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Sex

Ein eigenes Zimmer für Geschlechtsverkehr? In einer Schule? Was ist da los?

Derzeit macht das Foto einer Kundmachung die Runde, auf dem pubertierende Schüler aufgefordert werden, ihren Trieben doch bitte in Raum 204 nachzugehen.

von Franz Lichtenegger
05 April 2017, 2:15am

Screenshot via Twitter

"Liebe pubertierende Schülerinnen, es ist in letzter Zeit vermehrt zu sexuellen Handlungen in der Schule gekommen. Wir verstehen zwar, dass es gerade in der Phase der Pubertät sehr interessant und auch wichtig ist, seinen Körper zu erkunden. Doch bitten wir Euch, diese Triebe zu Hause bzw. im Geschlechtsverkehrsraum (Raum 204) zu stillen. Eure Schulleitung."

Diese Mitteilung wurde in der Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule St. Johann im Pongau im österreichischen Bundesland Salzburg ausgehängt – samt Schulstempel und vermeintlicher Unterschrift der Direktion. Ein Foto davon kursiert derzeit auf sozialen Medien und wirft damit einige Fragen auf:

Was? Warum hatten wir das früher nicht auch? Ist das Fake? Wenn nein, ist das skandalös oder irgendwie ziemlich verantwortungsvoll? Ich meine, immerhin besser als auf dem Schulklo, oder? Wann ist man heutzutage in der Pubertät? Wie sieht dieser Raum überhaupt aus? Ist die Legende von Raum 204 tatsächlich wahr? Fragen, die uns letztendlich dazu gebracht haben, das einzig journalistisch Richtige zu tun – also bei der Schule anzurufen und nachzuhaken, ob dieses Koitus-Zimmer für pubertierende Schüler wirklich existiert.

Auf Anfrage von VICE bei der BHAK/BHAS St. Johann im Pongau erklärt man uns, dass es diesen Raum nicht gebe. Selbstverständlich, wie man uns sagt. Äh, ja. Total! Ha! Wussten wir.

Jemand habe sich einen üblen Scherz erlaubt, der der Schule nun einige Probleme bereite – Probleme wie unsere Anfrage, zum Beispiel. Zwar weiß man noch nicht, wer dahinter steckt, man sei jedoch entschlossen, den Verantwortlichen zu finden. "Eigentlich wurde der Zettel ja schon vor einigen Wochen aufgehängt. Wir dachten, das wäre inzwischen vorbei – warum es jetzt wieder aufkommt, wissen wir auch nicht." Dürfen wir vorstellen: das Internet!

Franz auf Twitter: @FranzLicht

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