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Kevin Birrell ist der erste nicht-japanische Tetris-Großmeister

Endlich erlöst! Nach 8 langen Jahren vor der Konsole hat Kevin Birrel die finale Tetris-Würfelprüfung mit 3 Steinen pro Sekunde gemeistert.

von Christine Kewitz
02 Februar 2015, 9:43am

Der frisch gebackene Grand Master. ​Screenshot ​Youtube

Wenn​ ​Alexei Paschitnow, der Erfinder des Gameboyklassikers Tetris, das nächste Mal mit seinem Tesla durch die Vorgärten von Bellevue, Washington cruiset und die Inschrift TETRIS auf seinem Nummernschild in der Sonne glänzt, wird er vielleicht in seinen Bart schmunzeln und an einen Mann namens Kevin Birrell denken. Denn dieser Amerikaner darf sich nun offiziell Grand Master im Tetris nennen. Diese seltene Ehre gebührt nur der absoluten Elite des Games, zu der sich bisher lediglich fünf Japaner zählen durften.

Birrell, der auf Twitch unter KevinDDR zu finden ist, müht sich seit mittlerweile acht Jahren im Kästchenuniversum ab. Bereits Anfang dieses Jahres konnte er sich als „Master M" im Spiel Tetris the Grand Master 3: Terror Instinkt feiern lassen. Um die Möglichkeit zur Qualifikation für den Rang eines Grand Master zu erlangen, muss der Spieler in seinen letzten sieben Spielen vier mal als Master M gescort haben. 

Allein für diesen Teil der Prüfung ist eine extreme Leistung in Sachen Tempo und Kombinationsgabe nötig, bei der 999 Teile in möglichst hoher Geschwindigkeit positioniert werden müssen. Dieses Gif beweist noch einmal die reine Schnelligkeit, mit der der Tetris-Großmeister seine Steinchen stapelt (Nein, wir haben die Bildfolge für das Gif nicht beschleunigt, das ist die Originalgeschwindigkeit):

Gif via Youtube

Birrel braucht für die 999 Steine lediglich 6 Minuten, 0 Sekunden und 88 Millisekunden. Das bedeutet, er hat pro Sekunde ungefähr 3 Steine gestapelt, während sich das Spieltempo von schnell zu unsäglich rasant steigert.

Im direkten Anschluss an dieses kleine Aufwärmspielchen werden die Steinchen dann unsichtbar und Kevin muss das Game in der finalen Höchstgeschwindigkeit noch einmal für die Dauer der im Hintergrund laufenden Credits spielen.

Falls es jemand überlesen hat: die Steine sind bei der Spielwiederholung unsichtbar:

Hast du diese Herausforderung vier mal erfolgreich hinter dich gebracht, besteht immerhin die Chance, dass du es zum Grand Master schaffen könntest. Dazu musst du dann natürlich wiederum ein quasi perfektes Spiel abliefern. Geschenkt gibts auch bei Tetris keine Krone. 

That's it!

Zwei Stunden saß Birrell vor dem Rechner und dann geschah das seit acht langen Jahren Ersehnte: High Score geschafft! Erfreulicherweise streamte der Tetris-Crack seine Session gerade bei Twitch, so dass wir uns alle an seiner Freude ergötzen dürfen. Hier könnt ihr euch das Finalspiel noch einmal in voller Länge ansehen:

„That's it!", explodiert Birrell nach dem Spiel förmlich vor Erleichterung. „Wenn ihr gerade in Seattle seit und den Stream seht, schreibt mir eine PM, wir treffen uns und trinken darauf!"​

Wie schwierig das Spiel mit den unsichtbaren Steinen ist, zeigt diese Visualisierung, in der ein Fan die unsichtbare Anordnung sichtbar gemacht. Das Gif zeigt den Zeitpunkt kurz vor Birrells Sieg und verdeutlicht noch einmal, wie knapp es am Ende war:

Wer sich jetzt Sorgen um den jungen Mann macht und glaubt, er könnte in einem postkompetitiven Gaming-Loch ohne Lebensaufgabe versinken, der sei beruhigt. Kevin Birrell, der erste Grand Master außerhalb Japans, hat schon das nächste Ziel vor Augen. Das gleiche noch einmal schaffen, aber mit einer besseren Zeit: