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Reis

Alles, was du über das Kochen von Reis weißt, ist eine Lüge

Für perfekten Reis braucht man einfach nur Wasser und Reis im Verhältnis 2:1? Leider falsch.
28.4.16

Reis—für viele auf der Welt das Nahrungsmittel, das Leben schenkt. Die kleinen Getreidekörner gehören fest auf den Tisch vieler Kulturen und auch in das Götterreich: In Japan gibt es die Reisgöttin Inari, bei den philippinischen Igorot ist Bulul der Reisgott und auf Bali und Java verehrt man Dewi Sri als Reisgöttin. Reis ist also ganz klar mehr als nur Nahrungsmittel. Reis ist Leben.

Aber fernab der asiatischen Heimat des Götterkorns haben die meisten immer noch keine Ahnung, wie man Reis richtig kocht, ohne dabei den ein oder anderen Kochtopf zu versauen.

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Jeder, der schon einmal sein Glück in der Küche versucht hat, weiß, dass der Schlüssel zu perfekt gegartem, fluffigem Reis die richtige Menge von Wasser und Reis ist, genauer braucht man beides im Verhältnis 2:1 (Volumen). Schade nur, dass das leider total falsch ist, behauptet zumindest Dan Souza, leitender Redakteur von Cook's Illustrated. Er wollte mit wissenschaftlichen Methoden herausfinden,wie das Verhältnis genau sein muss.

Alsohat er mit einem Experiment begonnen: Wasser und Reis im gleichen Verhältnis in einen luftdicht verschlossenen Beutel geben und dann ab damit in kochendes Wasser. Dabei hat er festgestellt, dass unabhängig von der Reissorte ein Verhältnis von 1:1 immer ausreichend war, um den Reis zu kochen.

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Wie kommt es aber, dass das bei uns zu Hause nie so funktioniert?

Verdunstung ist das Stichwort. Wenn du Reis zu Hause kochst und nicht in einem Labor in einem luftdichten Beutel, musst du zum Ausgleich mehr Wasser hinzugeben. Aber wie viel genau das sein muss, lässt sich nur schwer sagen, meint auch Souza. Die Menge des verdunsteten Wassers verändert sich zudem je nach Reismenge, Topfgröße und wie gut der Topfdeckel sitzt.

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Souzas Lösung: Verdunstung so weit wie möglich begrenzen. Ein fest sitzender Deckel ist der Schlüssel zum Erfolg. Und nach ein paar (misslungenen) Versuchen weißt du auch genau, wie viel Wasser du bei deiner Topfgröße und der Luftfeuchtigkeit in deiner Küche benötigst. Im Interview mit Business Insider meint Souza: „Die verdunstete Wassermenge variiert, auch je nach Küche. Wenn man einen Topf hat, bei dem der Deckel nicht gut sitzt, wird mehr Wasser verdunsten. Sitzt er aber richtig fest, verdunstet weniger."

Schaffst du es also, das kniffelige Verdunstungsproblem zu lösen, wird dein Reis bald so göttlich, wie es nur eine japanische Großmutter—oder eben die Fuchsgöttin Inari—hinbekommen würde.