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Anonymous hat bereits 5.500 ISIS-Twitter-Accounts gekapert

Nach eigenen Angaben gibt es erste Erfolge der sogenannten #OpParis gegen die Terrormiliz IS. Kritiker bezweifeln aber die Sinnhaftigkeit.
18 November 2015, 9:30am

Nachdem Anonymous bereits kurz nach den Anschlägen in Paris angekündigt hatte, ihren Online-Kampf gegen den Islamischen Staat intensivieren zu wollen, scheint es nun, als gäbe es erste Erfolge.

Nach eigenen Angaben will Anonymous bereits an die 5.500 Twitter-Accounts gekapert und einige IS-nahe Homepages mit DDoS-Attacken offline genommen haben. Außerdem rufen sie dazu auf, Twitter-Accounts von Dschihadisten zu sammeln und an Anonymous weiterzugeben.

UPDATE: find accounts, don't take them down. Paste them into a pastebin or something equivalent and put that link onto our pad.
— #OpParis (@opparisofficial)18. November 2015

Unter der Bezeichnung „Noob's Guide" wurde außerdem eine Anleitung auf reddit veröffentlicht, um IS-Accounts ausfindig zu machen.

Screenshot via reddit

In zwei neuen Videos wird weiters eine Zusammenarbeit mit Regierungsbehörden angekündigt. Diese sollen 1500 Accounts der Terrormiliz sperren lassen—im Gegenzug würde Anonymous ihnen weitere 1500 Accounts zukommen lassen, die in der Zwischenzeit generiert wurden.

Anonymous wiederholt auch in beiden Videos ihre Aussage einer Pastebin-Nachricht von Februar, in der es heißt: „Zuerst müssen wir etwas klar stellen: Wir sind Muslime, Christen, Juden ... Wir kommen aus allen Ländern, Religionen und Ethnien ... Wir sind Anonymous " und weiter „Die Terroristen, die sich selbst ,Islamischer Staat' nennen, sind keine Muslime!"

Screenshot via YouTube

Die Terrormiliz Islamischer Staat scheint davon bisher eher wenig beeindruckt. Wie Der Standard berichtet, macht sich der Verfasser einer Nachricht eines IS-nahen Accounts auf Telegram über die Hacktivisten lustig, bezeichnet sie als Idioten und wirft die Frage auf, was sie denn überhaupt hacken wollen.

Tatsächlich ist es schwierig zu überprüfen, ob die mittlerweile nicht mehr existenten Twitter-Accounts von Dschihadisten tatsächlich von Anonymous gekapert und zerstört wurden, oder ob Twitter sie ganz einfach abgedreht hat.

Wie die BBC berichtet, zweifeln Sicherheitsexperten außerdem an der Sinnhaftigkeit der Anonymous-Aktionen: Sie befürchten, dass dadurch die Kommunikation unter Dschihadisten zunehmend auf klandestiner Ebene ablaufen könnte und somit die Arbeit von Geheimdiensten und Terrorbekämpfern erschwert würde.

Paul ist nicht bei Anonymous, aber auf Twitter: @gewitterland