Noisey Guide

Der Noisey-Guide to Air + Style

Wintersport und Festival: Eh beides super, aber kombiniert zu einem Event eine kleine Herausforderung. Wie man das Air + Style übersteht, lest ihr hier.
1.2.17

Alle Fotos VICE Media

Die Sonne kitzelt deine Nasenspitze, du sitzt am Boden, sippst kühlen Spritzer und ein warmer Lufthauch trägt Musik an dein Ohr – living is easy. OpenAirs sind was Feines. Im Februar nicht so. Trotzdem ist es ziemlich beeindruckend, wenn beim Air + Style am 3. und 4. Februar wieder die besten Snowboarder der Welt Sachen machen, bei denen du dich klein und unbegabt fühlst, und dazu noch ein nahezu perfektes LineUp schon Grund genug wäre, sich den winterlichen Strapazen auszusetzen.

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Wie der Name der Veranstaltung schon sagt, geht esam Air + Styleum (kalte) Luft und Stil, aber weniger im Sinne von elegantem Modebewusstsein und mehr im Sinne von cooler Snowboarder-"Swaggyness", die nicht jedem in die Wiege gelegt wurde. Außerdem ist Innsbruck ein ganz besonderer Ort und es herrschen hier andere Regeln als vielleicht in Wien. Heuer gibt es erstmals an zwei Tagen und Nächten Programm, auf all diese Dinge solltest du dich gut vorbereiten. Wir helfen dir dabei, damit du auch als Nicht-Innsbrucker alles richtig machst und trotz Winter eine gute Zeit hast.

Hör auf Mama

Es ist, wie gesagt, Februar, also zieh so viele Schichten an, wie möglich. Vor allem, wenn du über 17 bist und verstanden hast, dass warm cooler als cool ist (get it?). Dass du dich so dick eingepackt nicht recht sexy fühlst, ist jedem egal. Wenn du im Besitz von einer langen Unterhose bist: Go for it. Der Mensch, mit dem du später heimgehst, hat – wenn er schlau ist – eh auch eine an.

Da sich das Wetter in Innsbruck aber schnell ändern und auf Eiseskälte Fönwind folgen kann, muss man flexibel bleiben. Ein Rucksack, in den man alles Überflüssige hineinstopfen kann, ist die Lösung. Auch gut, wenn du nach dem Contest und vor der Indoor-Party nicht mehr nach Hause kommst. Ah ja, und wenn wir schon dabei sind:

Vergiss, was du unter Mode verstehst

Hip in Innsbruck ist nicht dasselbe wie hip im Rest der Welt. Du ziehst dich gerne edgy an und gehst meistens Schwarz in Schwarz fort? Achtung, beim Air + Style könntest du so leicht übersehen werden – und niemand will übersehen werden, right? Gehäkelte, neonfarbene Kopfbedeckungen können helfen, das zu verhindern. Die lässt man in Innsbruck übrigens auch gerne drinnen auf (Stichwort Swaggyness). Wenn du Sport in der aktiven Form hasst – was dich als Nicht-Innsbrucker outet – zieh dich zumindest so an, als wäre das Gegenteil der Fall. Und Moonboots sind hot.

Sei auf Smalltalk vorbereitet

Die Leute in Innsbruck sind sehr kontaktfreudig. Außerdem bist du auf einem Festival, also sei dir nicht zu gut, um mit dem netten Menschen neben dir zu reden und hang loose, wer weiß, vielleicht hat er einen Flachmann dabei. Es ist ein Geben und Nehmen wie auf jedem anderen Festival auch. Das Air + Style ist in erster Linie ein Freestyle-Snowboard-Contest. Falls du normalerweise mit Snowboarde(r)n nichts am Hut hast, kenne zumindest ein paar der diesjährigen Teilnehmer beim Namen und die Grundregeln des Ablaufes. Wisse, was der "Ring of Glory" ist. Und es gilt, was bei jeder Sportveranstaltung gilt: Klatschen, wenn alle klatschen, dann bist du auf der sicheren Seite. Alternativ: Du kennst dich mit den Acts voll gut aus und lenkst das Gespräch darauf. Sage zum Beispiel sowas wie: "Ich freu mich schon sehr auf den Post Soviet Rap von TOMM¥ €A$H später." Und noch mehr Stoff für Smalltalk liefert dieser Fact: Heuer, zum ersten Mal seit es das Air + Style gibt, nehmen Girls am Contest teil. Warte, was? Warum hat das so lange gedauert?!

Such dir was aus dem Line Up aus

Bei normalen Festivals setzt man sich auf den Boden, wenn das Stehen zu anstrengend wird, oder legt sich gleich ins Zelt. Hier musst du beachten, dass du erstens wahrscheinlich kein Zelt hast und du dich zweitens nicht auf den Boden setzten willst, wenn du eine schirche Nierenbeckenblasen-Geschichte vermeiden willst. Wenn du nicht stundenlang stehen kannst, überleg dir vorher, wen du sehen und welchen Act unbedingt hören willst. Praktisch sind alte Styroporplatten oder Karton zum Draufstehen und notfalls -setzen. Wenn du über 22 Jahre alt bist, nimm dir für dieses Wochenende nicht zu viel vor und koste die Regenerationsphasen voll aus. Apropos planen:

Plane voraus

Hast du vor, am Air + Style zu rauchen? Ja? Dreh dir deine Tschick zuhause vor, in der Kälte und bei dem Wind wird das eher nichts und du frierst dir nur die Finger ab. Und, da die Innsbrucker so sind wie sie sind (siehe oben), teile deine Tabakwaren mit allen rundherum, dann werdet ihr gemeinsam noch glücklicher. Hast du vor, viel zu trinken? Denke an die vielen, vielen Schichten, die du anhast, aus denen du dich herausquälen musst, wenn du aufs Klo gehst. Und: Glühwein und Tee siegen ab Temperaturen von unter Null Grad über Bier. Auch noch wichtig: Schau, dass du vorher gut gegessen hast und steck dir vielleicht einen Powerriegel in deinen Burton Rucksack.

Und wenn dir trotz allem kalt wird – Warmtanzen oder einfach zur Aftershowparty wiederkommen und so tun, als wär man die ganze Zeit dabei gewesen.

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