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Schon wieder Bam Margera, Jeff Tremaine und vor allem Johnny Knoxville

Im Laufe meines Lebens habe ich eine rudimentäre Ahnung davon erworben, wie es sich anfühlt, Elektroschocks zu bekommen, durch Scheiben zu fliegen, sich zu übergeben, verprügelt zu werden und gegen Wände zu rennen und dabei Zähne zu verlieren. Leider...
29.10.10

Im Laufe meines Lebens habe ich eine rudimentäre Ahnung davon erworben, wie es sich anfühlt, Elektroschocks zu bekommen, durch Scheiben zu fliegen, sich zu übergeben, verprügelt zu werden und gegen Wände zu rennen und dabei Zähne zu verlieren. Leider habe ich mit diesen Fähigkeiten nie den Sprung auf die Leinwand geschafft, anders als die Jungs von Jackass.

Diese Woche fand in Berlin die Premiere von Jackass 3D statt. Wie ihr an unseren Beweisfotos sehen könnt, waren wir dort und vor allem auf der anschließenden Party. Da wir dort Johnny Knoxville über den Weg gelaufen sind, haben wir uns gedacht, dass wir noch nicht genug über ihn wissen und haben uns also abermals hingesetzt, um noch mehr Fragen zu stellen. Glücklicherweise kamen dann auch noch Jeff Tremaine und Bam Margera dazu, damit es wenigstens wunderbar unübersichtlich wurde und in Gewalt endete.

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Vice: Das wird jetzt alles recht schwer, dröge und vermutlich langweilig. Johnny wurde ja bereits von Vice interviewt.

Johnny: Was? Von wem? Ah ja. Ich erinnere mich, ein netter Typ war das.

Bam: Knoxville hat auch dieses Ding über Detroit gemacht.

Jeff: Oh, das Interview habe ich online gesehen, hoffen wir mal, dass du bessere Fragen stellst, als dieser Penner.

Mal sehen. Kennt ihr diesen Film der Brüder Lumiere, mit der Eisenbahn, die augenscheinlich ins Publikum rast? Es kam mir so vor, als hättet ihr diese Szene neu interpretiert, nur mit ins Publikum kotzen und in 3D.

Jeff: Das meine ich auch. Es kam mir auch so vor, als wäre 3D nur für Jackass erfunden worden.

Bam: Freunde haben mir geschrieben, sie dachten, als der Dildo aus der Kanone ins Publikum geschossen wurde, sie müssten ihn gleich lutschen.

Wie war es Jackass dreidimensional umzusetzen? Es ist visuell wahrscheinlich doch etwas anspruchsvoller, als einfach nur mit einer Handycam draufzuhalten, wenn sich jemand auf die Fresse legt.

Jeff: Zu Beginn war es ziemlich einschüchternd in 3D zu drehen. Wir wollten eigentlich nichts daran ändern, wie wir Dinge umsetzen, doch im Laufe des Prozesses mussten wir dann einfach herumprobieren, was funktioniert und was nicht. Am Ende war es jedoch cool mit diesen riesigen, teuren Kameras zu arbeiten, denn sobald wir die Dinger zum Laufen brachten, hat sich alles wieder nach Jackass angefühlt.

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Bam: Es war trotzdem ein Vorteil, dass diese Dinger so scheiße schwer waren. Das Auf- und Abbauen hat Ewigkeiten gedauert, was uns dann genug Zeit gab in den Pausen mit Handycams und Elektroschockern herumzuspielen oder anderen Leuten ins Gesicht zu schlagen.

Teure, riesige technische Gerät, dazu jede Menge Körperflüssigkeiten und dumpfe Kollisionen, das hört sich nicht danach an, als würde das gut zusammenpassen.

Knoxville: Ja, Lance (Bangs) kotzte auf eine der Kameras und ein andermal wollte ich das Wee-Man mit einer Rolle und den Füßen voraus in eine der Kameras springt, aber es waren ständig irgendwelche Techniker in der Nähe der Kamera, die aufpassten, dass das Ding heil bleibt.

Jeff: Die riesige Hand vom High-Five hat die Optik von einer der Kameras ruiniert. Die mussten wir dann abschreiben.

Bam: Wieviel hat eigentlich unser Werbespot beim Spiel Phillies gegen die Giants gekostet?

Knoxville: Von was zur Hölle sprichst du?

Wir interessieren uns hier in Europa nicht sonderlich für American Football, also weiter. Der Film hat diesmal 20 Millionen Dollar gekostet. Ich frage mich immer, wie und wofür ihr dieses ganze Geld verschleudert.

Knoxville: Diesmal nur für Kameras und Versicherungen. Ansonsten nur für Versicherungen.

Jeff: Und Gleitgel, jede Menge Gleitgel.

Ich befinde mich gerade im Zwist mit einer Versicherung aufgrund einer kaputten Glasscheibe, die ich bezahlen soll, aber nicht bezahlen will und trage deshalb gerade ziemlich viel Hass auf dieses sture Pack in mir.

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Jeff: Unsere Versicherungen verstehen irgendwie, was wir tun und zahlen einfach. Das macht das ganze recht einfach, aber es ist auch so, dass wir viele Dinge im vornherein klären. Wenn wir zum Beispiel einen Supermarkt verwüsten, dann sprechen wir erst mit dem Manager und weihen ihn ein, so dass wir nicht einfach das Eigentum irgendeines armen Typen ruinieren. Nur die Angestellten sollen nicht mitbekommen, was los ist.

Abgesehen von all den materiellen Schäden, habt ihr eigentlich nach all den Jahren auch irgendwelche bleibenden physischen oder psychischen Schäden davon getragen?

Knoxville: Ich weiß nicht, ich habe mich sehr, sehr häufig verletzt. Schädeltraumata, gebrochene Knochen, da war alles dabei. Vor zwei Jahren habe ich mir mal meinen Schwanz gebrochen. Ich wollte einen Stunt mit einem Motorrad machen und dabei ist das Motorrad ausgebrochen, ich bin runtergefallen, das Motorrad ist nach oben weggeschossen, wieder runtergefallen und mir direkt in den Schritt geknallt.

Jeff: Blut, schwarzes Blut schoss aus seinem Penis.

Knoxville: Ich habe den Reisverschluss aufgemacht, um meinen Schwanz anzusehen und plötzlich schoss dieser Strahl Blut heraus, als würde ich pinkeln.

Jeff: Das schlimmste daran war aber, dass deine verdammte Frau mit dabei war. Es war das erste Mal, dass sie jemals mit zu einem Dreh kam und das erste was sie dort sieht, ist wie ihr Ehemann aus seinem gebrochenen Schwanz blutet.

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Knoxville: Sie war entsetzt. Zu Tode erschrocken. Normalerweise macht sie so etwas nicht und hält sich von unseren Dreharbeiten fern, noch hat sie damit irgendetwas am Hut, was wir machen. Aber zumindest hatte ich danach noch ein Kind, ich weiß also, dass alles noch funktioniert. Es funktioniert!

Bam: Meine ganzen Verletzungen haben es diesmal nicht einmal in den Scheiß-Film geschafft. Und ich habe mir bei den Dreharbeiten einen Haufen Knochen gebrochen. Aber nur die Röntgenaufnahme meines zertrümmerten Schlüsselbeins kann man im Film bewundern.

Jeff: Die schlimmsten Verletzungen wird wohl Steve-O davongetragen haben, aber davon wissen wir bislang noch nichts. Wenn ich im Fernsehen sehe, wie Leute neben einer Kanalisation leben und davon krank werden … ich meine, er musste soviel Scheiße, also wortwörtlich Scheiße essen, das kann nicht gesund sein. Da wird bestimmt noch irgendwas kommen.

Knoxville: Der Idiot hatte aber auch ständig seinen Mund offen, kein Wunder, dass er also das ganze Zeug schlucken musste. Er hätte sich den Mund einfach mit Tape zukleben sollen.

Im Film kann man in der Schwerelosigkeit schwebende Scheiße sehen. Das war wunderschön.

Jeff: Oh ja, schwerelose Scheiße … das hat zuvor noch niemand hinbekommen. Wir sind die Ersten, die das geschafft haben. Das ist cineastisch ein verdammt großer Wurf.

Bam: Eine andere wunderschöne Szene ist die Baseball-Sache, in der ich versuche den Baseball, den Pontius mit seinem Schwanz pitcht mit meinem Mund aufzufangen. Und alles was wir für diese Szene benötigt haben, war Pontius’ Penis und eine ein-millionen-dollar-teure Kamera, die 1000 Frames pro Sekunde schießt. Ebenfalls ganz groß.

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Es sah so aus, als musstet ihr diese Szene mit dem Penis zensieren, aber habt es euch dann doch anders überlegt. Der schwarze Balken ist zwar da, aber kaschiert den Penis so gut wie nie.

Jeff: Ja. In Europa und Amerika laufen zwar die gleichen Versionen des Films, aber sobald man in Amerika irgendetwas zeigt, dass mit Sex zusammenhängt, dann sitzt man tief in der Scheiße. In Europa bekommt man Probleme, sobald man Gewalt zeigt und dort, wenn man einen Penis filmt. Das ist ein total bigottes System und sobald man dagegen verstößt, bekommt man keine Freigabe für den Film und dementsprechend kann ihn niemand sehen. Ich habe da aber eher eine europäische Einstellung. Wir konnten zwar nicht alles zeigen, was wir gefilmt haben, aber wir haben versucht, soviel wie möglich reinzupacken und trotzdem eine Freigabe zu bekommen.

(Eine Bedienung läuft am Tisch vorbei)

Bam: Apropos Sex. Ich will heute Pussy.

Knoxville: Haha. Was? Was hast du gerade gesagt?

Jeff: Er hat gesagt, dass er heute Pussy will, was gibt es daran nicht zu verstehen.

Sie da, die zusammentätowierte Bedienung, die findest du gut?

Bam: Egal, einfach Irgendeine. Irgendeine wird schon auftauchen und dann bumse ich sie.

(Ein Türsteher läuft vorbei)

Jeff: Hey du da! Kannst du ihn bitte verprügeln? (Jeff zeigt auf Bam) Was meinst du wer gewinnen würde, Bam oder dieser Schrank da?

Der Schrank. Definitv.

Das war’s. Danach brach das Interview ab. Irgendwie war es nicht mehr möglich, den Tumult, der am Tisch stattfand weiterhin zu verstehen. Der Abend endete jedenfalls damit, dass ich sehen durfte, wie sich Bam am Jacket eines Security-Typens festhielt und von ihm nach draußen geleitet wurde.

Mehr von Johnny Knoxville könnt ihr hier lesen und hier sehen. Und geht einfach mal in eine dieser 3D Multiplex Höllen und lutscht Dildos in 3D. Wirklich, macht das mal.