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Vergesst die Kinder

Im kommenden Jahr bekommen wir mit dem JMStV ordentlich einen vor den Latz geknallt. Ein Gesetz, das unschuldige Kinder davor bewahren soll, sich ihre kleinen und reinen Herzen im Internet zu verderben.
9.12.10

Während alle Welt über Wikileaks, darüber was Julian Assange über UFOs weiß und generell über die Meinungsfreiheit im Internet schwafelt, bekommen wir alle im kommenden Jahr mit dem JMStV ordentlich einen vor den Latz geknallt. Ein Gesetz, das unschuldige Kinder davor bewahren soll, sich ihre kleinen und reinen Herzen im Internet zu verderben. Nur besagt eine Studie der EU, dass deutsche Kinder das Internet überhaupt nicht kennen.

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Im kommenden Jahr werden wir also alle vor dem Betreten einer Webseite brav unser Alter verifizieren dürfen, denn die Bundesländern wollen das so zum Schutze der Jugend. Eine andere Möglichkeit wäre auch Webseiten nur zu bestimmten Zeiten wie von 22 bis 6 Uhr morgens online erreichbar zu machen. Im Grunde wird das Internet dann zu dem gemacht, was es schon immer war, nämlich dem Nachtprogramm von RTL2. Ihr müsst mit dem euch selbst Anfassen also bis in die Abendstunden warten.

Aber wir reden hier nicht nur von Hardcore-Pornoseiten, die diesem Gesetz unterworfen werden sollen, sondern von jeder Internetseite, die eigenständig Inhalte erstellt. Also von so gut wie jeder Seite in Deutschland. Etwas, das wie wir alle wissen oder zumindest dumpf fühlen sollten, absoluter Irrsinn ist.

Das Problem ist jedoch, dass irgendwer irgendwo seinen Job nicht richtig gemacht hat und eine aktuelle Studie der europäischen Union belegt, dass nur einer aus 20 Jugendlichen im vergangenen Jahr auf einer pornographischen oder andersartigen Seite beim Surfen landete.

In der Tschechischen Republik oder in Estland hingegen landet jeder dritte Jugendliche unabsichtlich auf einer dieser verdorbenen, schändlichen Seiten. Und warum ist das so? Weil Jugendliche in Deutschland anscheinend nur bizarr selten im Internet surfen.

Irrsinn und Inkompetenz Q.E.D.