Anzeige
Tech

Zehn Einstellungen bei Windows 10, die ihr dringend ändern solltet

Microsofts Betriebssystem verrät viel mehr über euch, als euch lieb sein dürfte. Mit dieser Anleitung und holt ihr euch in wenigen Minuten ein großes Stück Privatsphäre zurück.

von Simon Hurtz
04 Februar 2019, 9:27am

Ihr müsst Windows 10 nicht alles erlauben | Bild: Shutterstock

Wie bekommt man Menschen dazu, 1.000 Stunden lang Klos zu schrubben? Es braucht gar keine Überzeugungskraft, sie verpflichten sich freiwillig dazu: Bei einem Festival erklärten sich 22.000 Besucher bereit, die Toiletten vor Ort zu reinigen und Kaugummis vom Gehweg zu kratzen. Putzen musste am Ende aber doch niemand: Der Wlan-Betreiber, dessen AGB sie ungelesen akzeptiert hatten, wollte sie nur dafür sensibilisieren, die Nutzungsbedingungen zuerst zu lesen und dann zu klicken.

Nicht alle Unternehmen sind so fürsorglich. Im Kleingedruckten räumen sie sich das Recht ein, euch auf Tipp und Wisch zu überwachen und die Daten zu nutzen, um euch personalisierte Werbung anzuzeigen. Wer das nicht will, muss selbst aktiv werden. Fast überall in der Technologiewelt gilt: Opt-out statt Opt-in.

Auch Microsoft sammelt alles, was es in die Hände bekommt. Das muss nicht per se verwerflich sein: Für viele Nutzer ist es praktisch, wenn Dokumente und Einstellungen Geräte übergreifend synchronisiert werden - dafür braucht es einen Microsoft-Account und Cloud-Server. Wenn du das nicht willst, kannst du Windows mit einem lokalen Konto nutzen ("Einstellungen > Konten"). Klar ist auch: Um Fehler und inkompatible Treiber zu erkennen, muss Microsoft einen Teil der Nutzungsstatistiken auswerten. Auch das geht nicht, ohne anonymisierte Daten zu erheben.

Doch an anderen Stellen geht Microsoft zu weit: Windows 10 zwangsbeglückt euch mit unnützen Programmen und überträgt standardmäßig jede Menge Informationen, die Microsoft gar nichts angehen. In den vergangenen Jahren haben BSI, Verbraucherzentralen und Datenschützer mehrfach vor Windows 10 gewarnt und teils sogar gegen Microsoft geklagt. Das Betriebssystem verwandle Computer in "private Abhöranlagen", verleite Nutzer mit manipulativen Dialogen zur Zustimmung und überwache sie "bis zum letzten Klick".

Tatsächlich hat sich Microsoft einen Teil der Kritik zu Herzen genommen und die Datensammelwut von Windows 10 eingeschränkt. Die berüchtigten "Schnelleinstellungen", die bei der ersten Installation sämtliche Datenschleusen öffneten, wurden entschärft. Die meisten Optionen erklärt Microsoft nun etwas verständlicher und bündelt wichtige Einstellungen in einem eigenen Menüpunkt "Datenschutz".

Das ist ein guter Anfang - aber noch lange nicht genug. Es bleiben immer noch eine Menge Voreinstellungen übrig, die ihr ändern solltet:

1. Vorinstallierte Apps: Bye bye, Candy Crush

Screenshot Windows 10
Bubble Witch und Candy Crush auf dem Windows-Rechner? Ach Microsoft. Nein, danke! | Bild: Screenshot | Markierung: Motherboard

Wenn ihr euren neuen Windows-Laptop in Betrieb nehmt, erwartet ihr ein sauberes und schlankes System. Oft ist das Gegenteil der Fall. Viele Hersteller müllen ihre Geräte zu und installieren überflüssige Anti-Viren-Programme und andere sogenannte Bloatware. Als ob das nicht genug wäre, jubelt euch auch Microsoft selbst eine Reihe Apps unter, die kein Mensch braucht. Einige Anwendungen wie Fotos, Paint und der Edge-Browser mögen eine gewisse Daseinsberechtigung haben - Minecraft, Candy Crush und Twitter haben auf einem neuen Rechner nichts zu suchen.

Einen Teil davon werdet ihr los, indem ihr im Startmenü mit der rechten Maustaste klickt und dort "Deinstallieren" auswählst. Noch leichter geht es über die Windows-Einstellungen (Shortcut: Win + I), wo ihr den Menüpunkt "Apps" auswählt und unter "Apps & Features" die einzelnen Programme entfernen könnt.

Für bestimmte Anwendungen bietet Microsoft keine direkte Deinstallations-Möglichkeit an. Das betrifft vor allem System-Apps wie den Microsoft-Store und Microsoft-Programme wie Mail, Kalender und Kontakte. Um sie zu entfernen, benötigt ihr Tools von Drittanbietern, etwa den kostenlosen CCleaner. Achtet bei der Installation darauf, dass ihr nicht versehentlich Software von Avast mit installiert, das den CCleaner-Hersteller Piriform aufgekauft hat. Wenn ihr den CCleaner öffnet, könnt ihr unter "Extras > Deinstallieren" einige der vorinstallierten Apps entfernen.

Wenn ihr Store und Edge-Browser loswerden wollt, die tief ins System integriert sind, müsst ihr zu Powershell-Scripts greifen. Das solltet ihr aber nur machen, wenn ihr wisst, was ihr tut. Im Normalfall reicht es, die hauseigenen Microsoft-Programme zu ignorieren und nur zusätzliche Bloatware über Bord zu werfen. In früheren Windows-Versionen musstet ihr das System nach jedem größeren Update erneut aufräumen. Mittlerweile hat Microsoft kapiert, dass es sich die meisten Nutzer auch beim dritten Mal nicht anders überlegen, und merkt sich, welche Apps ihr deinstalliert hattet.

2. App-Vorschläge: Bitte keine Werbung im Startmenü

Screenshot Windows 10
Aus dem Wörterbuch "Microsoft-Deutsch, Deutsch-Microsoft": gelegentlich = regelmäßig, Vorschläge = Werbung | Bild: Screenshot | Markierung: Motherboard

Microsoft nennt es "Unterhaltung, Tipps und Tricks" oder spricht von "gelegentlichen Vorschlägen". De facto ist es Werbung. Immer wieder ploppen im Startmenü, auf dem Sperrbildschirm oder in den Benachrichtigungen Banner auf, die euch nahelegen, bestimmte Apps aus dem Microsoft-Store zu installieren. Das lenkt ab und nervt.

Wenn ihr das nicht wollt, müsst ihr mehrere Schalter in den Einstellungen umlegen. Unter "System > Benachrichtigung und Aktionen" deaktiviert ihr zunächst die Option "Bei der Nutzung von Windows Tipps, Tricks und Vorschläge erhalten". Dann öffnet ihr den Menüpunkt "Personalisierung" und klickt auf "Sperrbildschirm", wo ihr euch ebenfalls von "Tipps, Tricks und Vorschlägen" verabschiedet. Dasselbe wiederholt ihr unter "Start", hier heißt die Option: "Gelegentlich Vorschläge im Startmenü anzeigen".

3. Cortana: Sei nicht so wahnsinnig neugierig!

Screenshot Windows 10
Wenn ihr unter "Berechtigungen & Verlauf" alle Optionen deaktiviert und den Geräteverlauf löscht, zügelt ihr Cortanas Neugierde | Bild: Screenshot | Markierung: Motherboard

Siri, Alexa und der Google Assistant: Damit Sprachassistenten euch wirklich weiterhelfen können, müssen sie massenhaft Daten sammeln. Microsofts Cortana ist da keine Ausnahme. Um euch relevante Ergebnisse zu liefern, analysiert Microsoft euren bisherigen Suchverlauf und greift auf Kontakte, Standort, Kalender und E-Mails zu. Früher konntet ihr Cortana vollständig vom Rechner verbannen, mittlerweile hat Microsoft diese Möglichkeit entfernt. Komplett werdet ihr Cortana nur los, wenn ihr tief ins System eingreift - mit entsprechenden Risiken und Nebenwirkungen.

Mitte Januar hat Microsoft angekündigt, dass Cortana und die lokale Suchfunktion beim nächsten großen Windows-Update im April endlich getrennt werden. Bis dahin könnt ihr Cortana zumindest oberflächlich von eurer Taskleiste verbannen und ihre Neugierde in einem zweiten Schritt manuell etwas zügeln. Klickt zunächst mit der rechten Maustaste auf die Taskleiste und blendet unter "Suchen" das Cortana-Eingabefeld aus. Es verbraucht nur unnötigen Platz. Apps und Einstellungen findet ihr trotzdem ohne Probleme, indem ihr die Windows-Taste drückt und einfach drauflos tippt.

Ihr könnt es gleich ausprobieren, indem ihr bei geöffnetem Startmenü “Cortana” eintippt. Als Ergebnis sollte “Cortana & Sucheinstellungen” erscheinen, das bei einem Klickt die Einstellungen für “Berechtigungen & Verlauf” öffnet. Alternativ könnt ihr in den Einstellungen den letzten Punkt “Suche” auswählen, das führt zum selben Menü. Dort deaktiviert ihr alle Optionen und löscht euren Suchverlauf. Außerdem solltet ihr Cortana in den Datenschutz-Einstellungen alle Berechtigungen entziehen. Wie das geht, sehr ihr in Tipp Nr. 8.

4. Werbe-ID: Stoppt die Anzeigenpersonalisierung

Screenshot Windows 10
Microsoft nutzt die Werbe-ID, um dir personalisierte Anzeigen vorzusetzen. Ein Klick stoppt zwar nicht die Werbung, aber zumindest die Personalisierung. | Bild: Screenshot | Markierung: Motherboard

Facebook und Google bieten Unternehmen die Möglichkeit, euch Werbung anzuzeigen, die auf euch zugeschnitten ist. Damit verdienen sie Dutzende Milliarden pro Jahr. Von diesem Kuchen will auch Microsoft etwas abhaben. Windows-Nutzer erhalten standardmäßig eine Werbe-ID, um ihr Nutzungsverhalten zu überwachen. Auf dieser Grundlage können App-Entwickler und Werbenetzwerke personalisierte Anzeigen schalten, wenn ihr im Netz surft, den Microsoft-Store besucht oder Windows-Apps verwendet.

Um das zu verhindern, klickt ihr in den Einstellungen auf "Datenschutz" und wählt unter "Windows-Berechtigungen" den Punkt "Allgemein". Dort legt ihr den obersten Schalter um, womit ihr eure Werbe-ID zurücksetzt und ihre Nutzung für die Zukunft deaktiviert. Ihr seht damit zwar trotzdem noch Werbung, die ist aber nicht mehr auf eure Interessen zugeschnitten.

Bei dieser Gelegenheit könnt ihr euch den drei Optionen darunter widmen: Weder müssen Webseiten wissen, welche Sprachen ihr sprecht, noch muss Microsoft euch vorschlagen, welche Einstellungen ihr anschauen solltet. Wenn ihr Windows verbietet, das "Starten von Apps nachzuverfolgen, um Start- und Suchergebnisse zu verbessern", seht ihr häufig genutzte Apps nicht mehr an oberster Stelle. Dafür werden weniger Nutzungsdaten an Microsoft übertragen.

5. Diagnosedaten: Microsoft muss nicht alles erfahren

Screenshot Windows 10
Ihr könnt nicht vollständig verhindern, das Microsoft Telemetriedaten sammelt - aber zumindest den Umfang begrenzen | Bild: Screenshot | Markierung: Motherboard

Jedes Windows-Update ist ein Glücksspiel: Regelmäßig führen inkompatible Hardware und Treiber zu fatalen Fehlern, die Daten löschen oder den ganzen Rechner lahmlegen. Um das zu vermeiden, sammelt Microsoft Diagnose-Informationen und zeichnet etwa bei einem Absturz auf, welche Hard- und Software genutzt wurde. Das ist grundsätzlich verständlich - aber die Art und Weise, wie Microsoft ungefragt Daten erhebt, ist fragwürdig und verstößt womöglich gegen Datenschutzrecht.

Mit dem Verschicken von Diagnosedaten verhält es sich ähnlich wie mit Cortana: Ganz stilllegen ist schwierig und funktioniert nur bei bestimmten Windows-10-Versionen oder mit Hilfe von Hacks. Aber ihr könnt und solltet die Menge der Daten begrenzen, die Windows an Microsoft überträgt. Dafür klickt ihr unter "Einstellungen > Datenschutz" auf "Diagnose und Feedback" und wählt statt "Vollständig" die Option "Standard". Hier erklärt Microsoft den Unterschied.

Im selben Menü solltet ihr auch abschalten, dass Freihand- und Eingabedaten übermittelt werden, mit denen Microsoft die Spracherkennung verbessert und ein personalisiertes Wörterbuch erstellt. Die "individuelle Benutzererfahrung", die euch "maßgeschneiderte Inhalte" sowie "personalisierte Tipps, Anzeigen und Empfehlungen" (wir erinnern uns: Werbung!) verspricht, ist überflüssig: Weg damit! Nachdem ihr die Feedback-Häufigkeit auf "Nie" gestellt habt – es sei denn, ihr wollt Microsoft unbedingt Rückmeldungen zu Windows geben – löscht ihr die bislang gesammelten Diagnosedaten.

6. Standortverlauf: Windows geht es nichts an, wo ihr seid

Screenshot Windows 10
Wenn ihr nicht wollt, dass Microsoft weiß, wo ihr euch aufhaltet, solltet ihr die Postionserkennung systemweit (und damit auch für alle Apps) abschalten | Bild: Screenshot | Markierung: Motherboard

"Deine Apps wissen, wo du vergangene Nacht warst, und sie behalten es nicht für sich", titelte die New York Times Anfang Dezember. Nahezu jeder Smartphone-Nutzer trägt einen Peilsender in der Tasche, der Dutzenden Unternehmen Zugriff auf euren Standortverlauf gibt. Was bei Kartendiensten oder Wetter-Apps auf dem Handy sinnvoll sein mag, solltet ihr auf deinem Windows-Rechner nicht zulassen. Für die meisten Nutzer empfiehlt es sich, die Positionserkennung systemweit zu deaktivieren.

Dafür bietet Microsoft unter "Einstellungen > Datenschutz" den Punkt "Position". Hier könnt ihr den Zugriff auf den Standort komplett abschalten oder nur einzelnen Apps gestatten, diese Information abzugreifen. Webdienste wie Google Maps, die ihr im Browser aufruft, werden davon nicht beeinflusst.

7. Kamera und Mikrofon: Auch Zuckerberg klebt ab

Screenshot Windows 10
Skype-Nutzer aufgepasst: Wenn ihr den Kamera-Zugriff pauschal deaktiviert, könnt ihr nicht mehr Videotelefonieren. Deshalb solltet ihr die Berechtigungen auf App-Ebene regeln | Bild: Screenshot | Markierung: Motherboard

Seit 2016 wissen wir: Facebook-Chef Mark Zuckerberg klebt seine Webcam ab. Das ist nicht paranoid, sondern gerade für einen derart exponierten Menschen sinnvoll: Hacker und Geheimdienste könnten aus der Ferne auf die Kamera zugreifen. Wenn euch das zu weit geht, könnt ihr zumindest in den Windows-Einstellungen den Zugriff von Apps auf die Kamera unterbinden. Das hilft zwar nicht gegen kriminelle Hacker, ist aber besser als nichts.

Unter "Einstellungen > Datenschutz" findet ihr die Punkte "Kamera" und "Mikrofon". Hier könnt ihr Windows und allen Programmen den Zugriff verweigern. Damit funktionieren aber auch die Videochats in der Skype-App nicht mehr. Falls ihr regelmäßig Programme aus dem Microsoft-Store verwendet, die auf Kamera und Mikrofon zugreifen, ist es sinnvoller, die Berechtigungen nur für einzelne Apps abzuschalten. Alternativ könnt ihr im Fall von Skype statt der Windows-10-App auch die normale Skype-Software installieren oder Skype im Browser nutzen.

8. Berechtigungen verwalten: Damit Apps nur das tun, was sie auch sollen

Screenshot Windows 10
Lasst den Schalter für die Hintergrund-Apps aktiviert, sonst funktionieren die Benachrichtigungen nicht mehr. Unter "Dokumente" solltet ihr dem Microsoft-Virenscanner Zugriff erteilen | Bild: Screenshot | Markierung: Motherboard

Neben dem Kamera- und Mikrofon-Zugriff könnt ihr in den Datenschutz-Einstellungen zahlreiche weitere App-Berechtigungen verwalten. Jeder Unterpunkt ist nach demselben Muster aufgebaut: Oben regelt ihr den Zugriff für den gesamten Rechner, also für Windows selbst und alle Apps. Wenn ihr wollt, dass einzelne Apps auf Kontakte, E-Mails oder deinen Kalender zugreifen können, müsst ihr den Generalschalter aktiviert lassen und den Zugriff auf App-Ebene beschränken.

Dass eine E-Mail-App nur funktioniert, wenn sie eure Mails abgreifen kann, ist logisch. Auch die meisten anderen Optionen erklären sich von selbst. Falls ihr etwa Cortana nicht verwendet, könnt ihr ihr alle Zugriffsrechte entziehen, ohne Einschränkungen befürchten zu müssen.

Dennoch solltet ihr zwei Dinge wissen: Wenn ihr die Ausführung von Apps im Hintergrund komplett abschaltet, schont das zwar eure Akkus, dafür funktionieren in der aktuellen Windows-Version die Benachrichtigungen nicht mehr richtig. Ob das so gewollt ist oder es sich dabei um einen Fehler handelt, ist unklar. Jedenfalls erklärt es Microsoft nirgends, die Informationen finden sich bislang nur in Foren und Tech-Blogs. Deshalb ist es sinnvoller, den Zugriff gezielt für einzelne Apps abzuschalten, um Akku zu sparen.

Der zweite Schalter, den ihr nur mit Vorsicht umlegen solltet, ist der Zugriff auf die Dokumentbibliothek. Das betrifft auch "Windows-Sicherheit", wie Microsoft seinen integrierten Virenscanner mittlerweile nennt. Viele Anti-Viren-Programme von Drittherstellern sind überflüssig bis gefährlich, aber Microsofts eigener Bedrohungsschutz leistet vergleichsweise gute Arbeit. Wenn ihr keine andere Software verwendet, solltet ihr ihm den Zugriff auf Dokumente erlauben.

9. Windows-Updates: Die Letzten werden die Ersten sein

Screenshot Windows 10
Wenn ihr auf diesen Knopf klickt, meldet ihr euch freiwillig als Testkaninchen für unfertige und womöglich fehlerhafte Software, die euer System instabil machen kann | Bild: Screenshot | Markierung: Motherboard

Alle sechs Monate macht Microsoft Hunderte Millionen Windows-Nutzer zu Testkaninchen wider Willen. Zweimal pro Jahr erscheinen neue Windows-Versionen, die immer wieder Ärger machen. Das jüngste Update, das eigentlich im Oktober erscheinen sollte, wurde mehrfach zurückgezogen. Drei Monate später ist es immer noch nicht bei allen Nutzern angekommen.

Um euch vor unfertiger Software zu schützen, die eure Rechner im schlimmsten Fall in Elektroschrott verwandelt, solltet ihr einige Grundregeln beachten: Klickt in den Einstellungen unter "Update und Sicherheit" niemals auf "Nach Updates suchen". Sonst erhaltet ihr jedes Update, sobald es zu Verfügung steht - selbst wenn es noch instabil ist.



Unverständlicherweise können nur Windows-Pro-Nutzer neue Updates zeitlich verzögern. Um herauszufinden, ob ihr die Home- oder die Pro-Version besitzt, sucht ihr im Startmenü nach "Systeminformationen". In der obersten Zeile der Systemübersicht seht ihr eure Windows-Version. Als Pro-Besitzer könnt ihr bei "Update und Sicherheit" in den "Erweiterten Optionen" wählen, dass ihr Aktualisierungen verzögert erhaltet. Nach ein bis zwei Monaten sollten die gröbsten Fehler normalerweise beseitigt sein.

Auf den meisten Rechnern ist nur die Home-Version vorinstalliert. Hier müsst ihr Umwege gehen. Entweder ändert ihr Systemeinstellungen in der Registrierungsdatenbank, legt das Netzwerk als getaktete Verbindung fest oder nutzt Programme wie den Windows-Update-Manager. Einfacher ist es, den Such-Knopf zu vermeiden und euer System regelmäßig zu sichern, um im Fall der Fälle ein aktuelles Back-up zu haben.

10. Bislang gesammelte Daten löschen: Mit einem Klick zurück auf Null

Screenshot Windows 10
Im Datenschutz-Dashboard kannst du verhindern, dass Microsoft Anzeigen auf dich zuschneidet | Bild: Screenshot | Markierung: Motherboard

Wenn ihr Windows fertig konfiguriert habt, solltet ihr euer Datenschutz-Dashboard anschauen. Hier zeigt Microsoft alle Daten an, die es über euch gespeichert hat. Ihr könnt euch Browser- und Suchverlauf anzeigen lassen, eure Standort-Aktivität einsehen und erfahrt, ob Cortana Aufzeichnungen von Sprachbefehlen erfasst hat. Alle Daten lassen sich herunterladen oder löschen. Zuletzt schaltet ihr in den "Einstellungen für Anzeigen" die "Interessenbezogene Werbung" und die "Personalisierte Werbung im Browser" ab.

Fazit: Ein paar Kniffe, und es läuft rund

Microsoft hat dazugelernt: In der Anfangszeit war Windows 10 über die Maßen neugierig und durchleuchtete Nutzer. Mit jedem größeren Update hat Microsoft einen Teil der Kritikpunkte beseitigt – doch nach wie vor ist Windows 10 kein Betriebssystem, das ihr mit den Standardeinstellungen verwenden solltet. Wenn ihr die zehn Tipps beherzigt, könnt ihr aber einigermaßen beruhigt mit euren Windows-Rechnern arbeiten.

All die Vorsichtsmaßnahmen sind aber sinnlos, wenn ihr bei den anderen großen Tech-Unternehmen nicht genauso sorgfältig vorgeht. Denn auch Facebook, Google und Amazon überwachen euch auf Klick, Tipp und Wisch. Deshalb solltet ihr die Datenschutzeinstellungen eurer Online-Konten prüfen und die Voreinstellungen von Android und Chrome ändern.

Folgt Simon auf Twitter und Motherboard auf Facebook, Instagram, Snapchat und Twitter

Tagged:
Tech
Motherboard
service
Datenschutz
Privatsphäre
sicherheit
windows