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​Diese Frau täuschte eine Schwangerschaft vor, um mit ihrem One-Night-Stand zusammenzubleiben

Untergejubelte Kinder, gefälschte Geburtsurkunden und manipulierte DNA-Tests—heutzutage wird einiges aufgefahren, um einen betrunkenen Liebhaber an sich zu binden.
9.12.14

Charmaine W., eine 25-jährige Krankenschwester aus South Wales, wurde letzten Monat wegen Betrugs angeklagt: Ihr Liebhaber fand heraus, dass das angeblich bei ihrem One-Night-Stand gezeugte Baby in Wahrheit nur ein Kind war,  ​das sie sich für sechs Monate „ausgeliehen" hatte.

2012 traf W. auf Liam G., den falschen Vater, und die Beiden hatten einen von  ​Alkohol befeuerten One-Ni​ght-Stand. G. behauptete, dass er ausdrücklich betont hätte, das Ganze nicht weiter fortführen zu wollen. W. war jedoch anscheinend wie besessen von ihm und hörte nicht damit auf, G. im Internet zu stalken. Daraufhin blockte er sie und änderte seine Handynummer.

Als sich die Beiden später an W.s Arbeitsplatz wiedertrafen (Berichten zufolge war G. im Krankenhaus, um seinen sterbenden Großvater zu besuchen), „lieh" sich W. ein kleines Kind von einer Freundin aus und erzählte G., dass es seins wäre. Als er nach Beweisen verlangte, nutzte die Krankenschwester ihre Position, um eine Geburtsurkunde zu fälschen und einen DNA-Test zu manipulieren.

Ich unterbreche hier mal kurz die Geschichte, denn es haben sich schon einige wirklich verwirrende Tatsachen angehäuft:

1.) Haben die Eltern ihr Kind für diesen aufwendigen Schwindel wirklich freiwillig hergegeben? Vielleicht erschien das Ganze anfangs noch wie ein harmloser Scherz, aber gibt es wirklich jemanden, der so etwas wie „Alles klar, natürlich leihe ich dir mein Kind für ein paar Monate aus, lass mich nur wissen, wie es mit dem Typen läuft, den du zurückerobern willst" ernsthaft sagt?

2.) Wie lange wollte W. diese Nummer durchziehen? Es ist ja schon ein starkes Stück, G. von seiner Vaterschaft zu überzeugen, aber will man diese Lüge dann für den Rest seines Lebens aufrecht erhalten? Muss man dann nicht auch das Kind zur Schule schicken und es groß ziehen? Falls dem so ist, dann handelt es sich hier nicht um eine „Leihgabe", sondern um eine Wegnahme.

3.) Ist es im Vereinigten Königreich wirklich so einfach, eine Geburtsurkunde zu fälschen?

4.) Warum zum Teufel machen Menschen so etwas?

Ich will Männerrechtsaktivisten jetzt nicht noch weitere Beweise für ihre Annahme liefern, dass alle Frauen verrückt sind, aber W. war nicht die Einzige, die schon mal so etwas durchgezogen hat.  ​Im September versuchte sich die Amerikanerin Catherine G. an einem ähnlichen Trick: Sie täuschte eine Schwangerschaft vor, um mit ihrem Freund zusammenzubleiben. Als er schließlich herausfand, dass sie nicht wirklich schwanger war, ermordete sie eine andere Frau, um an deren Baby zu kommen und es als ihres auszugeben.

Im April gab es einen weiteren Fall, bei dem eine Frau ein  ​Neugeborenes aus einem Krankenhaus entführte, um ihre zerstörte Ehe zu retten. ​2012 erstach Annette M. eine schwangere Frau mit einem Schablonenmesser, um „den Fötus herauszuschneiden" und ihn zu stehlen. Einen Fötus, kein bereits geborenes Kind, einen Fötus.

Wie auch immer. Zurück zu unserer Geschichte: Als W. G. erzählte, dass er sie geschwängert hätte, schien er das gut wegzustecken. Seine Eltern und er hießen W. in der Familie willkommen und überhäuften sie mit Geschenken (einschließlich eines Autos). Unklar ist, welchen Status die Beziehung zu der Zeit hatte, aber laut dem  ​Telegraph hatte G. bereits angefangen, ein kleines Häuschen auf dem Grundstück seiner Eltern zu bauen. Es scheint so, als ob die Beiden versuchten, sich zusammenzureißen und eine Familie zu sein. Das Ganze dauerte sechs Monate lang.

Als G. ein Foto von sich und seinem „Sohn" auf Facebook postete, erkannte jemand das Kind und informierte G., dass er unmöglich der Vater sein konnte.

Als der Fall vor dem Amtsgericht in Bridgend dargelegt wurde, sagte der Richter, dass „die Entdeckung der Identität des Kindes [G. und seine Familie] mit einem Gefühl von Verlust zurückgelassen hat, das einem Todesfall gleichkommt." G. hatte auf seinen Sommerurlaub verzichtet, um seiner Familie ein Haus zu bauen. Er wollte außerdem sein MG Cabrio verkaufen, weil es nicht „kinderfreundlich" sei. G.s Eltern gaben an, dass sie „unglaublich viel Geld ausgegeben hatten, weil sie angenommen hatten, dass das Kind ihr Fleisch und Blut war."

W. wurde wegen zweifachen Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten verurteilt. Gestern wurde sie jedoch nach nur 23 Tagen unter der Bedingung entlassen, dass sie an einem Kurs mit dem Ziel teilnimmt, ihre Denkfähigkeit zu steigern. G. und seine Familie haben nun eine einstweilige Verfügung gegen sie erwirkt.

Zu ihrer Verteidigung hatte ihr Anwalt gesagt: „Sie glaubte, sie hätte eine Verbindung zu G. und wollte deshalb mit ihm zusammen sein"—was eine ziemliche dürftige Entschuldigung dafür ist, dass man jemanden monatelang belügt. Unklar bleibt, warum die richtigen Eltern des Säuglings W. das Kind einfach für sechs Monate geliehen haben, doch vermutlich ist das Kind wieder bei ihnen. Zumindest solange, bis es sich eine Bekannte wieder mal leihen will.