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Gesundheit

Pizzaschachteln und Burger-Verpackungen könnten Fehlgeburten verursachen

Eine dänische Studie fand heraus, dass Frauen, die eine Fehlgeburt erlitten, oft erhöhte Werte von endokrinen Disruptoren (die in Lebensmittelverpackungen vorkommen) im Blut hatten.
30.4.15
Photo via Flickr user Marc Watheiu

Pizza ist eigentlich unser Freund. Man könnte sagen, sie hat uns manchmal schon das Leben gerettet—wie zum Beispiel kürzlich, als die Polizei zu Pizza griff, um jemanden von seinem Selbstmordversuch abzuhalten—, oder zumindest unser Leben ein kleines bisschen besser gemacht. Was wäre aber, wenn Pizza eine dunkle Seite hätte? Was wäre, wenn Pizza … Babys tötet?

Naja, ganz so ist es nicht. Entschuldigt bitte unsere Übertreibung. Ein bisschen schockiert waren wir aber schon, als wir hörten, dass schwangere Frauen 16 Mal wahrscheinlicher eine Fehlgeburt haben, wenn sie Pizzakartons ausgesetzt sind. Dasselbe gilt für Burger-Verpackungen und mikrowellentaugliche Popcorn-Verpackungen. Nein nein, es geht natürlich nicht um das Essen selbst.

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Obwohl es vielleicht ein bisschen merkwürdig klingt, war das die Schlussfolgerung einer kürzlich durchgeführten Studie der Syddansk Universitet. Fast 400 Frauen nahmen an der Studie teil, von denen 56 vor ihrer 13. Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt erlitten.

Die Studie legte den Fokus auf eine Chemikalienfamilie mit dem Kürzel PFAS (Per- und Polyfluorierte Alkylsubstanzen), die in fettdichten Verpackungen wie Pizzaschachteln, Hamburger-Verpackungen oder Bonbon-Verpackungen vorkommen. Sie werden auch in wetterfesten Möbeln und Sportkleidung verwendet. Die 56 Frauen mit einer Fehlgeburt hatten einen höheren Gehalt an PFA-Substanzen im Blut, die als endokrine Disruptoren bekannt sind. Während schon lange bekannt ist, dass PFAS schädliche Auswirkungen auf die Entwicklung und die Fortpflanzung haben, waren sogar die Forscher geschockt, wie stark der Einfluss dieser Substanzen ist.

Die leitende Forscherin Tina Kold Jensen sagte zur dänischen Tageszeitung Fyens Stiftstidende: „Anfangs konnte ich es nicht glauben … normalerweise stellen wir ein eineinhalb oder zwei Mal größeres Risiko fest, aber das 16-fache ist weitaus mehr, als wir erwartet hatten." Sie fügte hinzu, dass diese Stoffe nicht auf den Verpackungen gekennzeichnet werden müssen, weil sie genau genommen Teil der Verpackung und nicht des Essens sind. Der Konsumentenschützer Claus Jørgensen merkte an, dass eines der größten Probleme mit PFA-Substanzen darin liegt, dass „sie sich im Körper ansammeln und ihn nie wieder wirklich verlassen".

Diese Chemikalien sind uns nicht ganz unbekannt. Wie Newsweek anmerkt, ist die Verwendung von bestimmten per- und polyfluorierten Chemikalien in Haushaltsprodukten in der EU bereits stark eingeschränkt, besonders Perfluoroctansulfonat (PFOS).

Jensen sagte zur Newsweek, „Ich bin keine Politikerin, aber ich glaube, politische Maßnahmen müssen ergriffen werden, um diese Chemikalien zu verbieten. Frauen sollten in der Lage, alles essen zu können, was es im Supermarkt gibt." Die dänische Umweltschutzbehörde untersucht diese Angelegenheit derzeit, um die Sicherheit für die Konsumenten zu erhöhen.

Wissenschaftler haben auch Bedenken, dass PFAS ähnlich negative Auswirkungen auf die Zahl und die Qualität der männlichen Spermien haben könnten. Sie räumen aber ein, dass ein größerer Stichprobenumfang nötig sei, um verlässlichere Schlüsse zwischen PFAS und der Fortpflanzungsgesundheitheit zu ziehen.