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Sex

Chris Nieratkos Skinema: 9½ Weeks – An Erotic XXX Parody

Ein guter Kumpel, mit dem ich als Kind oft skaten war, hat sich gerade in einer Operation den Penis entfernen lassen, und der Grund dafür war Mickey Rourke.
31.10.14

Regie: David Lord
Bewertung: 9
AdamEvePictures.com

Ein guter Kumpel, mit dem ich als Kind oft skaten war, hat sich gerade in einer Operation den Penis entfernen lassen, und der Grund dafür war Mickey Rourke. Als wir Jungs waren, gab es niemanden, der wir mehr sein wollten als Mickey Rourke aus der Ära von Der Pate von Greenwich Village und 9½ Wochen. Dabei ging es um weit mehr als die Tatsache, dass er vor laufenden Kameras Sex mit der tollen Daryl ­Hannah und Kim Basinger haben durfte. Er war der James Dean unserer Generation; in gewisser Weise sah er sogar noch toller aus als dieser, und es war etwas unglaublich Cooles in seiner Ausstrahlung. Ich erinnere mich, wie wir als junge Männer versuchten, Rourkes Art sich zu bewegen und sogar seine körperlichen Eigenschaften zu imitieren.

In der Phase unseres Lebens, als unsere gewalttätigen Väter uns jeden Rest von Selbstvertrauen aus dem Leibe prügelten, lehrte uns Mickey Rourke mit seiner selbstsicheren Art, wie man sich aufrecht durch die Welt bewegt. Leider war Rourke selbst von seinem Äußeren anscheinend gar nicht so begeistert, und im Laufe der Zeit ließ er sich sein schönes Gesicht (und letztlich alles, wofür er in unseren Augen stand) Stück für Stück mit dem Skalpell abtragen. Wir waren am Boden zerstört. Der Hinterhof-Metzger, der Rourkes Schönheits-OPs verbockte hatte, hatte ihn bis zur Unkenntlichkeit entstellt, und uns kamen Zweifel an der Größe seines Charakters und seines Muts. Meinen Kumpel traf es noch schlimmer als mich. Ich finde mich mittlerweile halbwegs gutaussehend, auch wenn meine Nase natürlich zu groß ist, mein Ohren abstehen, mein Augenlid herunterhängt und meine Haare immer dünner werden; mein Kumpel hingegen hätte wirklich keinen Grund gehabt, an sich zu zweifeln: Er hätte ein Model werden können. Er war ein Adonis mit einem kantigen Gesicht, bei dessen Anblick sich die Mädchen in die Hose machten und schwule Männer in Tränen ausbrachen, weil er nicht in ihrem Team mitspielte.

Aber als die Fotos von Rourkes neuem, nicht mehr wiederzuerkennendem Gesicht die Runde machten, fing mein Freund an, an seinem eigenen Aussehen zu zweifeln. Ich erinnere mich noch, wie ich mich mehrfach betrunken mit ihm stritt, weil er auf die verrückte Idee verfallen war, dass auch er, wie sein Idol, sich unters Messer begeben und sein Gesicht „richten lassen“ müsse. Ich glaube, es muss zu dieser Zeit gewesen sein, dass sich seine innere Transformation, die zu seiner äußeren Transformation führte, zu manifestieren begann. Er war kein Idiot—er wusste, dass Rourkes neues Gesicht in keinster Weise eine Verbesserung war—aber er konnte nicht akzeptieren, dass sich sein Gott nicht wohlfühlte in seiner Haut, und wurde unsicher, wie glücklich er in seiner eigenen war.

Ich bin nicht sicher, ob ihr euch den Ansturm von Emotionen vorstellen könnt, der uns überfiel, als wir uns neulich, nach der OP meines Freundes, diese Pornoversion des Rourke-Klassikers 9 ½ Wochen ansahen. Wir zwei sind an unterschiedlichen Punkten in unserem Leben—mein Freund schaut sich in Pornos nun anscheinend eher die männlichen Stars genauer an. Die männliche Hauptfigur in diesem Porno wird von einem der Stars von Bret Easton Ellis’ The Canyons, James Deen, gespielt. Was sein Aussehen betrifft, kann Deen dem jungen Mickey Rourke nicht das Wasser reichen, aber dennoch besitzt er eine Ruhe und Selbstsicherheit, mit der er den 80er-Jahre-Star noch übertrifft. Ich sah, wie die Augen meines Kumpels kreuz und quer über den 1,50 m breiten LCD-Schirm huschten, wann immer Deen in einer Szene zu sehen war. „Wie findest du ihn?“, fragte ich. „Ich bin komplett überwältigt von ihm. Er ist dünn und sieht jüdisch aus und überhaupt nicht wie ein normaler Pornostar, aber er hat eine unglaubliche Präsenz. Es ist wirklich beeindruckend.“ Ich fragte ihn: „Aber würdest du ihn vögeln?“ Mein Kumpel warf mir einen angewiderten Blick zu und sagte: „Was redest du für’ nen Scheiß, Alter? Ich steh auf Mädels. Ich bin Lesbe, du Arschloch.“

Noch mehr Bescheuertes findet ihr auf chrisnieratko.com und @nieratko auf Twitter.