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Nach Hinrichtungsbanner gegen Mateschitz steigt Austria-Sponsor aus

Red Bull will wohl Udinese Calcio kaufen. Die Austria-Ultras schickten Mateschitz deshalb eine böse Botschaft. Ex-Sponsor, Verein und Ultras haben für das Banner völlig unterschiedliche Erklärungen.

von Bastian Krauss
24 Mai 2017, 9:25am

Foto: privat

"DM, du Hurensohn: Wenn auch Udinese wird vernichtet, gehörst du Bastard hingerichtet", stand auf drei Bannern verteilt im Auswärtsblock der Fans von Austria Salzburg in Grödig. Die Nachricht war an Red Bull-Boss Dietrich Mateschitz adressiert. Grund für das Transparent: Der Brausehersteller soll laut italienischen Medienberichten an einer Übernahme von Udinese Calcio interessiert sein.

Die Berichte über ein Interesse von Red Bull an Udinese kamen in den vergangenen Jahren immer wieder mal auf. Nach Salzburg und Leipzig wäre Udine der dritte europäische Erstliga-Standort des Brause-Imperiums. Für die Austria-Fans – die ihren eigenen Klub nach der Übernahme durch Red Bull neu gegründet hatten – haben diese Gerüchte eine besondere Brisanz: Sie haben nicht nur die drastischen Folgen einer Übernahme des Konzerns am eigenen Leib erlebt, sondern hegen zu den Ultras von Udinese eine enge Fanfreundschaft.

Mehr lesen: Udinese wäre trotz Ultra-Rebellion das perfekte nächste Opfer für das Red-Bull-Imperium

Das Mateschitz-Banner hat nun erste Folgen für den insolventen Fanverein: Die Unternehmensgruppe Café+Co beendet mit sofortiger Wirkung seine Sponsoring. "Sport ist für uns ein verbindendes Erlebnis, das sich durch friedlichen Wettbewerb und faires Verhalten auszeichnet", gab das Unternehmen auf seiner Facebook-Seite bekannt. „Explizite Drohungen gegen einzelne Menschen und Unternehmen widersprechen dem sportlichen Grundgedanken."

Beim Verein bleibt man nach diversen negativen Medienberichten über das "Skandal-Transparent", wie die Krone.at etwa schrieb – ruhig. "Gut gereimt, aber ein wenig überzogen", erklärte Austria-Obmann Alexander Hütter dem Portal Salzburg24, der den Inhalt des Banners laut des Mediums nicht als ernst gemeinte Drohung wahrgenommen habe.

Die Ultras des Klubs beschwerten sich stattdessen über die Versuche "einen Skandal herbeizuschreiben". In einer Stellungnahme erklärten sie: "Ein überspitzt formuliertes Spruchband, welches darauf hinweist, dass der Verein unserer Freunde der Curva Nord Udine ebenso kurz vorm Abschuss durch die schrecklichste Ausgeburt des modernen Fußballs steht, reicht hierfür als Aufhänger", so die Union '99 Ultrà Salzburg. "Typischer Ultrasprech und gereimte Formulierungen, wie man sie Woche für Woche in ähnlicher Art und Weise in hunderten Stadien der Welt sieht. Nicht mehr und nicht weniger!"

Sponsoren, die abspringen wollen , luden sie "auf ein freundschaftliches Gespräch" ein, "um mit uns gemeinsam noch tiefer in die Austriawelt einzutauchen". Dem eigenen Team konnte das Banner nur wenig helfen: Die bereits als Regionalliga-Absteiger feststehende Austria verlor mit 0:5.

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