Österreich

Wir wollen wissen, wie es beim Bundesheer wirklich zugeht

Ein 19-jähriger Rekrut starb während eines Marsches an einem der heißesten Tage im Jahr. Wir wollen verstehen, was junge Menschen sonst noch so im Bundesheer-Alltag erleben. Helft uns dabei.
8.8.17

Es ist Donnerstag, der 3. August 2017. Zu Spitzenzeiten hat es 35 Grad. Büros geben hitzefrei. Bäder werden überrannt. Und ein 19-jähriger Rekrut stirbt bei einem Marsch. Anfangs ist von einer bakteriellen Infektion die Rede. Wenig später gibt die Staatsanwaltschaft Krems bekannt, dass die Überhitzung seines Körpers zum Herzstillstand geführt hat.

Seine Beschwerden währenddessen wurden Berichten zufolge ignoriert. Unter mehreren Postings zum Thema liest man von unterschiedlichen Personen, dass schon am Vortag bei einem Marsch über 20 Personen kollabiert sein sollen. Die Geschichte erinnert an einen ähnlichen Vorfall aus Deutschland, bei dem Anfang August ebenfalls ein Rekrut bei einem Marsch gestorben ist. Das Ganze ist keine Szene aus Full Metal Jacket, sondern aus dem niederösterreichischen Horn.

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Der Falter hat den Vater eines Kameraden des Verstorbenen ausfindig gemacht – dieser erzählt, zusätzlich zu den ohnehin schlimmen Schikanen, auch noch von aggressiver, sexistischer und extrem herabsetzender Sprache seitens der Ausbildner:

Unter dem Tweet und zahlreichen anderen Postings zum Thema ist der Tenor ziemlich eindeutig. Menschen schreiben immer und immer wieder: "Das war doch schon immer so!" oder: "Das wird Ihnen jeder so erzählen, der irgendwann beim Heer war!" Aber nur, weil etwas schon immer so war, heißt es nicht, dass man es nicht aufzeigen sollte. Darum bitten wir um eure Mithilfe:

Helft uns, zu verstehen und zu zeigen, womit Rekruten in ihrem Alltag beim Österreichischen Bundesheer konfrontiert sind. Erzählt uns eure Geschichten: Was habt ihr erlebt? Wie wird in österreichischen Kasernen mit jungen Männern und auch Frauen umgegangen? Habt ihr versucht, eure Erlebnisse anzusprechen? Wenn nein, warum habt ihr die Geschichte für euch behalten?

Wir sind für jeden eurer Beiträge dankbar und behandeln sämtliche Einsendungen natürlich mit absoluter Verschwiegenheit, wenn von euch nicht anders gewünscht. Ganz egal, was genau vorgefallen ist und ob ihr selbst betroffen wart oder eure Kollegen. Schickt uns eine Mail oder schreibt uns eine Nachricht auf Facebook. Damit sich die Dinge hoffentlich ändern.

Verena auf Twitter: @verenabgnr

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