Das Motherboard-Panel auf der re:publica: Wann ist ein Leak ein Leak?

Live aus Berlin: Wir diskutieren mit der Whistleblower-Unterstützerin Renata Avila und Frederik Obermaier von der Süddeutschen Zeitung über die Panama Papers und die Zukunft des digitalen Investigativjournalismus.

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02 Mai 2016, 1:37pm

Bild: Jan Zappner, re:publica | FlickR | Lizenz: CC BY 2.0

Die Panama Papers markierten nicht nur das größte Leak der Geschichte, sondern auch die bisher prominenteste Investigativ-Geschichte des Jahres 2016. Das Leak brachte jedoch nicht nur Licht ins Dunkel, was die Welt der Briefkastenfirmen angeht, sondern führte schon wenige Stunden nach der Veröffentlichung auch zu einer erstaunlichen Meta-Debatte: Wie sollten Medien über einen Leak von 2,7 Terrabyte berichten? Ist die Berichterstattung über den Leak einseitig und schont US-Politiker, stellt aber Putin übermäßig an den Pranger? Und warum werden nicht einfach alle Dokumente über Wikileaks veröffentlicht?

Die Panama Papers und das „Lügenpresse"-Dilemma

Im Social Media-Zeitalter, in dem der Nutzer zum Sender geworden ist, wird auch die mediale Veröffentlichungsstrategie schnell zu einem Meta-Diskurs. Doch welcher Ethik sollten Whistleblower und investigative Reporter heute folgen, um der Kernaufgabe des Journalismus als Aufklärer und Diener der Öffentlichkeit gerecht zu werden? Welche Rolle spielt investigativer Journalismus in Zeiten von „Lügenpresse" und medialer Vertrauenskrise und wie sorgen Medien dafür, dass die illegalen Geschäfte und Skandale, die sie enthüllen, angesichts des digitalen Grundrauschens und all der Meta-Diskussionen nicht verloren gehen?

Wir freuen uns ganz besonders, auf der re:publica über die Panama Papers, die Ethik des Whistleblowings und die Zukunft des investigativen Journalismus zu diskutieren. Mit dabei sind Frederik Obermaier, der für die Süddeutsche Zeitung über ein Jahr lang an der Veröffentlichung der Panama Papers gearbeitet hat und Renata Avila, die als Menschenrechtsanwältin in Guatemala mit Korruption in Mittelamerika vertraut ist und als Teil der Courage Foundation prominente Whistleblower wie Edward Snowden unterstützt.

Das Panel „Panama Papers: Investigative Journalism, the „Lügenpresse" and the age of Big Leaks" findet am 3.5. um 15:00 Uhr auf Bühne 2 der re:publica in Berlin statt.

Direkt nach dem Panel, um 15:30, diskutieren wir mit Frederik Obermaier und Renata Avila auf Facebook-Live. Diskutiert mit und schickt uns eure Fragen an Leserbriefe@Motherboard.tv oder schaltet unseren Livestream morgen um 15:30 auf unserer neuen Facebook-Seite ein.