Wiener Straßenporträts, die so echt sind, dass sie wehtun

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Wiener Straßenporträts, die so echt sind, dass sie wehtun

Christopher Mavric macht nicht einfach nur Straßenfotografie in Wien—er hat die Gabe, das Auf-alles-scheißen der Hauptstädter auf analogem Film festzuhalten.
9.4.15

Wien ist vieles. Was es definitiv nicht ist, ist die Metropole des Street Styles. Wir haben der Stadt schon zuvor mangelndes Stilbewussten unterstellt, und wir würden nicht davor zurückschrecken, es wieder tun. Böse sein können wir Wien dafür aber irgendwie trotzdem nicht, denn die Einwohner dieser tollen Stadt sind ja irgendwie schon wieder so etwas wie die Antihelden der Alltagsmode. Im Gegensatz zum Salzburger, zum Linzer oder zum Innsbrucker sind sie außerdem großstädtisch genug, um sich beim Styling trotz mangelnder Stilsicherheit keine Kompromisse einzugehen und sich absolut nichts zu scheißen.

Christopher Mavric hat eine Gabe dafür, dieses Sich-nichts-Scheißen auf (analogem) Film festzuhalten. In seinem Bildband „Wildfremd" hat der Fotograf es geschafft, die Quintessenz des Wiener Styles in Portraits so authentisch festzuhalten, dass das Anschauen der Bilder manchmal vor Realitätsnähe fast ein bisschen wehtut. Wenn man Wien gut kennt, muss man beim Durchblättern seines Bildbandes aber eigentlich permanent zustimmend nicken.

Dass die Grazer den Wienern aber gar nicht in so viel nachstehen, werden wir euch in einem zweiten Teil der Fotostrecke in Kürze beweisen. Bis dahin wünschen wir euch viel Vergnügen mit Christophers sehr schönen Momentaufnahmen von Wien und seinen Leuten.