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Popkultur

Wir haben mit dem Mann gesprochen, dem das Internet gerade zu Füßen liegt

Ein Video eines Eisstockschützenvereins geht gerade viral. Wir haben kurz Pause vom Lachen gemacht und mit dem Helden der Stunde gesprochen.
31.5.16

Seit vergangenem Samstag kursiert auf Facebook ein Video, das die wahre Schönheit unserer Welt endgültig und ein für allemal festhält. Das Video stammt vom Eisstockschützenverein Schinitz. Schinitz ist ein Teil der Steirischen Stadt Kapfenberg und offensichtlich der Ort in Österreich, um nicht zu sagen der ganzen Welt, an dem es sich am meisten zu leben lohnt. Denn wie es aussieht, leben dort die besten Menschen der Welt.

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In dem Video, das mittlerweile über vier Millionen Klicks hat, sieht man einen Mann in orangem Shirt und lässigen Bluejeans, der offensichtlich mit einem Presslufthammer eine Terrasse in spe bearbeitet. Ein Mann reicht ihm von links eine Flasche Bier und dann passiert das Lustigste seit dem unvergesslichen

"Das Leben ist kein Ponyhof"-Video

: Der Mann versucht, gleichzeitig mit dem Presslufthammer (beziehungsweise einem Rüttler, wie Experten auf Facebook behaupten) weiter zu arbeiten und das Bier zu trinken. Das klingt vielleicht banal, grenzt jedoch an einen wahren Viralitäts-Geniestreich, den sich kein Content-Produzent der Welt ausdenken könnte. Der Rest ist mittlerweile ein kleines Stückchen Internet-Geschichte.

Der Mann der Stunde, dieser momentan unangefochtene Held des Internets, heißt Adolf (an dieser Stelle bitte keine Scherze über seinen Namen, denn ausnahmsweise geht es in Zusammenhang mit "Adolf" einmal um etwas Lustiges). Adolf ist Mitglied des ESV Schinitz und erzählt gegenüber VICE, wie es zu diesem Meisterwerk kam: "Das Ganze war ja in dieser Form eigentlich nicht geplant. Wir hatten ursprünglich nur vor, dass wir unsere Terrasse vergrößern und ich habe einen Kollegen gebeten, dass er ein paar Fotos und später dann eben auch ein Video davon macht. Dann hab ich gesagt: Jetzt blödeln wir einfach ein bisschen. Du gibst mir ein Bier her und ich versuche, das zu trinken. Natürlich wussten wir, dass es nicht so ganz gehen würde. Das haben wir dann jedenfalls gemacht."

Natürlich entsteht ein solches Meisterwerk aber nicht durch puren Zufall, sondern bedarf immer auch ein wenig gekonnter Inszenierung: "Ein bisschen gestellt war das Video natürlich schon—zumindest der Schluss, wo ich die Flasche dann so grantig weg schmeiße."

Dass das Video viral geht und das Ursprungsposting nicht nur von fast 30.000 Facebook-Usern, sondern auch großen Nachrichtenseiten wie dem stern geteilt wird, hätten sich Adolf und die restlichen Mitglieder des Eisstockschützenvereins Schinitz nicht träumen lassen: "Wir haben das Video eigentlich nur in unserer Vereinsgruppe geteilt. Dann fanden das aber alle so lustig, dass wir's einfach öffentlich gemacht haben. Nach den ersten paar Stunden waren wir schon über 30.000 Zugriffen und mittlerweile sind es über vier Millionen."

Aktuell stürzen sich haufenweise internationale Medien auf Adolf: "Medien aus allen möglichen Ländern interessieren sich dafür. Wir haben zum Beispiel Anfragen aus England und Afrika. Mit unserem Sport können die alle wahrscheinlich nicht so viel anfangen, aber unser Video finden sie lustig." Adolf findet das Video mittlerweile übrigens ebenfalls ziemlich lustig—auch, wenn es ihm erst ein bisschen peinlich war: "Zuerst dachte ich mir: Den Blödsinn veröffentlichen wir sicher nicht. Ich bin mir einfach ein bisschen dumm vorgekommen. Nach ein paar Mal Anschauen musste ich dann aber auch drüber lachen. Ich habe auch versucht, mir einige Kommentare durchzulesen, aber ich komme da nicht mehr mit, bei 700 bin ich ausgestiegen. Aber ich glaube einfach, dass das Video den Menschen gefällt, weil es einen aufheitert." Adolf hat die Welt verstanden. Danke.

Verena auf Twitter: @verenabgnr