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An der griechischen Grenze zu Mazedonien sind drei Flüchtlinge ertrunken

Hunderte Menschen haben sich auf den Weg gemacht, um einen Fluss zu überqueren und so mazedonischen Boden zu erreichen.
14.3.16
Foto: Freedom House

Wie mehrere griechische Medien, aber auch die deutsche Bild Zeitung und die englische Daily Mail Montagvormittag berichteten, wurden in den frühen Morgenstunden drei Flüchtlinge, darunter ein Kind, ertrunken nahe Idomeni aufgefunden. Eine Aktivistin, die an der griechisch-mazedonischen Grenze im Einsatz ist, hat das nun gegenüber VICE bestätigt.

Die drei Afghanen sollen zu einer Gruppe von insgesamt 26 Personen gehört haben, die sich gestern Nacht aufmachte, um einen Seitenarm des Konska Flusses zu durchqueren und so mazedonischen Boden zu erreichen.

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Die Flussstelle liegt etwa sechs Kilometer westlich der griechischen Grenzstadt Idomeni, die seit der von Österreich initiierten Schließung der Balkanroute zunehmend zum Zentrum der Flüchtlingskrise wurde. Mittlerweile warten in Idomeni bis zu 15.000 Menschen auf ihre Weiterreise Richtung Norden.

Starke Regenfälle in Nordgriechenland, die kaum vorhandene Versorgung, der Mangel an Schlafplätzen und die hygienischen Zustände haben Idomeni in den letzten Tagen nahe an eine humanitäre Katastrophe geführt.

Auch deshalb haben sich im Laufe des Montags mehrere Hundert Refugees auf den Weg gemacht, um eine Lücke im mazedonischen Grenzzaun zu finden, und ihre Flucht über die Balkanroute fortsetzen zu können. Schon jetzt wird dieser Marsch in den sozialen Medien als neuer #marchofhope bezeichnet.

Noch am Sonntagabend verteidigte Bundeskanzler Werner Faymann in der ORF-Sendung Im Zentrum erneut die Schließung der Balkanroute und sprach davon, dass die „hässlichen Bilder" aus Idomeni das notwendige Signal dafür seien, dass „es kein Durchwinken mehr gibt", wie auch DerStandard zitiert. „Dass jemand zu Schaden kommt, ist nicht vorzusehen", so der Kanzler. Nur Stunden später ist diese Einschätzung von Werner Faymann bereits obsolet und drei weitere tote Flüchtlinge, die versucht haben den von Österreich eingeforderten Zaun zu überwinden, sind traurige Gewissheit.

Paul auf Twitter: @gewitterland


Hero Image: Freedom House | flickr | Public Domain Mark 1.0