Die 60 eindrucksvollsten Bilder, die die menschliche Existenz erfassen, wie sie WIRKLICH ist

Das Internet hat etwas ganz besonders Rühriges auf die sozialmedialen Walls geschwemmt: nichts Geringeres als „The 60 Most Powerful Photos Ever Taken That Perfectly Capture The Human Experience“! Zumindest behauptet das die Webseite „Distractify”, der wir die clickbaitige Zusammenstellung zu verdanken haben.

Was ist es?
Ziemlich wahllos zusammengewürfelte Fotografien von „bewegenden” zwischenmenschlichen Momenten.

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Warum wird es geteilt?
Weil es Fotos sind, die uns irgendwie berühren und uns dieses wohlige „Wir bauen zwar viel Mist, aber wir Menschen sind doch eine tolle Spezies”-Gefühl gibt. Soviel Schmerz, soviel Freude, soviel Unbeugsamkeit in diesen Bildern!

Warum hasse ich es?
Weil es unglaublich zynischer Mist ist. Zynisch von Betreibern der Webseite, deren völlig durchschaubares Ziel es ist, einfach möglichst viele Klicks zu generieren, damit sie ihren Werbekunden mehr Geld aus der Tasche leiern können. Zynisch von der „Autorin”, Maia McCann, weil sie einfach irgendwelche hübschen Bilder von Menschen zusammengekloppt hat, mit dem einzigen Auswahlkriterium, dass sie „emotional irgendwie aufwühlend” sein müssen. Also bekommen wir ein Bild von einem Folteropfer aus Ruanda neben einem alternden Hippie mit einem Kaninchen auf dem Kopf. Oder einen anscheined tödlich verletzten US-Soldat im Lazarett, gefolgt von ein paar supersüßen Inuit-Kindern. Weil, egal ob Trauer, Schock oder Freude: hauptsache Emotionen!

Auch irgendwie voll süß: das Ergebnis der Google-Bildersuche nach „african child”. Via Wikipedia.

Und deshalb seid das letzte Glied in der Kette des Zynismus ihr, wenn ihr so etwas teilt. Klar, die Bilder sind natürlich wirklich bewegend, aber die Bilder sind auch nicht das Problem: Das Problem ist die völlig beliebige Aneinanderreihung von Fotos aus Ruanda, aus dem Vietnam-Krieg, aus dem Irak-Krieg, vom Euromaidan, aus Nordirland oder aus dem Kosovo—als hätten all diese Konflikte nur stattgefunden, um schöne Bilder zu produzieren, die ihr an einem langweiligen Freitagnachmittag auf Facebook durchscrollen und sofort wieder vergessen können.

Und deshalb bieten wir euch eine viel bessere Zusammenstellung: Bilder, für die zwar niemand einen Genozid veranstalten musste, die aber trotzdem genau das ausdrücken, was Menschen wirklich sind: verwirrt, unsicher, liebessüchtig und grauenhaft angezogen. Diese unglaubliche Sammlung von Momenten aus unserem Archiv stellt das dar, was uns alle vereint—egal wo wir herkommen. I truly hope you enjoy.

60 Bilder, die die menschliche Existenz erfassen, wie sie wirklich ist

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