nicht einmal schnell laufen. Die meisten Arbeitgeber sind mir gegenüber deswegen negativ eingestellt. Sie sagen immer, dass sie mich anrufen werden, aber sie tun es nie."

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Pink News berichtet auch, dass sich Cabrera vor Kurzem sogar röntgen ließ, weil ihm die meisten Menschen einfach nicht glauben. Mit der Röntgenaufnahme hofft er nun, der Welt einen Beweis dafür liefern zu können, wie groß sein Penis ist. "Schau dir an, wo er ist. Er geht weit bis unter die Knie", sagt er.

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Verschiedene Ärzte haben Cabrera bereits eine Penisverkleinerung ans Herz gelegt, da der Großteil aus Vorhaut besteht. Der eigentliche Penis misst nur 15 bis 17 Zentimeter, wie The Sun berichtet. "Wir haben ihm gesagt: 'Mr. Roberto, das Beste wäre, wenn wir die Form ihres Penis anpassen würden, sodass sie keine Schmerzen mehr haben, sexuelle Beziehungen führen und Kinder zeugen können'", erklärt einer der Ärzte. "Davon wollte er aber nichts wissen. Ihm war es wichtiger, dass sein Penis größer ist als alle anderen."

Curtis Crane ist plastischer Chirurg und rekonstruktiver Urologe und hat nach eigener Aussage noch nie mit einem Menschen zu tun gehabt, dessen Penis "zu lang" war. Er erklärt gegenüber Broadly, dass ein Mann mit einem Penis dieser Länge unter körperlichen Beschwerden wie Schmerzen im unteren Rücken leiden würde – allein schon, weil das Glied so schwer wäre (Cabreras Penis wiegt Berichten zufolge knapp ein Kilo). Außerdem könne es zu Irritationen oder Schmerzen, weil die Eichel hin und her schwingt, kommen.

Foto: ejaugsburg | Pixabay | CC0

Wie The Sun berichtet, soll Cabrera als Teenager angefangen haben, sein Glied zu verlängern, indem er sich Gewichte an den Penis gebunden hat. "Wenn man seinen Penis um 10 oder 20 Prozent verlängern möchte", meint Crane, "dürfte das kein Problem sein. Es klingt allerdings, als wäre dieser Mann ein bisschen zu weit gegangen."

Eine Studie aus dem Jahr 2015 mit den Messwerten von mehr als 15.000 Männern aus der ganzen Welt hat festgestellt, dass der durchschnittliche Penis im schlaffen Zustand rund 9,17 Zentimeter lang ist, während der durchschnittliche erigierte Penis 13,11 Zentimeter misst. Ausnahmen sind selten, berichtet das Wissenschaftsmagazin Science. "Ein erigierter 16 Zentimeter langer Penis liegt auf der 95. Perzentile: Von 100 Männern haben also nur fünf einen Penis, der länger als 16 Zentimeter ist."

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In einem früheren Interview mit Broadly sagte Dr. Curtis Brown, der auf geschlechtsangleichende Operationen von Mann zu Frau und von Frau zu Mann spezialisiert ist, dass er bereits Menschen behandelt hat, die einen ungewöhnlich großen Penis besaßen und deshalb Beschwerden hatten – allerdings entspricht das "weniger als fünf Prozent der Fälle."

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Paul Joannides, ein Psychoanalytiker, der bereits für die Redaktion von Journal of Sexual Medicine und dem American Journal of Sexuality Education gearbeitet hat, sagt, dass er keine Studie kennt, die näher beleuchtet, welche Art von Beschweren, Männer mit großen Penissen haben sollen. Er merkt allerdings auch an, dass Männer bekanntermaßen nicht immer ganz korrekt sind, was tatsächlichen Umfang und Länge ihres besten Stücks angeht.

Abschließend erklärt Joannides gegenüber Broadly noch, dass "es nach wie vor einige offene Stellen in der neuen US-Regierung gäbe. Da ist es ja anscheinend von Vorteil, einen auf dicke Hose zu machen."

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