sexuelle belästigung

Wie lässig dieser Typ eine Frau in der U-Bahn vor Upskirting rettet

Not all heroes wear capes.
29 Juli 2019, 8:42am
Mann rettet Frau in U-Bahn vor Upskirting
Foto: Screenshot aus dem Twitter-Video von CICI.

Innerhalb weniger Sekunden kann dir ein Mensch deine Würde nehmen. Genug Zeit, um deine Privatsphäre zu umgehen, ein intimes Foto zu schießen und in die Welt zu verschicken. Du merkst es vielleicht nicht mal. Innerhalb weniger Sekunden kann ein Mensch einen anderen aber auch daran hindern.

Eine halbwegs leere U-Bahn, vermutlich irgendwo in China. Eine junge Frau steht im Mittelgang, sie trägt ein kurzes Pünktchenkleid und schaut auf ihr Handy. Hinter ihr sitzen zwei Männer. Der jüngere Typ lehnt sich nach vorne, sein Handy berührt fast den Saum der Frau, es sieht aus, als würde er ihr unter den Rock fotografieren. Der zweite Mann bemerkt das; steht auf, schiebt sich vor den Jungen, drängt dabei das Handy weg. Er tippt der Frau an die Schulter und bietet ihr seinen Platz an.

Der Typ wirkt bei seiner Aktion so lässig, dass es fast gestellt wirkt. Auch dass die junge Frau links das Geschehen mit einer riesigen Fotokamera filmt, deutet darauf hin. Ob es sich wirklich um eine Kampagne handelt, ist allerdings unklar. Vielleicht ist das aber auch gar nicht wichtig, solange der U-Bahn-Held zu Zivilcourage anregt. Die chinesische Userin, die das Video twitterte, schrieb dazu: "Brillenmann, du machst eine gute Figur! Erinnert eure weiblichen Landsleute daran, auf ihre Sicherheit zu achten!"

Upskirting nennt man das ungefragte Fotografieren unter Röcke und Kleider. Obwohl Täter damit massiv die Intimsphäre verletzen, ist Upskirting in Deutschland (noch) nicht strafbar. Lediglich die Verbreitung der Fotos wird geahndet. Auch handelt es sich, im juristischen Sinne, nicht um sexuelle Belästigung, da keine Berührung stattfindet. Zwei junge Frauen wollen das ändern und starteten im Frühjahr eine Petition, die Upskirting verbieten soll. Mittlerweile haben über 80.000 Menschen unterschrieben.

Folge VICE auf Facebook, Instagram und Snapchat.