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die alternative

Revolutioniert „The Champions League" den amerikanischen Basketball?

Nächsten Sommer startet in den USA eine Champions League für Basketballer. Für Fans soll sie eine preiswerte Alternative für die Offseason sein, doch auch für Spieler bietet die neue Liga interessante Perspektiven.

von Jermain Raffington
18 November 2015, 2:31pm

Die NBA ist für jeden Basketballer das ultimative Ziel. Doch für die meisten bleiben der glänzende Parkettboden sowie die Arenen der nordamerikanischen Profiliga für immer ein Traum und die Chance, einmal gegen Stars wie LeBron, Kobe oder Steph Curry anzutreten, nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. 2014 gab es circa 5.600 Spieler in der Division I an US-Colleges. Und ohne zu zögern, kann man behaupten, dass ein jeder von ihnen während seiner College-Zeit danach strebte, einen der 450 Plätze bei einem NBA-Team zu ergattern.

Doch was passiert mit den Talenten, wenn sie nach Beenden ihres letzten College-Jahres den großen Sprung nicht schaffen? Für einen Großteil von ihnen ist mit dem Ertönen des finalen Buzzers am College nicht nur ein Spiel zu Ende gegangen, sondern auch ihre Karriere als Basketballer. Denn der Schritt in die europäischen Ligen scheint für viele nicht nur zu gewagt, sondern beinhaltet weitaus mehr, als nur in einem anderen Land zu leben.

Deshalb blieb den meisten Amerikanern bis jetzt nur die NBA-Developmental-League, wenn sie sich auf einem annähernd professionellen Level im eigenen Land präsentieren wollten. Doch auch das Spiel in einer Liga, die oft als das Stiefkind der NBA bezeichnet wird, ist alleine schon aufgrund der Bezahlung der Spieler alles andere als optimal. Hier wird den einstigen College-Stars im besten Fall eine Summe von 25.000 Dollar geboten und hierbei sprechen wir vom Jahresgehalt. Trotzdem entscheiden sich noch immer viele von ihnen für diesen Schritt und hangeln sich in amerikanischen Provinzstädten somit von Saison zu Saison, um ihrem Traum, den Sprung in die NBA zu schaffen, am Leben zu halten.

Doch mit der neuen Champions League, die im Sommer 2016 ihr Debüt geben soll, wird es nun vielleicht eine (vernünftige) Alternative für all diejenigen geben, die den Profibasketball noch nicht abgeschrieben haben und gleichzeitig nicht am Hungertuch nagen wollen.

Wie Sportjournalist Sam Amick von der USA Today berichtet, werden in der Champions League 16 Teams an den Start gehen. Das erste Spiel soll sogar von ESPN3 übertragen werden. Im Unterschied zur D-League werden die Mannschaften in amerikanischen Großstädten angesiedelt und auch die Verdienstmöglichkeiten sollen weitaus lukrativer sein. Bis zu 200.000 Dollar sollen die Spieler der Champions League in einer Saison, die sich über die Sommermonate Juli und August in 30 Spielen erstrecken soll, verdienen können. Dies beinhaltet aber auch eine Verpflichtung der Spieler, an regelmäßig stattfindenden Charity-Events teilzunehmen.

Derzeitig sollen neben der New Yorker Mannschaft, die bereits NBA-Veteranen wie Rasheed Wallace und Al Harrington unter Vertrag genommen haben, Teams in Boston, Miami, Washington, Orlando, Atlanta und Cleveland entstehen. Jedes dieser neuen Teams soll idealerweise mit zwei früheren NBA-All-Stars bestückt sein und von einem NBA-Hall-of-Famer geleitet werden.

„The best of the rest", so lautet das Geschäftsprinzip der Champions League. Unter diesen Rest fallen Spieler, die einen NBA-Hintergrund haben, junge Talente vom College und hochklassige Basketball-Söldner aus Europa. Gleichzeitig wollen die Organisatoren die Zuschauer mit günstigen Ticketpreisen (um die 25 Dollar) zu ihren Spielen locken.

CEO Carl George unterhält gute Beziehungen in die Computerindustrie und sorgt sich deshalb auch nicht um die Finanzierung des ambitionierten Projekts, das er dauerhaft etablieren will. Die Unterschrift von Modemogul Tommy Hilfiger, der als einer der Premiumsponsoren schon an Board sein soll, unterfüttert Carl Georges optimistische Herangehensweise.

Doch es wird sich erst zeigen müssen, ob durch die Mischung aus Ex-NBA-Stars, hungrigen College-Absolventen und US-Basketballsöldnern in Europa eine gesunde Fankultur um die neue Liga wachsen und diese in einem nachhaltigen Maße aufrechterhalten kann. Vor allem mit einem Big-Player wie der NBA im Genick.

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