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Noisey

Wie wir in Barcelona gelernt haben, dass auch wir das Wort Hashtag nicht mehr stoppen können

Wir waren beim #EcoSportLive, haben Gin Tonic getrunken, Musik gehört, Franzosen verletzt und Britinnen umarmt.

Ford hatte sich zum Verkaufsstart des EcoSport eine ziemlich coole Veranstaltung ausgedacht. Das Ganze nennt sich #EcoSportLive, natürlich zeitgemäß mit Hashtag. Die Idee: Ein Konzert in Barcelona mit 10 Bands aus ganz Europa, das für die ganze Welt ins Internet gestreamt wird. Damit das Ganze auch ein bisschen Buzz bekommt, hatte man nebenbei auch noch 200 Journalisten und Blogger eingeladen. Einer von diesen Eingeladenen war ich, was gleich zu zwei Premieren führte: Ich war erstmals in meinem Leben NICHT zu Primavera oder Sonar in Barcelona und gleichzeitig zum ersten Mal im Leben in einem ordentlichen Hotel untergebracht. Danke, Ford!

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Der Abend begann mit einem Essen im hoteleigenen Restaurant. Das Essen selbst war ausgezeichnet, allerdings ein bisschen knapp terminiert, so dass man das Gefühl hatte, sämtliche Gänge auf einmal zu sich zu nehmen. Tunfisch und Cremé Katalana harmonieren übrigens überraschend gut. Danach bahnten wir uns im Shuttle-Bus einen Weg durch den Abendverkehr Barcelonas. Das Ziel war das Esferic, ein futuristischer Rundbau mitten auf einer Anhöhe. Dort herrschte bereits hektisches Treiben, das ich gekonnt ignorierte und mich stattdessen auf die Wodka Sour konzentrierten, die in rauen Mengen von jungen Spanierinnen zubereitet wurden.

Um neun begann dann das eigentliche #EcoSportLive-Event. In dem Rundbau waren drei Bühnen aufgebaut, auf denen im Wechsel ingesamt 10 Bands aus 10 europäischen Ländern jeweils zwei Songs zum Besten gaben. Durch den Abend führte die Britin Sarah-Jane Crawford, die das sehr ansprechend machte, dabei aber leider die ganze Zeit das Wort „Hashtag“ aussprach. Eine Tatsache, an die man sich wohl in Zukunft gewöhnen muss. Ich schaffte es, mir gleich in den ersten zehn Minuten einen großen, glatzköpfigen Franzosen zum Feind zu machen, indem ich im Vorbeigehen leicht gegen seinen Cocktail stieß und ihm dabei eine blutige Wunde an der Hand zufügte. Ich frage mich bis heute wie das physikalisch möglich war.

2/3 von Kaiser Franz Josef. Foto: Ford

Die Konzerte eröffnete die Italienerin Nina Zilli, eine bildhübsche Soulsängerin, bei der glaube ich ein junger Zucherro am Piano saß und ein anderer junger Zucherro  an der Trompete. Vielleicht brauch ich aber auch nur eine Metapher für smarte Italiener. Danach waren schon die blutjungen österreichischen Vertreter Kaiser Franz Josef an der Reihe, die ziemlich gut ankamen und bei den anwesenden Gästen Gefühle zwischen „Yeah, Rock'n'Roll!“ und „Vielleicht will ich ja doch irgendwann mal Kinder“ auslösten. Vor allem Sänger Sham hat die 70er-Rockstar-Posen bereits überraschend gut drauf. Er erzählte mir später unter einem Heizpilz, dass das Konzert der erste Akustik-Gig der Band war und sie am nächsten Morgen schon wieder weiter zum Austrian Newcomer Award fliegen. Nicht schlecht für das Alter.

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Danach ging es noch anderthalb Stunden ziemlich Schlag auf Schlag weiter. Insgesamt war die Musikauswahl ziemlich gut, auch wenn nicht jeder Beitrag völlig überzeugte. Die Bands aus Spanien und Frankreich blieben etwas blass, was aber z.B. durch die wirklich niederländische gute Singer/Songwriterin Celine Cairo, die Mumford&Sons'eskenden Iren Delorantos oder den Belgier Ozark Henry kompensiert wurde. Letzterer stach unter anderem auch dadurch hervor, dass er ungefähr so alt war wie Mitglieder von Kaiser Franz Josef zusammen. Besondern hervorzuheben: Hello Gravity aus Deutschland (einfacher, aber wirklich effektiver Indierock) und Pegasus aus der Schweiz (noch einfacherer, aber ebenso wirklich effektiver Indiepop).

Nach den Konzerten ging es eine Etage weiter unten mit einem DJ-Set von Annie Mac weiter, die man von der BBC kennt. Sie legte das auf, was momentan sehr viele auflegen: Zu Beginn HipHop, der dann irgendwann über R'n'B-Remixe in Disco-House übergeht. Das war nichts besonderes, aber durchaus gefällig und heizte die Stimmung auf.

Vor allem in Kombination mit den Gratis-Gin Tonic, die man sich in beliebiger Menge an der Bar abholen konnte, wo man mittlerweile die jungen Spanierinnen durch ältere Spanier ersetzt hatte. Selbstverständlich drehten irgendwann die Britinnen im Raum und eroberten kreischend die Tanzfläche, was ja auch ihre Aufgabe als Britinnen ist. Im späteren Verlauf des Abends wurde ich mehrfach von den Tänzerinnen gefragt ob sie mich umarmen dürfen, was mich wieder zu der Frage bringt, warum Frauen von der Insel überdurchschnittlich häufig auf bärige Typen stehen.

Wenn ich ehrlich bin, verläuft der restliche Abend in meiner Erinnerung ein bisschen. Ich weiß noch dass die Abfahrt zum Hotel mehrfach verschoben wurde und ich mit einem freundlichen Kollegen von der Futurezone ein Gespräch geführt habe, in dem mehrfach das Wort „Smart Integrated Car“ vorkam. Auf dem Weg von der Venue zum Bus warf mir der glatzköpfige, offenbar nachtragende Franzose noch einen letzten bösen Blick zu, bevor ich im Bus zwischen lauter betrunkenen Holländern landete, die teilweise Mitarbeiter von Ford waren.

Insgesamt also wirklich coole 24 Stunden mit viel Musik und vielen Getränken, die man sich durchaus geben konnte und auf Youtube auch noch kann, zumindest den musikalischen Teil. Hashtag Spaß!