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„Sehen Sie auch Brüste in einer Küche, die kochen?"

Die AfD wollte wissen, ob wir die Welt genauso sexistisch sehen, wie sie selbst es tut. Hier ein paar Antworten.
22.4.16

Es gibt nicht viele Dinge, gegen die die AfD nicht ist. Sie sind gegen den Mindestlohn, gegen Flüchtlinge, gegen Homosexuelle, gegen die Regierung, aber für Thilo Sarrazin und neuerdings auch Sexismus.

Der Hang der AfD zum Sexismus resultiert aus ihrer Haltung gegenüber Bundesjustizminister Heiko Maas und seinem Vorschlag, sexistische Werbung zu verbieten. Werbung also, bei der das beworbene Produkt mit nacktem Fleisch und sexuellen Posen aufgeladen wird, ohne dass das Produkt etwas mit Sex zu tun hätte.

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Eine halbnackte Frau, die einen Badeanzug trägt, ist für Badeanzugwerbung legitim, eine halbnackte Frau, die im Weihnachtskostüm eine großindustrielle Konturmessmaschine für 13.750 Euro bewirbt, ist Sexismus. Und dagegen wollte und will Heiko Maas vorgehen, doch die AfD ist natürlich—wie kann es anders sein—dagegen. Für sie versucht der Bundesjustizminister schlichtweg „‚erotische' Werbung zukünftig verbieten zu lassen." Also hat die die AfD NRW mit einem Plakat zum Gegenangriff geblasen und gefragt …, na ja, seht selbst:

Screenshot: Facebook

Nun die Antworten:

Vermutlich einen der knackigsten und berechtigtsten Einwände brachte Stefan Krabbes auf Twitter:

Nein, ich sehe da 'ne Frau, die ganz sinnlos nen Quirl in ein Nudelsieb haut, ihr Leuchten von der — Stefan Krabbes (@StefanKrabbes)19. April 2016

Wir haben auch Lisa Ludwig , Chefredakteurin von BROADLY DEUTSCHLAND gefragt:

Ich sehe eine Frau, die sehr angestrengt nachschlägt, was sie mit der offensichtlich leeren Schüssel vor sich als Nächstes tun soll. Da sich absolut keine Lebensmittel in ihrer Küche befinden, und somit auch keine Zutaten, gehe ich davon aus, dass sie für ihren Instagram-Account posiert, mit dem sie deutlich mehr Geld im Monat macht, als alle geifernden Rechtspopulisten, die nur auf Bilder anspringen, wenn sie große Brüste abbilden. Oder als der Grafikdesigner der AfD NRW, der nicht aufgepasst hat, als es darum ging, dass man bei der Wahl der Schriftart vor allem auf eine Sache Wert legen sollte: Leserlichkeit.

Auch sehr interessant ist dieser Tweet:

— Lars Felber (@fernandel)21. April 2016

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Da er unser Experte für Haute Cuisine ist, haben wir zudem Munchies-Redakteur Philipp Sommer um eine Reaktion gebeten:

Ich sehe gerne eine Frau, die in der Küche steht und kocht. Nur nicht diese Frau aus der AFD-Idyllenhölle. Sie studiert ein Textbuch, während es ihr beim Kochen ohne eine einzige Zutat gelingt, nicht nach Handarbeit auszusehen. Dann rechts das ganze Kampfbegriff-Phrasendeutsch der Afd: Köln, Silvester, Politisch, Korrekt, Establishment, Sexismus, Quote, Klimaschutz. Das ist das einzige Rezept, was man dort sehen kann.

Sehr schön. Allerdings haben wir uns auch gefragt, ob die Ähnlichkeit der aufpolierten Hausfrau bewusst zur Arbeiterinnen-Ikone Rosie the Riveter gewählt wurde. Bei der Suche nach dem Fotografen stießen wir auf einen großartigen Facebook-Post, der eine weitere Kuriosität enthüllte:

Screenshot: Facebook

Wer auf die Sedcard des Fotografen klickt, wird entdecken, dass er mit Vorliebe halbnackte Frauen mit dem Kopf voran in Öfen oder sie in SS-Naziuniformen steckt.

Was bleibt da noch zu sagen, außer: Wiedermal den richtigen Mann für den richtigen Job gefunden, AfD.