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Heimat

Der Kampf um die Kohle

In Paris wird darüber verhandelt, ums Klima gekämpft wird im Ruhrgebiet. Wir haben dort Menschen getroffen, für die neben Heimat, Gesundheit und 1,6 Milliarden Euro noch was verlorengegangen ist: die Wahrheit über Deutschlands Energiepolitik.

von Christian Vonscheidt, Manuel Freundt, und Filippa Von Stackelberg
01 Dezember 2015, 5:00am

Auch wenn wir heute wieder genau so viel klimaschädliches CO2 in die Atmosphäre blasen wie 1990—mehr als irgendwer sonst in Europa—präsentiert sich Deutschland auf der Pariser UN-Klimakonferenz diese Woche als Vorreiter in Sachen Klimaschutz. Denn wir verbrennen wieder mehr Braunkohle. Die ist europaweit nirgends in solchen Mengen vorhanden und wird nirgendwo so viel verfeuert wie im Ruhrgebiet. Bis 2045 soll das so bleiben. Weshalb Klimaaktivisten dieses Jahr die größte Protestaktion gegen die Braunkohleförderung organisiert haben, die es je in Deutschland gab.

Um herauszufinden, warum wir noch immer und in solchen Dimensionen auf den schädlichen Energieträger setzen, hat VICE-Host Filippa von Stackelberg mit Kohlearbeitern, Ökologen, Anwohnern und Aktivisten über Klimaziele, Kraftwerkstechnik und die mögliche Zukunft ohne Kohle gesprochen. Dabei hat sie in Kneipen, Geisterdörfern und besetzten Wäldern Menschen getroffen, für die neben Heimat, Gemeinschaft, Gesundheit und 1,6 Milliarden Euro noch etwas anderes verlorengegangen ist: die Wahrheit über Deutschlands Energiepolitik.