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Tierische Kunst

Michael Jacksons Schimpanse muss heute als Maler sein Geld verdienen

Alle Einnahmen von ‘Apes That Paint’ kommen Bubbles’ derzeitigem Wohnort, dem Center for Great Apes, zugute.

von Beckett Mufson
30 Juni 2017, 3:35pm

Bubbles arbeitet an einem Gemälde. Bilder mit freundlicher Genehmigung von Frames USA

Es ist nicht leicht, sich an ein Leben nach dem Rampenlicht zu gewöhnen. Das gilt nicht nur für uns Menschen, sondern auch für unsere haarigen Verwandten, die Menschenaffen. Auch Bubbles bildet da keine Ausnahme. Als Sidekick von Michael Jackson war der Schimpanse einst Symbol für Erfolg und Reichtum und wurde sogar in einer goldenen Skulptur von Jeff Koons verewigt. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Heute muss Bubbles den Pinsel schwingen, um für seinen eigenen Unterhalt aufzukommen.

Bubbles' Werke werden bald in Miami bei einer wohltätigen Veranstaltung namens Apes That Paint versteigert. Neben ihm sind noch 60 andere Schimpansen und Orang-Utans an der Show beteiligt. Sie alle wurden im Showgeschäft groß, wurden dann jedoch verstoßen. Alle Einnahmen kommen Bubbles' Ruhesitz zugute, dem Center for Great Apes in Florida. Hier lebt er seit 2005. Nachdem das süße Äffchen zu einem aggressiven, klobigen Erwachsenen herangewachsenen war, durfte Bubbles nicht mehr mit dem King of Pop den Moonwalk tanzen, sondern musste sich damit begnügen, die soziale Leiter der Tierstation empor zu klettern. Auch Farben und Leinwand sind fester Bestandteil seines neuen Lebens.

Der 34-jährige Schimpanse hat sich inzwischen zum Alphamännchen des Great Apes Center hochgearbeitet. Sein Revier markiert er, so berichtet die Miami New Times, indem er mit einem blauen Eimer Linien im Sand zieht. Auch die anderen 60 Affen des Projekts sind Veteranen aus Film, Fernsehen oder dem Zirkus und verbringen ihre letzten Tage in der Tierstation. In der zehntägigen Kunstausstellung werden Werke von Schimpansen aus Planet der Affen und Orang-Utans aus dem Film Going Ape! und einer NBC-Seifenoper namens Passions zu sehen sein. Malen ist Teil der Beschäftigungstherapie für die Affen, die ihnen dabei helfen soll, die Folgen ihres früheren, vermenschlichten Lebens zu bewältigen. Die Pinselstrichbewegungen ähneln außerdem den Bewegungen, mit denen Affen in freier Wildbahn mit Stöckern in Termitenhaufen bohren.

Ein Schimpanse namens Kenya malt im Center for Great Apes

Dem Leiter der Kunstgalerie, Adam Brand, kam die Idee für die Spendenaktion, als ein Kunde ihn bat, ein Bild zu rahmen, das ein Orang-Utan gemalt hatte. "Ich wandte mich ans Center for Great Apes und sagte 'Lasst uns versuchen, die Bilder zu verkaufen und so Geld für euer Zentrum zu sammeln'", erklärt er Creators. Brand vergleicht die Primaten mit Kinderdarstellern, die so sehr vom Ruhm beeinflusst werden, dass es in der normalen Gesellschaft keinen Platz mehr für sie gibt. Mit Apes That Paint möchte er "ohne Vorurteile" zeigen, dass auch in Menschenaffen Künstler stecken.

Auch Kenyas Arbeiten werden bei Apes That Paint zum Verkauf geboten

Bubbles' Werke haben bisher über 2.500 US-Dollar auf Auktionen eingenommen. 2012 wurde eines seiner Bilder vom wohlhabenden brasilianischen Künstler Romero Britto für einen nicht genannten Preis erstanden. Doch diese Einnahmen decken nur einen kleinen Teil der Spendengelder ab, die das Center for Great Apes benötigt. Patti Ragan erzählte The Mirror, dass insgesamt 30 Millionen US-Dollar nötig sind, um den 61 Bewohnern bis an ihr Lebensende ein würdiges Zuhause zu bieten. Sie berichtete außerdem, dass Michael Jacksons Verwandte bisher nichts zu Bubbles' Lebensunterhalt beigetragen hätten.

Für Brand ist Apes That Paint jetzt schon ein Erfolg. Er meint, dass in der 25-jährigen Geschichte seiner Gallerie noch nie eine Ausstellung auf so viel Interesse gestoßen ist. Dem Center for Great Apes könnten dieses Jahr noch mehr Spendeneinnahmen winken. Denn Bubbles' Leben wird in einem Stop-Motion-Film von Taika Waititi und Mark Gustafson für Netflix verfilmt werden. Obwohl der Film bisher nicht von Michael Jacksons Erben genehmigt wurde, könnte er das öffentliche Interesse für das Schicksal des Schimpansen weiter steigern.

Pebbles (links) und Bam Bam (rechts) werden ebenfalls in der Ausstellung Apes That Paint vertreten sein

Die Ausstellung Apes That Paint wird am 21. Juli 2017 in der Galerie Frames USA in Miami zu sehen sein.

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