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Craig Mack
Falls ihr die letzten Jahrzehnte nicht in irgendeiner Höhle verbracht und euch ein bisschen mit Rapmusik auseinandergesetzt haben solltet, dann wird euch der Song „Flava In Your Ear (Remix)“ ein Begriff sein, denn es war einer der ersten Songs, den Bad Boy Records damals veröffentlicht hat. Diddy hatte die geniale Idee, die besten Rapper im Game auf dem Song von Craig Mack zu vereinen: LL Cool J, Busta Rhymes, Rampage und Biggie Smalls. Ein fataler Fehler, denn dieser Song war ein Karriere-Killer für Craig Mack. Am Ende seiner Strophe beschwört dieser sogar das Ende seiner eigenen Karriere herauf: „You won’t be around next year / My rap’s too severe kicking mad flava in ya ear“. Und tatsächlich geriet Craig Mack ziemlich schnell wieder in Vergessenheit. Ich dachte immer, er sei Börsenmakler geworden, doch anscheinend ist es noch viel schlimmer. Vor zwei Jahren soll er einem Kult aus South Carolina beigetreten sein, der von einem Hinterwäldler angeführt werden soll, der bereits wegen sexueller Nötigung verurteilt wurde.
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Shyne
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Ma$e
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Loon
The Lox
The Lox wurden 1995 von Bad Boy Records unter Vertrag genommen. Nachdem sie hier und da auf ein paar Hits gefeaturet wurden, unter anderem auf „Honey“ von Mariah Carey und „It’s All About The Benjamins“, erschien endlich die lang ersehnte Hymne „Money, Power, Respect“, auf der auch Lil’ Kim und DMX zu hören waren. Nur leider schien Diddy nicht wirklich in die Gruppe investieren zu wollen. Also beschlossen The Lox, der Ruff Ryders-Crew beizutreten, doch Puffy wollte sie einfach nicht aus ihrem teuren Vertrag befreien. Dann taten Jadakiss und seine Gang genau das, was sie am besten können: Sie holten sich Hilfe von der Straße. Sie starteten eine Kampagne, überfluteten die New Yorker Straßen mit T-Shirts, auf denen „Free The Lox“ steht, und veröffentlichten sogar den Anti-Puff Daddy-Song „Blood Pressure“. Letztendlich schafften The Lox es, Diddy davon zu überzeugen, ihnen ihre kreative Freiheit wiederzugeben. Doch Puff, der Fuchs, schaffte es, sich auf dem Weg die gesamten Tantiemen von „Money, Power, Respect“ unter den Nagel zu reißen.Auf die Frage, ob auf Bad Boy Records ein Fluch liegt, werde ich nicht antworten. Es ist unbestreitbar, dass Diddy ein Geschick dafür hat, zu erkennen, was ein Hit ist und was nicht. Aber wie sieht es mit Langfristigkeit aus? Egal ob es sich um Alben (French Montana) oder Karrieren (MGK, Red Café) handelt, Diddy scheint Schwierigkeiten zu haben, seine Künstler vernünftig zu promoten. Ich höre immer wieder Sätze wie „Es ist die Verantwortung des Künstlers, aus seiner Karriere etwas zu machen“, schon klar, Internet, schon klar, Selbstpromotion und so. In Ordnung, ein Künstler sollte ein Visionär sein, er sollte seine Kunst ausüben und sein Image pflegen, er sollte sich aber nicht um praktische Dinge kümmern müssen, das ist die Aufgabe des Labels. Wo wäre denn sonst der Sinn, bei einem Label einen Vertrag zu unterschreiben? Wenn die Künstler, die Diddy seit ein paar Jahren entdeckt, es nicht hinbekommen, erfolgreich zu bleiben, liegt es wahrscheinlich auch daran, dass ihnen an Talent fehlt. Und genau aus diesem Grund bedeutet es überhaupt nichts mehr, bei Bad Boy unter Vertrag zu sein. Diddy, der nur wegen seiner egoistischen Wünsche agiert (nennt mir ein Video seiner „Schützlinge“ , in dem er nicht auftaucht!) sieht in seinen Künstlern die Möglichkeit, seine Produkte zu plazieren, wie Ciroc (der Spirituose des Bösen) oder sein neues Mineralwasser AQUAhydrate. You want some water? Aaaaah. Und trotzdem lebt meine Liebe für Sean Combs weiter. Go figure.