Scherzanruf

Prank Call: Rick von 'Rick and Morty' hat die größte Megachurch der USA verarscht

Die ganze Sache eskalierte natürlich ziemlich schnell – immerhin für einen guten Zweck.

von Beckett Mufson
07 September 2017, 9:30am

Telefonstreiche sind eine hohe Kunst. Während sie einerseits schnell kindisch anmuten, sind sie mit der richtigen Herangehensweise andererseits ein praktisches Werkzeug der Genugtuung. Jetzt ist die größte Megachurch der USA einem solchen Prank Call zum Opfer gefallen. Deren vorsitzender Pfarrer Joel Osteen steht derzeit heftig in der Kritik, weil er sich anfangs weigerte, seine Kirche in Houston für Hilfsbedürftige zu öffnen, die nach Tropensturm Harvey nun ohne ein Dach über dem Kopf dastehen. Als Grund gab er an, dass die Lakewood Church ebenfalls von den Überflutungen betroffen sei. Dann tauchten in den sozialen Netzwerken jedoch Bilder auf, die das Gegenteil bewiesen, und der Shitstorm war perfekt.

Am anderen Ende der Leitung saß niemand Geringeres als Rick Sanchez von Rick and Morty. Die Comedy-YouTuber von H3H3 Productions haben Justin Roiland, den Mitschöpfer der beliebten Cartoon-Serie, zu ihrem Podcast eingeladen, um Geld für den Wiederaufbau von Houston zu sammeln. In diesem Zug rief Roiland bei Osteens Gebetshotline an – und zwar mit Ricks charakteristischer Reibeisenstimme und Skepsis gegenüber allem Übernatürlichen. Wie zu erwarten war, nahm das Telefonat schnell bizarre Züge an.

Nachdem er sich als Rick vorgestellt hatte, teilte Roiland der verwirrten Telefonistin mit, dass er 83.897 Dollar für Joel Osteen hätte und zum Beten bereit wäre. Es wurde schnell klar, dass es zu keinem Gebet kommen würde, und die Mitarbeiterin der Megachurch versuchte stattdessen, mit der Kraft des unverständlichen Kauderwelschs zu überzeugen. Zwar gibt es einige neurologische Belege für die Authentizität der Zungenrede, aber ob sie auch gegen Scherzanrufe hilft, weiß man nicht.

Wenn man Rick dabei zuhört, wie er mit der Mitarbeiterin einer Gebetshotline um die Gesprächshoheit kämpft, erinnert man sich direkt an die verrückten Rick and Morty-Folgen, bei denen interdimensionales Kabelfernsehen im Mittelpunkt steht. Leider hat Produzent Dan Harmon schon verkündet, dass das beliebte Episodenformat in der dritten Staffel nicht zurückkehre, aber wir würden uns auch mit interdimensionalen Telefonstreichen zufriedengeben.

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