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PSV feuert FIFA-Spieler nach zwei Tagen, weil er PSV-Fans beleidigte

Für den Transfer des FIFA-Meisters Tony Kok produzierte die PSV Eindhoven sogar einen eigenen Trailer. Zwei Tage später musste Kok wieder gehen. Grund: Die Twitter-Vergangenheit des Ajax-Fans.
17.7.17
Foto: Screenshot aus dem Video "TONY KOK NIEUWE ESPORTER PSV" von "PSV".

Tony Kok unterschrieb am Freitag einen Vertrag bei der PSV Eindhoven. Dabei kann man wohl getrost von einem Königstransfer sprechen. Denn der 22-jährige Kok ist dreimaliger niederländischer Meister in FIFA und sein Wechsel von Telstar zum Traditionsklub PSV galt als erster großer niederländischer Transfer im eSports-Bereich. Der Klub produzierte sogar einen Videoclip, wo Kok in gewohnter Fußballermanier mit eigenem Trikot, Handschlag und Unterschrift der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Zwei Tage später sollte jedoch schon alles wieder vorbei sein.

"Das Verhalten, das Kok online an den Tag gelegt hat, ist derart weit entfernt von den Werten des PSV, dass eine Fortführung der Zusammenarbeit unmöglich ist", erklärte der Verein nur zwei Tage nach der feierlichen Vertragsunterzeichnung auf seiner Website und machte die Auflösung des Vertrages publik. Der Klub hatte nämlich einige Internet-Leichen auf Koks Twitter-Account gefunden, die unter anderem sexistisch und homophob waren. So hatte Kok – der eigentlich Fan von PSV-Rivale Ajax Amsterdam ist – vor einigen Jahren diverse Beleidigungen gegen seinen neuen Klub getweetet. Soccernews.nl veröffentlichte Screenshots von Tweets , in denen er während eines Spiels zwischen Ajax und PSV, die Eindhovener als "Bauern" beschimpfte und anschließend schrieb: "Alle Bauern sind Homos".

Die Tweets hatte er zwar gelöscht, doch einige seiner Kurznachrichten waren immer noch im Internet zu finden. Das Fazit von PSV-Generalmanager Toon Gerbrands im Gespräch mit Omroep Brabant hörte sich dementsprechend ernüchternd an: „Um ein gutes Bild von jemandem zu erhalten – auch im Online-Verhalten – ist es notwendig, dass die andere Partei mit völlig offenen Karte spielt. Und das war nicht der Fall. Wir bedauern es. Es ist nicht nur eine unangenehme Erfahrung auf dem Spielfeld des eSports, sondern damit auch eine direkte Lektion."

Wie Delano Limaheluw von seiner Management-Firma Bundled dem Nachrichtenportal AD erklärt, will man Kok trotzdem nicht aufgeben: "Er ist ein ehrgeiziger, enthusiastischer und netter Kerl, der bei FIFA sehr gut ist. Wir werden ihn weiter bei seinem Ziel unterstützen, der beste Spieler der Welt zu sein." Zudem sprach er eine Warnung an junge Menschen aus, dass das Internet nicht vergisst. "Wir hoffen, dass dies eine Lektion für andere junge Spieler sein kann. Bitte denkt zweimal nach, bevor ihr etwas ins Internet stellt. Es kann euch Jahre später in einer negativen Art und Weise verfolgen."