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Eine Baby-Roboter-Robbe ließ mein zynisches Herz dahinschmelzen

Für 4.400 Euro kannst du dir eine plüschige Baby-Roboter-Robbe kaufen, die dich alles um dich herum vergessen lässt.
14.1.14
Paro, die Roboter Robbe. Alle Bilder: Derek Mead

Es ist Dienstag, und mitten in der Woche ist es mal wieder entsprechend stressig im Büro. Momentan wünsche ich mir nichts sehnlicher als wieder bei der CES zu sein, zumindest für ein paar Minuten. Aber nicht um mich durch die fehlgeleiteten, „Wearable-Technology" tragenden, auf ihr iPhone starrenden Massen zu schlängeln, denn dass ist meist nicht minder anstrengend. Auch nicht wegen der enormen Produktflut, oder dem innovativen Wutgeschrei der Tech-Giganten—sondern einfach nur um den freundlichen Paro, noch einmal in den Arm zu nehmen. Während der funkelnde Schleier des Consumer-Electronic-Glamour der CES sich langsam verflüchtigt, wird mir nun endgültig klar, was mein persönlicher Höhepunkt der Woche war: Eine simple unbeholfene Umarmung mit einer animatronischen Seerobbe.

Paro ist für sich genommen nichts besonders Neues oder unglaublich innovatives. Paro ist eine japanische Baby-Roboter-Baby-Robbe, die entwickelt wurde, um Kranken und Älteren Gesellschaft zu leisten. Allerdings hat eine Studie von australischen Wissenschaftlern im vergangenen Jahr gezeigt, dass der Roboter auch bei Demenz-Patienten einen „positiven, klinisch bedeutsamen Einfluss auf die Lebensqualität hat, Freude steigert und Anzeichen von Angst reduziert."

Das kann ich nachvollziehen. Schau dir doch nur mal an, wie glücklich es meinen Kollegen Derek machte, als er die Baby-Robbe umarmte.

Auf mich hatte sie auch eine verdammt beruhigende Wirkung.

Und genau diese Entspannung habe ich gebraucht. Sicher, Paro hat seinen stolzen Preis von 4.400 Euro, aber dafür kann Paro auch Namen lernen und sich an deine persönlichen Interaktionen gewöhnen. Paro erinnert uns aber auch daran, dass Technologie mehr sein kann, als das endlose Wettrüsten von Unternehmen oder der Druck der Weiterentwicklung marktfähiger Produkte. Technik kann uns auch einfach instinktiv und auf neue Art und Weise begeistern und schlicht ein lautes Lachen, oder glückliches Grinsen bedeuten.

So wie damals an einem glücklichen Samstag Nachmittag vor vielen Jahren, an dem dir deine Zeitverschwendung mit Super Mario zu deinem Glück genügte. Oder wie beim ersten erfolgreichen Skype-Video-Chat mit deiner Freundin, nachdem du sie wochenlang nicht mehr gesehen hast, während du gerade hunderte Kilometer von zu Hause entfernt unterwegs warst.

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Oder Technologie löst in uns ein grundsätzliches Wohlgefühl aus in Form eines leicht pelzigen, zappelnden Roboters. In seiner Umarmung vergisst du für einen Moment die Drohnen, die NSA-Überwachung und die diebischen Daten-Hacker. Es ist Automatisierung, die sich einfach auf einer fundamentalen persönlichen Ebene gut anfühlen. Diese Schönheit der Maschinen drohe ich tatsächlich manchmal zu vergessen, also: Danke, Paro.

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