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regionalliga nord-ost

Babelsbergs Trainer rastet wegen „Scheiß Türke"-Aussage aus

Nach dem Regionalliga-Spiel gegen Zwickau hält Cem Efe eine Wutrede. Zuvor sollen seine Spieler rassistisch beleidigt worden sein und Zwickaus Trainer reagierte darauf mit „Das ist nun mal so".

von Benedikt Niessen
02 November 2015, 10:00am

Screenshot Youtube

Wenn der FSV Zwickau beim SV Babelsberg 03 gastiert, ist die Stimmung sowohl auf dem Platz, als auch auf den Rängen immer etwas hitzig und emotional. Nach sechs gelben und einer roten Karte sowie einem provokanten Spruchband der Babelsberger Fans mit der Aufschrift „Wer Deutschland nicht liebt, hat Sachsen gesehen" sorgte diesmal jedoch die Pressekonferenz beider Trainer für den Aufreger des Spiels.

Nach dem 0:0 zwischen beiden Teams aus der Regionalliga Nordost platzte Babelsbergs Coach Cem Efe auf der Pressekonferenz der Kragen. Laut ihm wurde sein Spieler Enes Uzun von der Zwickauer Bank als „Scheiß-Türke" beleidigt und ein weiterer FSV-Spieler habe nach Abpfiff in den Katakomben im Karl-Liebknecht-Stadion „Alles Ausländer hier" gesagt. Zwickaus Trainer Torsten Ziegner reagierte daraufhin recht unbeholfen: „Ich kann auch erzählen, was meine Spieler erzählen, was sie um die Ohren kriegen. Das ist nun mal so. Die eine Seite erzählt es so, die andere erzählt es so." Und für Efe gab es daraufhin kein Halten mehr.


„Ich will hier nicht alles wiedergeben, was gesagt wurde—das ist ein Wahnsinn. Wenn du sagst 'scheiß Türke', ist das doch kein normaler Fall mehr", beschwerte sich der 37-jährige Trainer aus Babelsberg. „Es fallen Worte, das ist schon Diskriminierung. Du kannst alles sagen, aber doch nicht diskriminieren. Sag dem: 'Du Flasche, du kannst nicht Fußball spielen' oder was auch immer. Das akzeptiere ich. Alles andere nicht."

Nachdem sich Efe auch über Zwickaus Co-Trainer beschwerte, später auf seinen Sohn zeigte und die Vorbildfunktion der Trainer hervorhob, entschuldigte er sich für seinen Tonfall. „Es ist unerträglich, wenn Babelsberg gegen Zwickau spielt. So kann man nicht miteinander umgehen."

Anschließend versuchte der Babelsberger Trainer wohl eine harmonische Zukunft anzustreben: „Ich wünsche mir für die Zukunft, dass wir versuchen respektvoll miteinander umzugehen. Aber das passiert jedes Mal und dazu gehören immer zwei Seiten. Aber wir müssen doch mal am Ende sagen können: Jetzt ist alles gut, am Ende ist es nur Fußball!"

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