Hangover-News, 16. April 2018

5 News vom Wochenende, die du nicht verpasst haben solltest

Rechte hassen plötzlich Trump, Chinas WhatsApp verbannt homosexuelle Inhalte und Horst Seehofer sucht eine Frau.
Screenshot: YouTube

Na, habt ihr das Wochenende in Harmonie verbracht oder gab es Zoff? Wer zum Wochenstart noch Anregungen für besonders gute Beleidigungen braucht, kann wie immer flugs durch den Twitter-Stream von US-Chefkrawallo Donald Trump scrollen. Der liegt weiter im Zoff mit dem früheren FBI-Chef James Comey, weil dieser Trump in einem neuen Buch nicht nur für "moralisch ungeeignet" hält, sondern ihm auch die Methoden eines Mafia-Mobsters vorwirft. Der wiederum hat all seine Größe zur Schau getragen und Comey auf Twitter als "schwachen Schleimbeutel" bezeichnet.

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Trump hat aber noch ein weiteres Problem: Seine rechten Unterstützer wenden sich von ihm ab. Außerdem in unserem News-Überblick: Eines der wichtigsten chinesischen Social Networks zensiert Homosexuelle, ein 15-Jähriger soll seine Schule angezündet haben und Horst Seehofer sucht eine Frau. Willkommen bei den Hangover-News.

Rechter Talkshow-Host heult wegen Trumps Syrien-Einsatzes

Die USA haben in der Nacht von Freitag auf Samstag zusammen mit Frankreich und Großbritannien mehrere Ziele in Syrien angegriffen, darunter eine Forschungseinrichtung für Chemiewaffen in Damaskus, ein Kommandozentrum und eine Lagerstätte für Sarin in Homs. Die NATO begrüßt den Einsatz, die Kanzlerin nennt ihn "erforderlich und angemessen", Ausgerechnet Trumps treueste Fans sehen das allerdings anders.

Trumps Lieblingssender Fox News wettert vehement gegen die US-Beteiligung an dem Militärschlag. Der Krawallo-Talkshow-Host Alex Jones hat sich sogar live ein paar Tränen der Wut über den Präsidenten rausgekämpft. Er jammerte: "Er war so gut unterwegs und das macht es jetzt so schlimm. Wir haben so viele Opfer gebracht und jetzt scheißt er auf alles." An anderer Stelle grölt er in einer Pause der Show: "Fuck Trump. Fuck Trump. Fuck Trump."

Für Jones sind theatrale Ausbrüche nichts Neues, schon häufiger hat er in seiner Show geweint.

Donald Trump selbst war allerdings zufrieden und twitterte: "Mission Accomplished", ein Spruch, der 2003 beim Irakkrieg schon George W. Bush zum Verhängnis wurde. Denn nachdem er das Ende der Mission verkündete, ging der Irak-Einsatz noch acht Jahre weiter.

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Chinesisches WhatsApp verbannt homosexuelle Inhalte

Der chinesische Messengerdienst Weibo will die Nachrichten seiner über 300 Millionen Mitglieder genauer überwachen und sie beispielsweise von Homosexualität "säubern". In neuen Richtlinien heißt es, dass unter anderem Mangas, Spiele, Texte und Videos auf Pornografie, "blutige Gewalt" und homosexuelle Inhalte kontrolliert werden sollen. Drei Monate soll die Zensurkampagne laut engadget/AFP vorerst dauern. Zehntausende User posteten nach der Ankündigung Kommentare mit dem dann schnell gebannten Hashtag #ichbinschwul. In China ist Homosexualität seit 1997 legal, seit 2001 wird sie nicht mehr als psychische Krankheit geführt.

New Yorker Anwalt und Umweltaktivist zündet sich aus Protest an

Ist schon ein bisschen her, aber 2000 hat Hilary Swank für "Boys Don’t Cry" einen Oscar als beste Hauptdarstellerin gewonnen. Sie spielte Brandon Teena, einen Trans-Mann, der in Nebraska ermordet wurde, ohne dass der Sheriff des Countys ihn ausreichend geschützt hätte. Im wahren Leben war damals David Buckel Chefankläger gegen das County Richardson, er wurde zu einem bekannten Anwalt und Umweltaktivisten in den USA. Am Wochenende hat er sich selbst angezündet und in einem Schreiben erklärt, dass dies aus Protest gegen Konsumkultur und Umweltverschmutzung geschehe. "Die meisten Menschen auf der Erde atmen durch fossile Brennstoffe verschmutzte Luft und viele sterben deshalb einen frühen Tod", schrieb Buckel in einer Mail, die er an mehrere US-Medien verschickte, darunter auch die New York Times. "Mein früher Tod durch fossile Brennstoffe spiegelt wider, was wir uns selbst antun." Bickel wurde 60 Jahre alt, seine Leiche wurde am Samstag in einem Park in Brooklyn gefunden.

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Horst Seehofer sucht eine Frau

An den wirklich heißen Themen bleiben wir ja dran: Vor knapp drei Wochen irritierte viele Menschen in Deutschland ein Foto des Führungsteams von Horst Seehofers Innen- und Heimatministeriums. Die Vielfalt des modernen Deutschlands war da jedenfalls nicht zu sehen, stattdessen gab’s lauter mittelalte bis ältere Herren zu sehen. "Die einzige Vielfalt, die sich auf diesem Foto zeigt, betrifft die tausend Arten, auf die ein Anzug schlecht sitzen kann", schrieb die FAZ. Nun scheint Seehofer die Einsicht gekommen, an diesem Bild etwas ändern zu müssen: Der Mann sucht eine Frau. Probiert habe man es ja, beispielsweise bei der Besetzung der Staatssekretärs-Posten, aber, nun ja, immer sei kurz vor der Verpflichtung einer Frau was dazwischengekommen. Das Referat "Heimat", bei dem noch nicht feststeht, was es überhaupt machen soll, soll aber nun von einer Frau geführt werden, berichtet die Bild am Sonntag.

15-Jähriger wird verdächtigt, seine Schule angezündet zu haben

In Hennef in Nordrhein-Westfalen hat eine Gesamtschule gebrannt, der Schaden geht in die Millionen. Nach ersten Ermittlungen hat die Polizei einen 15-Jährigen wegen des Verdachts auf Brandstiftung festgenommen. Die Beamten hatten bei der Anfahrt zu der Schule zwei Menschen flüchten sehen, ob der 15-Jährige einer von ihnen war, ist offen. Der Junge war zuvor von einem Kinderheim als vermisst gemeldet worden, dorthin wurde er gestern im Laufe des Tages auch wieder gebracht. Der Brand im Gemeinschaftshauptschultrakt war von einem Handy aus gemeldet worden, dessen Verbindung abbrach und das dann nicht mehr erreichbar war. 2004 hatte es in der Schule schon einmal ein großes Feuer gegeben, schreibt der Bonner General-Anzeiger.

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