Illustration: Ryan Meinderding | Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von Marvel Studios

Ich habe alle Marvel-Filme in einer Woche geschaut, jetzt liebe ich den Scheiß

Ich hatte keinen Plan von den Superhelden, aber seit 'Avengers: Infinity War' reden meine Freunde über nichts anderes. Hier sind meine Eindrücke nach fast 40 Stunden und 18 Filmen.

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Mai 15 2018, 5:00am

Illustration: Ryan Meinderding | Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von Marvel Studios

Dieser Artikel enthält Spoiler für alle Marvel-Filme.

Ich habe ein Geheimnis: Bis vor wenigen Tagen hatte ich bis auf Iron Man (den ersten von 2008) keinen Film aus dem Marvel Cinematic Universe (MCU) gesehen. Ich, eine Schwarze Kanadierin, hatte noch nicht einmal Black Panther geschaut.

Zum Teil kann ich die Schuld auf meine etwas spezielle Erziehung schieben: In meiner Kindheit – der Ära der VHS-Kassette – erlaubten meine Eltern mir keine Action-Blockbuster. Stattdessen kauften sie alle möglichen Arthouse-Filme (anscheinend glaubten sie nicht, dass Belle de Jour mich fürs Leben zeichnen würde). Also hatte ich schon immer ziemlich wenig Ahnung vom Mainstream-Kino.


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Ich interessierte mich auch als Erwachsene nicht für Menschen in Stretch-Outfits und Umhängen. Aber dann kam Avengers: Infinity War. Anscheinend kämpfen die Helden und Heldinnen darin gegen einen wandelnden, sprechenden Daumen namens Thanos? Alle redeten nur noch über diesen Film, ich kapierte nichts. Es war eindeutig Zeit, meine Superhelden-Hausaufgaben zu machen. Also habe ich alle bisherigen 18 Marvel-Filme in einer Woche geguckt. Das habe ich in den fast 40 Stunden gelernt:

Iron Man (2008) oder "Der Anzug, aus dem ein Franchise wurde" (Laufzeit: 2 Stunden, 6 Minuten)

Vor einem Jahrzehnt dokumentierte dieser Film Tony Starks (Robert Downey Jr.) Verwandlung von einem arroganten, reichen, versoffenen Haudegen in einen aufrichtigen, patriotischen Haudegen in Metallrüstung. Der Plot dreht sich um handelsübliche Industriespionage, aber ich amüsiere mich großartig dabei, Tony anzupöbeln und zu seufzen, wenn er seine Assistentin Pepper (Gwyneth Paltrow) anlächelt. Damals im Kino habe ich den Abspann nicht abgewartet. Als jetzt am Ende des Films Nick Fury (Samuel L. Jackson), der Direktor des Geheimdiensts S.H.I.E.L.D., auftaucht, wird mir klar: Wäre ich damals sitzen geblieben, hätte mich die Flut weiterer Marvel-Filme nicht so überrascht. Vermutlich werden es am Ende Millionen ... und die bis dato gedrehten habe ich fast alle noch vor mir.

Der unglaubliche Hulk (2008) oder "Weiße Leute spielen mit Wissenschaft rum" (Laufzeit: 2 Stunden, 15 Minuten)

Wow. Zu viele Emotionen. In dieser Version von Bruce Banners (Edward Norton) Hulk-Saga gibt es eine schwere Posttraumatische Belastungsstörung, gruselige staatliche Todesschwadronen und Liv Tyler. Ich habe deutlich weniger Spaß an dem Film als an Iron Man. Ich mache diesen Marathon doch nicht, um mich mit realen Problemen zu befassen, Leute! Was die Hulks angeht, ist Norton definitiv mein Favorit. Sein schmerzverzerrtes, schwitzendes Gesicht erinnert mich an Fight Club.

Iron Man 2 (2010) oder "Hey Tony, hör endlich auf anzugeben!" (Laufzeit: 2 Stunden, 4 Minuten)

Zurück zu Tony, meinem verantwortungslosen Favoriten. Iron Man 2 stellt uns Black Widow (Scarlett Johansson) vor. Es stellt sich nämlich raus, dass Tony ein bisschen Schutz braucht, weil er einfach nie die Klappe hält und alle wissen lässt, dass er Iron Man ist. Er muss sich mit seinem Verhältnis zu seinem Alter Ego auseinandersetzen und lernt dazu. Ich habe zwar null damit gerechnet, dass Tony eine charakterliche Entwicklung durchläuft, schlimm finde ich es allerdings auch nicht.

Bisher hat dieses Franchise keine beeindruckenden Oberbösewichte zu bieten, aber der seltsame, rachsüchtige Whiplash (Mickey Rourke) mit seinen abfälligen Sprüchen macht durchaus Spaß. Außerdem ist es sehr cool, dass Tonys BFF James Rhodes aus dem ersten Film wieder dabei ist, auch wenn er sich ein neues Gesicht zugelegt hat – im ersten Film spielt ihn Terrence Howard, im zweiten ist es Don Cheadle.

Thor (2011) oder "Stop! Hammer Time!" (Laufzeit: 1 Stunde, 55 Minuten)

Den ganzen Film über bin ich ein bisschen benebelt von Chris Hemsworths Schönheit. Sein markanter Kiefer rettet mich über viel mythologisches Science-Fiction-Blabla hinweg. Ich finde es ja toll, dass die Macher diese Welt mit so viel Liebe zum Detail gestalten. Ich kann mir bloß nicht alles merken. Denkwürdig an Thor finde ich vor allem die Szene, in der Thor Mjölnir (seinen großen CGI-Hammer) nicht mehr heben kann. Der traurigste Bro-Moment, der je über eine Leinwand bro'te.

Captain America: The First Avenger (2011) oder "Sicher, dass das nicht Hellboy ist?" (Laufzeit: 2 Stunden, 5 Minuten)

Ja, verdammt! Jetzt kommen langsam die Sachen, die ich mir von diesem Kino-Universum erhofft habe. Allerdings muss ich sagen, dass sich mir hier ständig Vergleiche mit Hellboy aufdrängen: okkulte Magie, eisige Tundra, knallrote Gesichter, nazi-artige Gegner beziehungsweise echte Nazis. Trotzdem, das hier ist bisher eindeutig mein Lieblingsfilm von Marvel. Steve Rodgers (Chris Evans) ist ein Ehrenmann, sein Schild besteht aus Vibranium und sein Gegner Red Skull (Hugo Weaving) hat nicht nur eine beeindruckend große Stirn, sondern ist auch ein richtig böser Bösewicht. Cap ist außerdem emotional zugänglicher als die Milliardäre, grünen Monster und Donnergötter, die sonst so durch das MCU schwirren. Und anscheinend entwickle ich jetzt, nach etwa zehn Stunden Marvel-Marathon langsam eine emotionale Bindung zu fiktiven Figuren.

The Avengers (2012) oder "Lasst uns (mal wieder) New York zerstören!" (Laufzeit: 2 Stunden, 23 Minuten)

Jetzt sind sie alle vereint! Aber ehrlich gesagt langweilt mich dieser Film ein bisschen. Ich habe schon so oft gesehen, wie krasse Monster und Bösewichte New York in Schutt und Asche legen, dass ich dabei kaum noch etwas spüre. Klar ist es spannend zu sehen, wie Thor, Iron Man, Captain America, der Hulk (die Mark Ruffalo-Edition), Black Widow und Hawkeye in ihrer berühmten Truppe zusammenarbeiten. Aber ich hätte gern vor der ganzen Zerstörung gesehen, wie die Avengers à la Friends in einem Café abhängen und Witze reißen. Da sie jeweils nur ungefähr zwölf Zeilen sprechen dürfen, fällt es mir schwer, mich um ihr Schicksal zu scheren. Außerdem sind da viel zu viele CGI-Aliens!

Iron Man 3 (2013) oder "Zu viele Iron Men" (Laufzeit: 2 Stunden, 15 Minuten)

Tony Stark ist der letzte Proll in Designerschuhen – und ich liebe es. Er braucht einen echten Therapeuten (und nicht Bruce Banner), einen langen Yoga-Retreat und er muss AUFHÖREN, MIT DER PRESSE ZU SPRECHEN. Ja, er ist ein Genie, trotzdem hat er die wichtigste Superhelden-Regel missachtet: Du musst deine Identität um jeden Preis geheim halten. Schön zu sehen ist deshalb, dass er in diesem Film endlich mit den Folgen seiner großen Klappe umgehen muss. Die Szene, in der sein Haus im Ozean versinkt, finde ich höchst befriedigend. Allerdings habe ich es langsam satt, ständig Tonys schreckliche Vergangenheit durchzukauen. Ja, er war ein richtiger Arsch. Wir haben es verstanden.

Thor – The Dark Kingdom (2013) oder "Loki braucht Therapie" (Laufzeit: 1 Stunde, 52 Minuten)

"Dein Geburtsrecht war allein der Tod!" Alles klar, Allvater Odin (Anthony Hopkins), so sorgst du bestimmt dafür, dass dein mordlüsterner Sohn dich lieb hat. Wäre ich Loki (Tom Hiddleston), ich würde mich auch nur noch schwarz kleiden und versuchen, meinem Bruder das Leben schwer zu machen. Loki ist ein einziger Minderwertigkeitskomplex in Lederkluft. Ich bin mir außerdem tausendprozentig sicher, dass der Nachtkönig aus Game of Thrones in diesem Film dabei ist. Insgesamt ist es dieses Mal deutlich einfacher, dem ganzen mythologischen Science-Fiction-Blabla zu folgen, weil ich weiß, dass Thor noch seinen Hammer schwingen und reihenweise Feinde niederstrecken wird. Außerdem bietet diese kaputte Familiendynamik erstklassiges Drama!

Captain America 2: The Return of the First Avenger (2014) or "Freunde – wer hat schon welche?" (Laufzeit: 2 Stunden, 16 Minuten)

Captain America ist zurück in der Zukunft, nachdem er jahrzehntelang eingefroren war, und jetzt verteilt er ordentlich Arschtritte. Steves Gewöhnung an die Moderne ist sehr charmant (dieses kleine Notizheft!), aber es macht mich traurig, dass alle, die er damals kannte, schon tot sind – alle außer seinem blutrünstigen besten Freund. Ihr könnt mich gern auslachen, aber ich hatte keine Ahnung, dass der Winter Soldier Bucky unter Einfluss einer Gehirnwäsche ist. Ganz schön harter Tobak!

Mehr Nick Fury habe ich noch in keinem Film zu sehen gekriegt, und ich will mehr! Er ist ein ruhiger, kompetenter Anführer, und er hat sogar eine Sicherheitsfreigabe für sein blindes Auge organisiert – eindeutig ein vorausschauender Pragmatiker. Ich liebe auch, dass er zu Steve sagt "Vertraue niemandem!", und Steve erzählt nicht nur allen, was Nick gesagt hat, sondern vertraut einfach jedem. Und ich shippe Steve und Black Widow. "War das dein erster Kuss seit 1945?" Seufz.

Guardians of the Galaxy (2014) oder "Ich bin doch nicht zum Heulen hier, ihr Arschlöcher" (Laufzeit: 2 Stunde, 5 Minuten)

Mir gefällt diese mutige, buntgemischte Familie und ihre zahlreichen Gefühlsverirrungen – und vor allem gefällt mir der Soundtrack. Da ist Star-Lord (Chris Pratt), eine wandelnde Jukebox, die als Kind von Aliens entführt wurde; Rocket, der kleptomanische Waschbär (im Original Bradley Cooper, lol); unser aller Lieblingsbaum Groot (Vin Diesel); Gamora (Zoe Saldana), die entnervte Auftragsmörderin; und eine wandelnde Rachemaschine namens Drax (Dave Bautista). Es gibt wichtige Story-Elemente™ mit den Infinity-Steinen™, aber wirklich begeistert hat mich die Wärme und Liebe zwischen den Charakteren. Selbstgewählte Familien unterstützen einen, komme was wolle, und es ist beruhigend, dass das auch für andere Galaxien gilt. Außerdem: NIEMAND HAT MIR GESAGT, DASS BENICIO DEL TORO IN DIESEM FILM MITSPIELT UND ICH BIN SAUER!

Avengers: Age of Ultron (2015) oder "Bruder, ich habe doch schon gesagt, es gibt zu viele Iron Men" (Laufzeit: 2 Stunden, 22 Minuten)

Und da sind wir wieder! Nichts ist so cool, wie der Gang dabei zuzusehen, wie sie miteinander abhängt, sich besäuft und von fühlenden Maschinen attackiert wird. Nach diesem hier habe ich mich sogar auf mehr Gruppenfilme gefreut. Die Chemie zwischen den Helden ist solide, New York bleibt verhältnismäßig unversehrt, und Tony und Bruce sind eindeutig verantwortlich für dieses Roboter-Chaos – und alle wissen es. Hier verstehe ich außerdem zum ersten Mal, warum es Sinn macht, alle vorherigen Filme gesehen zu haben. Zwischen gigantischen Explosionen und beispielloser Zerstörung bleibt einfach nicht genug Zeit für großartige Charakterentwicklung.

Ant-Man (2015) oder "OK, hier habe ich geschummelt" (Laufzeit: 1 Stunde, 58 Minuten)

Nach der Konsultation einiger Marvel-Experten wusste ich: Den hier kann ich ein bisschen überspringen. Also habe ich mir den Film bei der Arbeit "angesehen". Sorry, Paul Rudd. Alles, was ich weiß: Du bist in normaler Menschengröße und dann irgendwann nicht mehr. Oh, und Michael Douglas spielt auch mit. Marvelfilme sind wirklich immer erstklassig besetzt.

Captain America: Civil War (2016) oder "Konsequenzen! Endlich!" (Laufzeit: 2 Stunden, 28 Minuten)

Captain America liebt Bucky WIRKLICH. Auch ich würde auch für meine beste Freundin ans Ende der Welt gehen und ihre Kaution zahlen, wenn sie festgenommen wird. Ich würde dabei aber vielleicht nicht unbedingt einen Krieg innerhalb meines Superhelden-Squats anzetteln. Dass Steve Bucky um jeden Preis beschützen will, hat mir ein bisschen das Herz gebrochen. Er hat wahrscheinlich am meisten von allen Avengers verloren (schreibt mir bitte keine Nachrichten, in denen ihr mich berechtigt). Und dann einen Krieg mit seinen Freunden und Kameraden vom Zaun brechen, um seine letzte Verbindung zur Vergangenheit zu schützen? Wirklich rührend. Ganz allgemein berühren mich die Captain America-Filme emotional immer am meisten – und ich bin immer wieder darüber erstaunt! Es ist anscheinend Steves Ding, bis zum Erbrechen loyal zu sein, selbst als Outlaw. Das wird ihn eines Tages noch umbringen.

Doctor Strange (2016) oder "Sherlock Holmes mit Medizinstudium" (Laufzeit: 1 Stunde, 55 Minuten)

Bei diesem vermeintlichen Iron-Man-Abklatsch haben wir es mit einem arroganten und talentierten Mann zu tun, den ein traumatisches Erlebnis für immer verändert und zu einem ehrlichen Beschützer des ... nun, dieses Mal ist es das Universum ... macht. Marvel, ich muss wirklich niemand Neues mehr kennenlernen. Bitte hört auf, ständig neue Figuren einzuführen. Ich habe noch nie LSD oder Pilze genommen, aber vor dem Film hier habe ich einen Gras-Brownie gegessen. Ich hatte einen ziemlich schlechten Trip, als Doctor Strange (Benedict Cumberbatch) die außerirdische Lebensform Dormammu (im Original auch Cumberbatch) in der Zeitschleife gefangen hielt. Dormammu sieht übrigens aus wie ein leuchtender Ent. Du weißt schon, die Baumwesen aus Herr der Ringe.

Guardians of the Galaxy Vol. 2 (2017) oder "Waaaaahhhhhhhh" (Laufzeit: 2 Stunden, 18 Minuten)

Ich habe viel geweint. Thanos' (Josh Brolin) Töchter streiten sich schrecklich, Star-Lord lernt seinen außerirdischen Vater kennen und beerdigt seinen Ziehvater Yondu (inklusive Yusuf/Cat Stevens-Gesang) ... dieser Film war viel emotionaler, als ich erwartet hatte. Baby Groot und seine liebevolle und durchgeknallte Familie werden dem Hype absolut gerecht. Außerdem bin ich sehr gespannt auf Teenie-Groot. Der muss ein absoluter Albtraum sein, den ich nur zu gerne sehen würde.

Spider-Man: Homecoming (2017) oder "Welche Spider-Man Neuauflage ist das jetzt?" (Laufzeit: 2 Stunde, 13 Minuten)

Zu diesem Film hatte ich ziemlich viele Vorurteile, wenn ich ehrlich sein soll. Ich habe die Toby-Maguire-Spider-Man-Trilogie der Prä-YouTube-Ära noch im Kino gesehen und mich durch die Andrew-Garfield-Neuauflage gequält, weswegen mir der Sinn hinter noch einem Spider-Man verborgen blieb. In den Worten von Titus Andromedon (aus The Unbreakable Kimmy Schmidt): Es gibt zu viele Spider-Men!

Aber Baby-Peters enthusiastischer und unbeholfener Start als der freundliche Spinnen-Typ von nebenan; Tony Starks Rolle als betrunkener Onkel, den man einfach beeindrucken will; Michelle (Zendaya) und ihre Verzweiflung; und Donald Glover und seine Eiscreme haben dieses Werk zu meinem tatsächlichen und wahrhaftigen Lieblingsmarvelfilm gemacht. Er macht eine Menge Spaß, ist inspirierend und gleichzeitig das totale Chaos. Kurzum: Er ist genau wie ich.

Thor: Tag der Entscheidung (2017) oder "Es ist nicht Hammer Time" (Laufzeit: 2 Stunden, 10 Minuten)

In Thor 3.0 gab es endlich einen Gott, der ein totales Wrack war. Dank der Sünden seines Vaters bricht seine Welt um ihn herum zusammen, eine Entwicklung, die tatsächlich etwas poetisches hat. In Tag der Entscheidung gab es gehässige Schwestern und noch mehr Daddy-Issues, Hulk lebt seine Wut in einer Arena aus, und pünktlich zum Frühling hat Thor außerdem einen schicken neuen Haarschnitt! Ich habe bei den anderen Filmen ein bisschen gekichert – abgesehen von Guardians und Spider-Man habe ich nirgendwo durchgehend gelacht –, aber das hier war ein echtes Schmuckstück. Es wird noch einen Thor-Film geben, oder? ODER?

Black Panther (2018) oder #Vibranium (Laufzeit: 2 Stunden, 15 Minuten)

Hier kommt also das ganze Vibranium her, Leute! T'Challa (Chadwick Boseman) ist ein cooler Held, aber für meinen Geschmack etwas zu nobel. Ich bin mehr Team-Killmonger (und das hat überhaupt nichts mit Michael B. Jordans Sixpack zu tun, absolut nicht). Killmongers Strategie wird den Menschen, denen er helfen will, zwar nichts als Chaos, Krieg und Tod bringen, aber immerhin ist er ein Mann der Tat. Es hat mir wehgetan, ihn sterben zu sehen. Trotzdem nehme ich aus diesem Film sehr viel Positives mit. Schwarzsein, so viel ist klar, ist super und wird es immer sein – egal, ob im fiktionalen Wakanda oder der sehr echten Welt. Außerdem: #Shuri4Life!

Avengers: Infinity War (2018) oder "Leute, meint ihr das jetzt wirklich ernst?" (Laufzeit: 2 Stunden, 40 Minuten)

© Marvel Studios 2018

ECHT JETZT? [ACHTUNG RIESENSPOILER] Ich habe 18 Marvel-Filme gesehen und dann kommt Thanos mit seinen Riesenpranken vorbei, schnappt sich alle Infinity-Steine™ und löscht das halbe Universum aus? Das ist übrigens die komplette Handlung. Überraschung! Und Dr. Strange, der DIE ZEIT SELBST beherrscht, kann dieses Unheil nicht ungeschehen machen? Ich hätte fast mein Popcorn auf die Leinwand geworfen.

Hier sind ein paar Sachen, die ich nicht so geil fand: Peter Parker heult in Tonys Armen, bevor er zu Asche wird, und T'Challas (der ist doch gerade erst König geworden!) und Groot (SCHON WIEDER) segnen ebenfalls das Zeitliche. Man munkelt, dass sein letztes Wort an Rocket "Papa" war. Mir ist auch aufgefallen, dass kein Haupt-Avenger gestorben ist. Thanos' Handschuh scheint also zwischen Haupt- und Nebendarstellern zu unterscheiden. Was soll die Scheiße? Ich weiß, dass für viele dieser toten Helden weitere Filme geplant sind – und dass das hier offensichtlich ein Zweiteiler ist. Trotzdem fühle ich mich, als hätte mir jemand in den Bauch geboxt.

Es war ein wilder Ritt. Eine ganze Woche lang vor der Kiste zu hängen, hat sich total ausgezahlt, als alle Figuren – ausgestattet mit Superkräften oder fortschrittlichen Technologien oder Walkmans voll mit geilen 80er Hits – in diesem Film zusammenkamen. Du hast mich, Marvel. Ich bin dein. Nimm all mein Geld, aber das mit dem Ende von Infitiy War bügelst du wieder aus, OK?

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