Interview

"Wir haben den Club von willhaben" – Die Betreiber von Wiens neuem Underground-Club im Interview

Am 31. März eröffnet das Prime in Wien.
17.3.17

Header: Foto von Samantha Tobisch.

Die Coyote-Bar im Bermudadreieck hat schon letztes Jahr zugesperrt. Seitdem wird in diesen Räumlichkeiten gewerkelt und umgebaut – Thomas Dwij und Samuel Adedeji, die Organisatoren vom Prime-Festival, haben dort ihre Location für den gleichnamigen Club gefunden. Das weiß bis jetzt nur kaum jemand, weil die Jungs keine Werbung machen, sich nicht besonders um Facebook kümmern und auch sonst der lebendige Underground sind. Ich habe mich mit ihnen über die Chancen und Risiken vom ersten Bezirk, den angestrebten Sound und über weitere Pläne unterhalten.

Noisey: Wird es am 31. März ein großes Opening geben?
Samuel Adedeji: Nein, das ist nur zufällig die erste Veranstaltung. Techno-Veranstalter haben den Club am 31. März, am nächsten Tag gibt es eine Footwork-Party.

Das klingt ja schon mal ziemlich durchgemischt – welche Musikrichtungen wird es bei euch sonst geben?
Samuel: Wir versuchen, das Festival einfach in einen Club zu bringen – man wird also sämtliche elektronische Musikrichtungen, aber durchaus auch HipHop hören. Subgenre-Veranstaltungen interessieren uns auch sehr. Kann man also noch nicht so fix sagen – wir reden mit einigen Veranstaltern. Dadurch, dass wir nicht so viel Fassungsvermögen haben, fühlen wir uns nicht gezwungen, bei jeder Party 500 Gäste zu haben – und die Fremdveranstalter auch nicht. Auf jeden Fall wollen wir Underground bleiben und ihn auch reproduzieren.

Thema Fassungsvermögen: Wie schaut der Club drinnen aus?
Thomas Dwij: Es wird einen kompakten Dancefloor mit einem angemessenen Soundsystem geben. Dann noch einen eigenen Barbereich mit einer Menge Sitzgelegenheiten. Sagen wir, dass um die 150 Menschen im Prime feiern dürfen.

Wie sehr ist die Lage – das Bermudadreieck im ersten Bezirk – ein Nachteil?
Samuel: Wir sehen es als Vorteil. Die Verkehrsanbindung ist super. Wir finden das eher interessant, dass wir den Underground zum Schwedenplatz bringen.

Wenn ich ein Gast bin: Was muss ich anziehen? Wie muss ich mich verhalten, um reinzukommen?
Thomas: Solange du nicht schon bei der Tür aggressiv, rassistisch oder homophob auffällst, wirst du reinkommen.

Ich kann also auch eine Jogginghose tragen, fettige Haare haben und nicht geschminkt sein.
Samuel: Wenn dir das gefällt und du über 18 bist, gerne.

Welche Veranstalter sind denn genauer mit euch im Kontakt?
Thomas: Deep in Trance zum Beispiel. Im Bereich des Drum'n'Bass hätten wir Vollkontakt und Vienna Drum'n'Bass. Aber wir sind natürlich auch mit anderen Veranstaltern von anderen Musikrichtungen im Kontakt.

Foto: Markus Höller. So sah es beim Prime Festival aus.

Habt ihr nicht Angst, dass es dann zu voll wird? Vollkontakt ist nicht unbedingt klein.
Samuel: Naja, auch die haben ihre Bookings und DJs, die keine Forelle füllen würden. Oder einfach Partys, wo mehr eine kleinere oder familiärere Location gebraucht wird.

Und wie sieht es mit eurer Erfahrung in dem Bereich aus?
Samuel: Ich bin immer schon gern fortgegangen [Gelächter]. Ich habe viel auf Events fotografiert und auch selbst Partys veranstaltet.

Wie zum Beispiel das Prime-Festival?
Samuel: Ja.
Thomas: Ich habe auch das Prime-Festival veranstaltet [Gelächter].

Wie habt ihr eigentlich zusammengefunden?
Samuel: Thomas ist Produzent und ich bin auch sehr musikinteressiert. Da findet man einfach zusammen. Kennengelernt haben wir uns aber beim Counter Strike Spielen. Beim Prime Festival und auch im Club gilt musikalisch: Wir machen nur das, was uns taugt. Es ist immer interessant, wenn man sein Hobby zum Beruf machen kann.
Thomas: Wir sehen das als eine spannende Herausforderung.

Wie ist das mit den Anrainern? Das Flex hatte im ersten Probleme, die Bettelalm auch.
Samuel: Das Lokal gibt es schon seit den 90ern. Wir werden uns um ein gutes Miteinander und eine Koexistenz mit den Anrainern bemühen und werden sicherlich nicht ihre Nerven ausreizen.

Wird es das Prime Festival nochmal geben?
Thomas: Heuer konzentrieren wir uns eher auf den Club und die Etablierung des Clubs, aber es wird das Prime-Festival bestimmt noch mal geben.

Letzte Frage: Wie seid ihr zum Club, also der Location, gekommen?
Samuel: Zuerst war ja ein Club beim Fleischmarkt geplant, aber da haben sich die Anrainer extrem aufgelehnt.

Und woher habt ihr dann diese Location?
Samuel: Von willhaben.

Fredi hat Twitter: @schla_wienerin

**

Folgt Noisey bei Facebook, Instagram und Twitter.