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Das diskrete High aus der Marihuanaflasche

Adam Stites ist Marathonläufer und Pilot und will sich nun mit einem Marihuana-Getränk für den angenehm, kontrollierten Rausch aus lokaler Landwirtschaft einen Namen machen.
Bild: Legal. Mit freundlicher Genehmigung

Die wachsende Weed-Industrie der USA ist ein stetiger Quell fantastischer Innovationen. Nun kam ein kleines Start-up mit einer Lösung (im wahrsten Sinne des Wortes) auf den Markt, welche für all diejenigen interessant sein dürfte, die die Wirkungen des gepflegten Marihuanakonsums schätzen, jedoch dampfende Rauchmittel generell verabscheuen: Der Hasch-Drink unter der leicht zu merkenden Marke Legal des Unternehmens mirthprovisions ist seit einigen Wochen im Bundesstaat Washington erhältlich.

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Das Getränk gibt es in den fünf verschiedenen Sorten: Kaffee, Kaffee mit Milch und Zucker, Kirsch, Zitrone-Ingwer und Granatapfel. Wie es sich für ein zeitgemäßes Unternehmen gehört, hat sich die Firma darauf spezialisiert so viele lokale Produkte wie möglich in dem Drink zu verwenden. Für die zentrale Zutat dürfte das in dem Bundesstaat der vor mehr als einem Jahr den Weed-Verkauf legalisiert hat, angenehm einfach werden. Außerdem wartet die leckere Erfrischung mit den 20 Milligramm Marihuana im Drink auch noch mit einem flockigen Firmenslogan auf:

Relax. It's Legal.

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von  mirthprovisions

„20 Milligramm bereiten den meisten Leuten ein angenehmes, moderates High", erzählte mir Adam Stites, Gründer von mirthprovisions in einer E-Mail. „Den meisten geht es mit einem Drink ziemlich gut, manche brauchen aber auch zwei."

Legal vereint lauter positive Eigenschaften für einen entspannten Marihuanakonsum. Flaschengetränke sind wesentlich akzeptierter als Rauchwaren, so dass die Hascheinahme losgelöst vom klassischen Joint weitaus unauffälliger und gesellschaftlich angepasster durchgeführt werden kann. Schon in unserer Motherboard-Doku über das Silicon Valley des Weed in Colorado, hatten wir in den Verkaufsstellen in Denver eine schier unglaubliche Palette an Konsumformen von Marihuana gesehen, zu denen auch Getränkeangebote zählten.

Des weiteren besteht beim Kiffen das Problem, der möglichen unvorhergesehenen Wirkungsintensität durch eine neue Drogenlieferung, ein Krümelchen zu viel oder das ungewünschte Passivrauchen. Legal beinhaltet immer die gleiche Menge an ökologisch einwandfreien, in lokaler Landwirtschaft hergestellten Zutaten und garantiert somit ein absehbares, nettes Rauschgefühl, das mit einer weiteren Flasche kontrolliert gesteigert werden kann.

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„Im Gegensatz zum Rauchen benötigt dein Körper zwischen 45 und 90 Minuten bis er die Wirkung des Marihuanas spürt", so Stites über seinen Drink. „Dafür hält das Gefühl länger an. Rund drei bis vier Stunden. Ansonsten hängt das persönliche Befinden, wie auch bei Joints oder Haschkeksten, von der Anbausorte und deiner individuellen Physiologie ab."

„Wir haben eine 780 Quadratmeter große Abfüllanlage im Südwesten des Staates Washington. Für die Fabrikation verwenden wir lokal angebautes Marihuana, genauso wie Kirschen, Birnen und Äpfel aus der Gegend und für die Süße keine Fruktose, sondern natürliche Agave", erklärte mir Stites, der übrigens nicht nur Getränkeunternehmer, sondern auch Marathonläufer und Pilot ist:

„Wir kaufen unverarbeitetes Marihuana, bringen es in eine flüssige Form, testen den Gehalt, mischen das Getränk, versetzen es mit Kohlensäure und füllen es ab."

Eine Frage ist natürlich noch unbeantwortet, denn obwohl viele in gemütlicher Runde sicherlich schon einmal über Marihuanadrinks philosophiert haben, stellt sie sich einfach von selbst. Wann bist du auf die Idee gekommen?

„Im November 2011 habe ich mit ein paar guten Freunden die Wahlergebnisse des Volksentscheids zur Legalisierung angesehen und dachte plötzlich, über die großartigen Möglichkeiten neuer, einzigartiger Markennahrungsmittel auf Marihuanabasis nach.", erinnert sich Stites an den Augenblick seiner kommerziellen Erleuchtung. „Es gab bereits einen milliardenschweren Markt ohne Namen und ich wollte in dem Sektor eine bekannte Marke etablieren."

Kürzlich ging Legal in den öffentlichen Verkauf, ist jedoch bisher nur in Läden im Bundesstaat Washington erhältlich. Mit den vermehrten Forderungen nach Weed-Legalisierung auch in Deutschland ist vielleicht gerade jetzt ein guter Zeitpunkt als lokaler Vertragshändler schon mal über Vorverträge für das diskrete Flaschen-High nachzudenken.