Hangover-News, 29. August 2016

Zwei Männer überfallen in Berlin einen Juwelier, doch ihr Flucht-Twingo streikt, "Macbook-Nazis" entern das Brandenburger Tor und ein Schönheitswettbewerb für große Ärsche wurde verboten.

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29 August 2016, 4:54am

Juwelendiebe, die vorher besser den Film Drive geschaut hätten, Rechtsextreme, die auf das Brandenburger Tor klettern, ein Roboter-Baby, das Teenager-Schwangerschaften verhindern soll, jedoch genau das Gegenteil bewirkt, und noch mehr Dinge, die ihr am Wochenende verpasst habt. Willkommen bei den Hangover-News!

Berlin: Zwei Männer überfallen einen Juwelier und ihr Flucht-Twingo springt nicht an

Am Samstag haben zwei maskierte und mit Beil und Pistole bewaffnete Männer einen Juwelier am Berliner Kurfürstendamm überfallen, wie die B.Z. berichtet. Die Männer haben die Angestellten mit ihren Waffen bedroht und einige Rolex-Uhren aus der Auslage erbeutet. Einer der Angestellten erlitt einen Schock, ein anderer trug eine leichte Schnittwunde im Nacken davon.

Die anschließende Flucht verlief jedoch nicht ganz nach Plan: Die beiden Männer sind in ihr Fluchtauto, einen türkisen Renault Twingo, gestiegen, der wollte jedoch auch nach mehreren Versuchen nicht anspringen. Also mussten die Täter zu Fuß flüchten—was sie nach dem jetzigen Stand auch geschafft haben, denn die Polizei konnte sie noch nicht schnappen. Ein Spürhund konnte zwar am zurückgelassenen Auto die Fährte der beiden Männer aufnehmen, sie verlor sich jedoch bei der S-Bahn-Station Savignyplatz.

Mitglieder der rechtsextremen Identitären klettern auf das Brandenburger Tor

Am Samstag sind zwölf Mitglieder der sogenannten Identitären, die unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stehen, mithilfe von Leitern auf das Brandenburger Tor geklettert und haben ein Transparent mit der Aufschrift "Sichere Grenzen—sichere Zukunft" entrollt. Außerdem sollen die Männer Rauchfackeln entzündet haben. Um überhaupt erst auf das Brandenburger Tor zu gelangen, sollen die Mitglieder der rechtsextremen Bewegung einen Sicherheitsmitarbeiter eines Seitenbaus ausgesperrt haben, um über den Seitenbau auf das Tor zu klettern. Die Polizei hat die Männer dazu aufgefordert, das Tor zu räumen, und wegen Hausfriedensbruchs, Nötigung und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz angezeigt. Passanten sollen Parolen wie "Nazis raus!" skandiert haben. Berlins Bürgermeister Michael Müller verurteilt die Aktion in einer Mitteilung: "Es ist schlicht widerlich, wie Demokratiefeinde mit solchen Aktionen versuchen, sich dieses Symbol anzueignen, das inzwischen für ein demokratisches, friedliches und weltoffenes Deutschland steht."

Dass Mitglieder der sogenannten Identitären auf Bauwerke klettern, um ihre Parolen zu verbreiten, ist übrigens nichts Neues. Erst im April dieses Jahres sind Mitglieder auf das Wiener Burgtheater geklettert, wo an diesem Tag Die Schutzbefohlenen lief, ein Stück, das sich mit der aktuellen Flüchtlingspolitik auseinandersetzt.

Die Puppe, die Teenager-Schwangerschaften vorbeugen soll, feuert sie eigentlich an

Australische Forscher haben herausgefunden, dass ein Baby-Roboter, der junge Frauen davon abhalten soll, schwanger zu werden, genau das Gegenteil bewirkt. Die Teenager verbringen ein paar Tage mit der Puppe und lernen die Pflichten im Leben einer jungen Mutter kennen. Eine Studie hat jetzt ergeben, dass junge Frauen, die Zeit mit einem solchen lebensechten Roboter verbracht haben, eher dazu neigen, früh schwanger zu werden, als solche, die nicht in Berührung mit einer dieser Puppen gekommen sind.

Die Puppen, die sich in etwa wie sechs Wochen alte Kinder verhalten (was die grundlegenden körperlichen Bedürfnisse angeht), weinen, wenn sie Hunger haben, die Windel voll ist oder sie Bäuerchen machen müssen. Die Roboter-Babys werden aktuell zur Aufklärung in Schulen und Kirchen in knapp 90 Ländern eingesetzt.

In Burkina Faso wurde ein Schönheitswettbewerb für große Ärsche verboten

Beim "Miss Bim Bim"-Wettbewerb in Burkina Faso treten Frauen mit großen Hinterteilen gegeneinander an. Nun hat die Regierung den Wettbewerb verboten—mit der Begründung, der Wettbewerb sei sexistisch. Zuvor hatte ein Wettbewerbs-Flyer online für Aufsehen gesorgt. Nach Kritik an dem Wettbewerb handelte Frauen- und Familienministerin Laure Zongo und erinnerte in einem Statement daran, dass es die Aufgabe der Regierung sei, Frauen zu schützen. Laut dem Organisator des Contests soll der "Miss Bim Bim"-Wettbewerb ein positives, diverses Frauenbild promoten.

Blitz tötet mehr als 300 Rentiere in Norwegen

Eigentlich sind Instinkte eine gute Sache. Etwa beim Schreckmomenten die Augen zuzumachen oder die Schultern hochzuziehen—damit schützt sich der Mensch bei drohender Gefahr. Manchmal aber können die Instinkte zum Problem werden. Über 300 Rentiere hat ihr Schutzmechanismus das Leben gekostet. Nach massiven Unwettern mit Blitz und Donner haben Wildhüter auf der norwegischen Hardangervidda-Ebene bis Sonntag genau 322 tote Tiere in einem Radius von 50 bis 80 Metern gefunden. Wie es aussieht, haben die Tiere während eines Gewitters instinktiv Schutz in der Herde gesucht und sich dicht an dicht nebeneinander gedrängt. Als dann ein Blitz in die Masse einschlug, hat er alle Tiere getötet.