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et maintenant?

Zehn Dinge, die Marcel Reif nach seinem Sky-Abschied tun sollte

Kurz vor Feierabend schlug die Bombe ein: Marcel Reif hört bei Sky auf. Während sich manche fragen, was wir ohne den Superlativ-Meister tun sollen, haben wir uns gefragt: Was wird jetzt aus Reif?

von Markus Hofmann
15 Januar 2016, 5:25pm

Eigentlich wollten wir hier schon langsam die Stühle hochstellen und uns Richtung Feierabendbier verabschieden, da geht in unserem Newsfeed eine echte Bombe hoch: Marcel Reif hört Ende der Saison als Fußballkommentator auf! So sehr sich einige in unserer Redaktion schon auf diesen Tag gefreut hatten, so unvorbereitet traf uns Fußballfans wohl diese Nachricht. Sky Bundesliga ohne Reif, das ist ja fast wie Loddar ohne Frischfleisch an seiner Seite oder Thorsten Legat ohne Fremdschäm-PK!

Wie zu erwarten war, geht das Thema bei Twitter und Co. gerade gut durch die Decke. Vor allem Freunde schlechter Wortwitze scheinen voll auf ihre Kosten zu kommen. Von #ausgereift über #diezeitistreif bis hin zu #reiffürdierente ist alles dabei. Bei aller Kritik und Häme: Kaum ein anderer hat die deutsche Moderatorenlandschaft in den letzten 20 Jahren so sehr geprägt und die Fans so sehr gespalten wie Marcel Reif. Der Grimme-Preis-Träger hat mit seinen Neologismen, Superlativen und kruden sprachlichen Bildern ein jedes Fußballspiel zu einem ausgemachten Rhetorik-Feuerwerk gemacht—im Guten wie im Schlechten. Jetzt ist also Schluss. Und nun?

Weil diese Frage eine bzw. sieben Antworten verdient, haben wir unsere Gehirnmuskeln mal ein bisschen spielen lassen.

Komplettübernahme

Marcel Reif hat in all den Jahren als das Gesicht von Sky Bundesliga bestimmt nicht gerade wenig verdient. Außerdem wohnt der gute Mann in der Schweiz, wo wir nicht erst seit Blatter wissen, dass der Franken-Rubel ordentlich rollt. Mit anderen Worten: Der Typ hat Schotter! Und genau damit kauft er sich die Bundesligarechte und kommentiert in Zukunft einfach alles. Das würde auch der DFL in den Kram passen, die ja schon seit längerer Zeit versucht, den Spieltag so gut es geht kaputtzustückeln. Denn weil Reif ja immer nur ein Livespiel seiner Bundesliga kommentieren könnte, müsste es neun verschiedene Anstoßzeiten geben.

Wechselabsichten

Von wegen Schluss mit dem Kommentieren! Um endlich Budget für einen Top-Fußballkommentator zu haben, mottet das ZDF seine Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen ein und verpflichtet Marcel Reif. Der würde dann nicht nur den leidlich unterhaltsamen Béla Réthy ersetzen, sondern demnächst auch die Länderspiele unserer deutschen Fußballnationalmannschaft mit all seinen Weisheiten und Metaphern kaputtsabbeln. Toll!

Steffen-Seibert-Move

Auch wenn es Bayern-Fans nicht hören können. Für Nicht-Bayern-Fans ist es offensichtlich, dass Marcel Reif am FC Bayern einen Narren gefressen hat. Darum macht er einfach den Steffen-Seibert-Move und schmeißt seinen Job als Fernsehjournalist hin, um FCB-Pressesprecher zu werden.

Dreamteam mit Jauch

Marcel Reif soll bitte zusammen mit Günther Jauch eine Neuauflage von „Die 2 - Gottschalk & Jauch gegen ALLE" ankurbeln, nur eben ohne Gummibär-Thomas. Denn spätestens seit dem 1. April 1998 wissen wir: Reif und Jauch bilden ein kongeniales Duo. Stichwort: Torfall von Madrid. Denn als im Champions-League-Halbfinale zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund plötzlich das eine Tor umfiel, mussten Reif und Jauch insgesamt 76 Minuten bis zum Anstoß überbrücken. Und das machten beide mit soviel Intelligenz und Wortwitz, dass sie dafür den Bayerischen Fernsehpreis erhielten. In diesen 76 Minuten fielen auch echte Knallerzitate wie etwa „Noch nie hätte ein Tor einem Spiel so gut getan" (Reif) oder „Für alle, die nicht rechtzeitig eingeschaltet haben, ... , das erste Tor ist schon gefallen".

Merkelflüsterer

Ganz klar, Marcel Reif will sein rhetorisches Talent endlich mal unter Gleichgesinnten ausspielen. Darum schließt er sich auch der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) an. Nicht nur, dass er den lahmen Laden ordentlich aufmischen würde. Die GfdS berät außerdem auch den Deutschen Bundestag. Und was könnte dieser sich durchweg in Relativierungen flüchtende Haufen besser gebrauchen als den Meister des Superlativs? Stellt euch mal vor: Eine Frau Merkel, die mit reifesker Unverblümtheit Putins Machenschaften kommentiert. Dat knallt richtig!

Zurück an die Uni

Marcel Reif hatte einst hehre akademische Ziele. Nach dem Abi begann er an der Uni Mainz ein Studium der Publizistik, Politikwissenschaft und Amerikanistik. Weil dann aber das ZDF bei ihm anklopfte, hat er am Ende nie fertigstudiert. Darum sagen wird: Die Zeit ist reif (höhö)! Könnte auch eine Bedingung vonseiten der GfdS sein.

Comeback als Werbeikone

Marcel Reif kann noch viel mehr als nur Kommentieren. Wenn man sich diesen Spot aus dem Jahr 1995 anschaut, wird klar: Der Mann gehört vor die Kamera und nicht nur vors Mikrofon. Darum werden wir Reif in naher Zukunft bestimmt bald wieder regelmäßig in bierschwangeren Werbeclips bewundern dürfen.

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