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DIE LITERATURAUSGABE 2014

Die Literaturausgabe 2014: ... aber was ich eigentlich machen will, ist schreiben

Wir haben uns die schlimmsten Literatureskapaden von Schauspiellegenden wie Chuck Norris, Sylvester Stallone und Nicolas Cage reingezogen, damit du es nicht machen musst.
22 August 2014, 6:54am

Es ist einfach, einen Roman zu schreiben: Tipp einfach immer weiter, bis du etwas hast, was sehr lang ist und größtenteils aus Lügen besteht. Aber den Salat dann publiziert zu kriegen ist noch mal eine ganz andere Geschichte. Es sei denn, du bist so berühmt, dass jede einzelne deiner Äußerungen für würdig befunden wird, gedruckt zu werden. Und folglich gibt es auch jede Menge peinlicher Bücher mit bekannten Namen da­rauf. Wir haben uns ein paar angesehen, um zu schauen, ob sie wirklich so schlimm sind, und: Ja, sie sind es.

THE JUSTICE RIDERS
Chuck Norris, Ken Abraham, Aaron Norris, und Tim Grayem
B&H Fiction, 2006

Wer hätte gedacht, dass Walker, der Texas Ranger, mal ein großer Erfinder alberner Namen werden würde? Wenn du über „Ezra Justice“ lesen möchtest, der sich mit dem englischen Scharfschützen „Reginald Bonesteel“ verbrüdert, um „Slate Mordecai“ zu bekämpfen und den Wilden Westen in Bibelkunde zu unterrichten, dann ist The Justice Riders genau das Richtige für dich! Das Buch endet damit, dass Justice Mordecai die Evangelien nahezubringen versucht und ihn dann erschießt, weil der schlimme Typ Jesus ablehnt. Womit Norris Sicht auf die Welt zusammengefasst wäre.

MIKE PEARL

PARADISE ALLEY
Sylvester Stallone
Putnam, 1977

Die Handlung von Paradise Alley ist so vorhersehbar wie langweilig: Drei Brüder machen um 1940 herum im New Yorker Stadtteil Hell’s Kitchen bei illegalen Wrestling-Wettkämpfen mit und bekommen dabei ein paar herzerwärmende Lektionen erteilt. Es ist Stallones Schreibstil, der aus dem potenziell durchschnittlichen Roman ein wahrhaft grauenvolles Opus macht. Wenn es in deinen Kampfszenen heißt: „Patty McLade fiel zu Boden wie das Nachthemd einer Hure“, ist es Zeit, wieder zum Schreiben von Filmen zurückzukehren, die größtenteils aus inspirierenden Joggingszenen und schmerzvollen Grunzlauten bestehen.

HARRY CHEADLE

VOODOO CHILD
Nicolas und Weston Cage
Virgin Comics, 2007

Nic Cage und sein Black-Metal trällernder Sohn Weston hatten die Idee für einen Comic, in dem ein Sklavenkind, das in den 1860ern ermordet worden war, durch schwarze Magie wieder zum Leben erweckt wird, um in den Straßen New Orleans in der Zeit nach Katrina wieder für Ordnung zu sorgen. Dann stellten sie einen Künstler und einen Autor an, um ihren Traum wahr werden zu lassen. Dieses Buch ist, als hätte Spawn am Set von Treme den Candyman mit seinem Dämonensamen geschwängert, während ein betrogener Todd McFarlane in einer Ecke des Zimmers masturbiert. In anderen Worten, es ist großartig.

DAVE SCHILLING

MODELLAND
Tyra Banks
Random House, 2011

Modelland ist die Geschichte von Tookie De La Crème, einem 15-jährigen Mädchen aus dem Lande Metopia. Alle halten sie für total uninteressant, bis sie eines Tages am Tag der Entdeckung, bei dem Mädchen auf der Hauptstraße von Metopia auf einem Catwalk hoch und runterlaufen, von einem Talent-Scout nach Modelland eingeladen wird, einen mysteriösen Ort auf einem Berggipfel, wo jedes Jahr sieben Mädchen zu „Intoxibellas“ (also Supermodellen) ernannt werden. Bevor sie diesen wunderbaren Status aber erreicht, muss sie den „Catwalk Corridor“ und das „Thigh-High Bootcamp“ überstehen. Es gibt auch noch eine positive Message über innere Schönheit etc. etc., aber diese ist unter den ca. 5.000 Tonnen schwachsinnigen Gelabers tatsächlich sehr gut versteckt. PS: Ich habe das Buch nicht zu Ende gelesen, weil, mal im Ernst …

MITCHELL SUNDERLAND

JUNIOR
Macaulay Culkin
Miramax, 2006

Junior ist voller wilder Gedankensprünge, Zeichnungen, Listen und Papa-Komplexe. Über dieses Buch eine Kritik zu schreiben, wäre ungefähr so sinnvoll wie über einen Raum mit kopflosen Puppen zu referieren.

BOBBY VITERI

A LIFETIME OF LOVE: POEMS ON THE PASSAGES OF LIFE
Leonard Nimoy
Blue Mountain Arts, 2002

Diese Gedichte, die üblerweise noch auf dem ekelhaftesten pastellfarbenen Papier abgedruckt sind, handeln allesamt von der formlosesten Art der Liebe überhaupt—einer Liebe ohne Sex, Angst, Eifersucht oder Leidenschaft—einer Liebe, über die zu lesen extrem langweilig ist. Nimoy bemüht dabei Bilder der Natur, wie man sie sonst vielleicht auf der Rückseite einer Packung Bio-Quinoa findet (er steht auf Sonnenaufgänge und sanften Wind), und schreibt wie ein Mann, der in seinem Leben weder ein Gedicht gelesen noch einen Ständer gehabt hat.

WILBERT L. COOPER