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Dr. Detleff Karstens: Wir wollen christliche Werte in die Politik einbringen. Wir wollen in diesem Sinne Vorbild sein und auch indirekt die Gesellschaft beeinflussen. Also Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Treue, allgemeine menschliche Werte, die alle Menschen teilen, die aber manchmal vernachlässigt werden. In unsere Verfassung wurde ja noch hineingeschrieben: „In der Verantwortung vor Gott und den Menschen haben wir uns diese Verfassung gegeben.“ Das ist im Laufe der Jahre immer schwächer geworden, und wir wollen daran arbeiten, dass das Gewicht haben muss. Dabei ist es für die Wirkung unserer Werbung für diese Werte letztendlich gleich, ob wir das durch Wahlsiege erreichen oder dadurch, dass andere Parteien, wie zum Beispiel die CDU, das übernehmen und erneut beleben.
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Na, der Klassiker ist ja das Thema Abtreibung.Da sind Sie strikt dagegen?
Ja. Es gibt natürlich immer Ausnahmesituationen, aber es gibt noch immer zu viele Todesfälle vor der Geburt, viel zu viele. Hunderttausende im Jahr. Und das hat ja auch gesellschaftliche Nebenwirkungen. Diese Menschen—viele wären ja inzwischen erwachsen—fehlen uns ja auf dem Arbeitsmarkt und als Beitragszahler. Deshalb die krampfhaften Versuche, die Mütter von den Kindern wegzukriegen durch die Kitas, um sie in den Arbeitsmarkt zu bringen. Das ist ja nicht nötig. Wir brauchen Kinder!Was ist das Problem mit Kitas?
Wir sind der Auffassung, dass die Kleinkinderziehung in die Familie gehört.Also bleibt die Frau zu Hause.
Ja, genau. Kinder sollten nur in Notfällen in eine Gemeinschaftseinrichtung kommen. Die brauchen ja eine feste Bezugsperson.Aber Frauen hätten es dann ja noch schwieriger im Berufsleben.
Das ist richtig. Deshalb sind wir ja auch für das sogenannte Erziehungsgehalt. Das ist steuerpflichtig und sichert auch die Rente der Erzieherin, damit Eltern, die ihre Kinder erziehen, dafür bezahlt werden. Wie Angestellte des Staates, die damit zum Erhalt des Staates beitragen.Was ist, wenn eine Frau sich Kinder wünscht, aber trotzdem nicht als „staatsangestellte Erzieherin“ zu Hause bleiben will?
Das ist ihre persönliche Entscheidung. Wir wären dafür, dass Eltern einsehen, dass sie ihren Kindern einen guten Dienst tun, wenn sie die zu Hause großziehen. Das kann ja auch der Mann sein.
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Eins ist ja ganz klar: Wenn wir nicht so viele Kinder abgetrieben hätten, bräuchten wir nicht so viele Zuwanderer. Ich erinnere mich da an einen Spruch, ich glaube von Gerhard Schröder: „Lieber Kinder als Inder!“ Wenn wir Computerfachleute aus Indien importieren, um unseren Arbeitsmarkt zu bedienen, dann ist das natürlich dummes Zeug, man muss die eigenen Leute gut ausbilden.Sie sind die Partei der Kinder, sozusagen.
Sozusagen! Wir haben ja auch ein Plakat, wo draufsteht: „Kinder sind ein Geschenk Gottes!“ Das ist ja allgemein verständlich.

Jan Theiler: An Perfektion hat die Bergpartei, die „ÜberPartei“ wenig Interesse, noch weniger an einer nationalen Perfektion. Ein perfektes Deutschland ohne eine perfekte Restwelt macht so wenig Sinn wie ein provokant aufklärerisches Online-Magazin, dessen großer Sponsor übelste Arbeitsbedingungen in seinen Zulieferbetrieben in Kauf nimmt. Deswegen kommen wir z.B. auch immer wieder mit unserer eigenen Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen in Deutschland in Konflikt, weil das einfach den Zustand der Welt außerhalb des westlichen Lebensstandards komplett ausblendet. Die einzig ernstzunehmende Konsequenz lautet für uns: Ja zum deutschen Bankrott, uns vom Wohlstand, der uns einsam macht, zu verabschieden und gemeinschaftlich in Würde zu verarmen.
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Es kommt uns halt komisch vor, wenn alle Deutschen 1000 Euro kriegen—das ist ja irgendwie dekadent, mit dem Blick auf den Rest der Welt.Was schlagt ihr stattdessen vor?
Tja, also, da sind wir halt hin- und hergerissen. Einerseits wäre das ein guter Pilotcharakter als Vorreiterprojekt. Andererseits können Länder in der dritten Welt das nicht bezahlen. Wahrscheinlich wollen die dann alle gerne hierhin kommen, wenn es hier 1000 Euro gibt. Haben wir natürlich nichts dagegen, sollen alle herkommen.Dann wird die ganze Welt zu Deutschland, und jeder kriegt 1000 Euro.
[lacht] Ja, das funktioniert natürlich nicht.Was würdet ihr denn jetzt Konkretes machen, wenn ihr an der Macht wäret?
Mmh, ne, an der Macht sein, darauf legen wir es ja nicht an. Deswegen machen wir genau das, was wir jetzt schon machen: unsere subversive Propaganda, und wir versuchen, ein paar Ideen in die Köpfe zu pflanzen. Wir sehen keine Möglichkeit, die Machthaber ohne Gewalt zu stürzen. Für Gewalt gegen Sachen sind wir zu haben, aber nicht gegen Menschen, also ist das nicht abzusehen. Und schon gar nicht auf parlamentarischem Weg.Was sind denn solche subversive Aktionen?
Zum Beispiel Häuser besetzen, mal wieder. Oder den öffentlichen Raum besetzen.Habt ihr gerade irgendwo ein Haus besetzt?
Ne, gerade nicht. Im Moment nicht. Aber es ist doch möglich! Es ist noch nicht vorbei … Achso, à propos: Was man noch machen kann: sich engagieren auf der Oberbaumbrücke! Damit die Wasserschlacht erhalten bleibt! Vor allem muss man Kreuzberg unterstützen, das geht ja gar nicht. Wir haben ja dieses Jahr 20 Aufblasknüppel und Kampfschilder vergeben an die Kreuzberger, die eigentlich nur immer zukucken wollen und nicht verstehen, dass sie sich wehren müssen—hat trotzdem nichts geholfen. Erbärmliches Kampferhalten—ich weiß nicht, ob die alle im Latte Macchiato ertrunken sind oder weggentrifiziert wurden, ich frag mich, wo die sind. Es muss ein Ruck durch Kreuzberg gehen!
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Ben: Die Menschen leben in ökologisch nachhaltigen Städten und nehmen an einem Kulturleben teil, das in der eigenen Region in Anlehnung an ihre Traditionen gewachsen ist, und seien diese Traditionen Trachtentanz oder Techno. An die Stelle von Krieg und Chauvinismus tritt die schöpferische Konkurrenz zwischen Regionen und Nationen, die sich friedlich anerkennen und frei in die verschiedensten Richtungen entwickeln können. Man wird nicht gezwungen, auf der Jagd nach Arbeit jedes Jahr umzuziehen, sondern ist frei zu bleiben, wo seine Familie, seine Freunde und seine Wurzeln sind.Kinder werden als eine Erfüllung empfunden und Eltern werden wertgeschätzt als diejenigen, die eine neue, ihre Tradition neu entdeckende und interpretierende Jugendgeneration heranziehen und die Flamme der Kultur weitergeben. Nur noch Hipster haben Fernseher, die aber nicht funktionieren; die großen gesellschaftlichen Vorbilder sind keine globalen, durch PR-Experten aufgeblasenen Gestalten, sondern Menschen, die man persönlich kennt und liebt für ihr Wissen, ihren Charme und Charakter.
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Frank Franz: Mein perfektes Deutschland ist nicht nur Wirtschaftsstandort, sondern Heimat, der natürliche Lebensraum, den uns unsere Vorfahren hinterlassen haben und den wir unseren Nachkommen in einem lebenswerten Zustand hinterlassen sollten. „Lebenswert“ bezieht sich dabei auf den gesellschaftlichen, den ökonomischen wie auch ökologischen Zustand.
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Das ist zunächst ein subjektives Empfinden, das aber im alltäglichen Leben immer öfter bestätigt wird. Nehmen wir die EU, ein riesiger anonymer Moloch, der über alles wacht und bestimmt. Etwa 80 Prozent aller Gesetzesvorlagen kommen aus Brüssel. Kein Mensch weiß, woher welche Verordnungen kommen. Das ist intransparent und undemokratisch. Es läuft auf einen zentralistischen Superstaat nach Vorbild der Sowjetunion hinaus, der die nationalen Identitäten nivelliert und schlussendlich komplett zerstört. Identität bedeutet aber, dass man seine kulturellen Eigenarten, die uns und Europa ausmachen, bewahrt.Und wie würde ein solches Deutschland nach Europa passen?
Ein solches Deutschland passt in Europa rein, weil das Europa ist. Weil auch die Spanier, die Franzosen, die Italiener und alle andere das gleiche Problem haben. Wir brauchen mehr Europa und weniger EU. Europa kann nur erhalten und gestärkt werden, wenn wir erhalten und stärken, was es ausmacht. Seine Nationen, seine Kulturen, seine Identitäten.Was würde die NPD denn konkret unternehmen, um die Identität Deutschlands gegen die EU und andere zu verteidigen/stärken?
Zunächst wäre es wichtig, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass wir eine liebenswerte Kultur haben, statt uns gefühlt 24 Stunden am Tag mit den Schrecken vergangener Zeiten zu benebeln. Wir müssen die Ketten sprengen und wieder selbstbewusst sagen: Wir sind Deutsche! So wie alle anderen Nationen das auch tun—und damit glücklich sind.Welche deutschen kulturellen Eigenarten sind besonders erhaltenswert?
Es ist schwer, einzelne kulturelle Komponenten zu nennen. Ich weiß auch nicht, ob das zielführend ist oder vielmehr zu einer Klischee-Debatte führt. Es geht dabei auch gar nicht so sehr um die allseits gern bemühten Merkmale wie Gründlichkeit, Ordnung oder dergleichen. Es ist vielmehr die Gesamtheit kultureller Eigenarten, die ein Volk an sich ausmacht. Und darauf kommt es doch an. Unsere Kulturen sind über Jahrhunderte und Jahrtausende gewachsen. Unsere Völker sind, was sie sind, weil sie sich über Zeiten dazu entwickelt haben. In guten wie in schlechten Zeiten, in Zeiten des Friedens wie des Krieges. Diese gemeinsame Historie, die gemeinsame Sprache, gemeinsame Traditionen, Geschichten und Mythen, das gemeinsame Fundament unserer Geschichte macht uns zu einer Solidargemeinschaft. Das ist identitätsstiftend und gibt Halt.Mehr radikales Gedankengut:All meine Facebook-Freunde sind radikale JihadistenWer ist die radikale Linke?Auf Achse entlang der „Heil-Hitler-Straße“