Gavin Watson: Das Skinhead-Ding wurde ein bisschen lahm. Für die meisten gab es keine wirklichen Optionen, es sei denn, du wolltest heiraten und Kinder kriegen. Wir fühlten uns einfach noch zu jung, um schon im seriösen Erwachsenenleben zu verschwinden und da kam das Raven genau zur richtigen Zeit. Alle unsere Freunde gingen zu den Raves und diejenigen die nicht da waren, sind auf dem Weg zu den Raves versumpft.
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Alle Skinheads kamen zusammen, als wir zu den ersten Raves gingen. Mein Bruder Neville hat sich eine Zeitlang zurückgehalten. Er hatte früher ziemlich viel zu sagen in unserer Gang, aber zu dem Zeitpunkt war uns das egal und wir gingen einfach trotzdem hin. Wir sagten dann so was wie, „Tut uns leid, Kumpel. Wir sind dann mal weg, auf einer Party.“ Ein paar Monate lang hielt er das durch. Rave war total frisch und haute uns richtig um. Es war eine regelrechte Kraft, die durchs Land ging—wie eine Revolution.Es fühlte sich an, als hätten alle einen riesigen Drang dazu, auf die Raves zu kommen.
Jeder, der was auf sich hielt, hatte irgendwie was damit zu tun. Es war wichtig—wir marschierten in London auf und änderten die Lizensierungs-Gesetze. Wenn es ein reines Arbeiterklassending gewesen wäre, dann hätten sie uns platt gemacht, dann hätten sie uns verdammt noch mal in Grund und Boden getrampelt. Aber das war es nicht, es waren auch Leute aus der Mittelschicht dabei und sogar ein paar Scheißadelige. Alle waren dabei und deswegen konnten sie nichts dagegen tun. Die Bullen haben es einfach nicht verstanden. Die hatten vorher noch nie mit Hunderten von Leuten zu tun, die auf irgendeinem Feld einfach ihren Spaß hatten.Aber sie müssen schon gewusst haben, dass Drogen mit im Spiel waren, oder?
Die Leute wussten nicht viel über Ecstasy zu der Zeit. Bevor die erste große Welle kam, war es nicht mal illegal. Die Regeln wurden aber ziemlich bald geändert. Aber zu dieser Zeit war es eine Droge, die ursprünglich für Psychotherapeuten entwickelt worden war. Es war nicht so wie Heroin, wo du sehen konntest, welchen Schaden es anrichtet. Die Bullen dachten alle, dass wir auf Acid sind! Das war eine komische Zeit. Da gab es diese Typen, die sich den Arsch aufrissen, um diese Raves vom Zaun zu brechen und ich war so dankbar, dass sie das taten.
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Als Person bin ich sehr enthusiastisch, aber ich bin auch immer ein bisschen außen vor. Es war ein großartiges Ventil. Es war keine große Sache, da hinzugehen, aber es war auch nicht so, als hätte ich mir auf einmal ein Smiley-T-Shirt angezogen, ein Bandana um den Kopf gebunden und mich entschlossen „Raver zu werden.“ Es ist einfach so passiert und das andere ist von mir abgefallen. Wir hatten immer noch unsere Skinhead-Freunde, aber alles hatte sich verändert. Es war kein so großer Schritt, vom einen zum anderen überzugehen.Und was waren die Schattenseiten?
Für uns war es einfach, weil wir uns sowieso schon am Rande der Gesellschaft befanden. Wir wurden genau genommen sogar mehr Mainstream, als wir anfingen zu raven. Von den Jungs mit denen ich zur Schule gegangen war, hatten einige schon mit 18 geheiratet und hatten Kinder. Als diese Ravesache anfing, sind die völlig durchgedreht. Sie haben ihre Häuser verloren, ihre Ehen ruiniert und ihre Leben sind den Bach runter gegangen. Diese Leute hatten einfach keine Ahnung, wann die Party zu Ende ist und die Drogen haben ihren Tribut gefordert.
Raving ’89 erscheint diesen Monat bei DJhistory.com.
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