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Gespaltene Persönlichkeit mit Theophilus London

Theophilus London hat seinen Aufenthalt in Berlin genutzt, um mit Mädchen zu tanzen. Mit vielen, vielen Mädchen.
11 Januar 2013, 1:00pm

Theophilus London hat damals 2008 ein Mixtape gemacht und es im Internet veröffentlicht, ein einfacher Move, der einige Konsequenzen nach sich gezogen hat: Jay-Z kam zu seiner Show, Kanye hat ihn angerufen um zu sagen, dass er seinen Style mag, Mark Ronson hat seine Tweets gelesen und ihn angerufen um mit ihm an seinem neuen Mixtape zu arbeiten. Seine LVRS Kappe repräsentiert sein Unternehmen, „The Lovers“, eine Verbindung zwischen der Musik und den Marken, mit denen er arbeiten will. Er ist gerade mit Seeed durch Deutschland getourt und ist dadurch bei den größten Konzerten seiner Karriere aufgetreten.

Noisey: Was machst du in Deutschland?
Theophilus London: Ich war gerade auf einer großen Deutschlandtour mit Seeed. Bei ihnen kommen so 15.000 Menschen die Nacht. Es ist mein erstes Mal, dass ich vor so einem großen Publikum gespielt habe. Ich musste eine ganze Show dafür entwerfen. Und wir sind Freunde mit Seeed geworden.

Was hast du noch so gemacht neben der Musik?
Seit ich in Berlin bin, gefällt es mir besser, weil es mich an New York erinnert. Gestern war ich im Studio, war in verschiedenen Bars und habe spätnachts mit den Mädels getanzt.

Wo kann man denn am Besten mit Mädels tanzen in Berlin?
Ich kann mich nicht an die Namen erinnern, weil mein Deutsch nicht das Beste ist, aber es waren wirklich ein paar coole Clubs, wo ich mit Mädels gegrindet habe. Es ist wie in der elften Klasse, wir hatten große Jacken an, weil es so kalt war. Also waren meine Hände überall.

Erzähl mir von deinen Mixtapes.
Also das erste Mixtape hat meine Karriere vor fünf Jahren ins Rollen gebracht. Das Internet hat geboomt. Warum sollte man in irgendeinen Plattenladen gehen, wenn man es umsonst haben kann? Es hat sich so gut angefühlt, etwas umsonst zu bekommen, was man sein ganzes Leben bezahlen musste. Mixtapes waren groß und die Labels haben erkannt, wie junge Künstler eigenhändig ihre Fanbase, ihre eigene Kultur aufgebaut haben. Die Kids sind so groß geworden, Drake ist so groß geworden, Justin Bieber ist so groß geworden.

Auf meinem zweiten Mixtape, dem This Charming Mixtape, war ich sehr inspiriert von Elvis Costello, Morissey und echter Underground-Musik. Es ist ziemlich gut gelaufen, drei obskure Mixtapes, durch die ich die Welt bereisen durfte.

Wie bist du von den Mixtapes zu den Live-Shows gekommen?
Ich habe ein Mixtape rausgebracht und es war cool. Ich begann, Zeug auf den Facebook-Seiten von Leuten zu posten. Ich wurde bekannter und habe hier und da Shows gespielt. Ich habe viel mit meinen Fans gemacht und habe versucht, eine große Community aufzubauen, bevor ich zum großen Label gehen würde. Ich habe diese Community zum Label gebracht und habe sie weiter aufgebaut.

Willst du etwas bestimmtes mit deinen Remixen erreichen?
Die Leute wissen, worum es mir geht. Ich will einen Marvin Gaye-Song nehmen und ihn neu interpretieren. Ich muss aber sein Label nicht anrufen und danach fragen. Das Internet ist die neue Straße. Alles geht, willkommen im Dschungel!

Hast du mit Mark Ronson schon vorher gearbeitet?
Nein, er hat von mir gehört als das cooleste Ding, das aus der Szene kommt und über verschiedene Dinge rappt, wie Fantasien mit Frauen.

Was ist mit Big Boi, er rappt auch gerne über Frauen...
Yeah, ich bin ziemlich wählerisch. Ich habe mit Big Boi und Mark Ronson gearbeitet, mit Gorillaz. Viele von ihnen habe ich sehr bewundert, ohne Sie direkt anzusprechen. Ich habe sie in @Tweets wie ,yo, Mark Ronson, I like you‘. Ich habe einen seiner Songs genommen und meine eigene Version gemacht.

Nimmst du viel auf, wenn du auf Tour bist?
Ja, weil ich all diese Musik in mir habe, die ich gesammelt habe. Wenn ich ein Album mache, möchte ich mich selbst studieren, was für ein Charakter ich sein will und in welchem Vibe ich die Musik haben will. Ich mache fünf Monate lang Recherche, besorge mir Bücher oder ich sammele Musik. Ich mag, wie dieser Typ singt, ich mag diesen Drummer, ich will mehr solcher Drums hören. Es gibt also eine Periode, wo ich Zeug sammle, aus dem ich Einflüsse hole.

Beschreib diese Charaktere, wer war der Letzte, in den du dich versetzt hast?
Einfach dieser internationale Typ, der nicht gebunden ist. Nur weil ich irgendwo geboren bin, muss ich das nicht für den Rest meines Lebens repräsentieren. Ich möchte für die ganze Welt stehen, verschiedene Kulturen entdecken.

Wie viel der verschiedenen Charaktere bezieht sich zum richtigen Leben?
Es gibt noch andere Charaktere. Der Selbstsüchtige. Ich kann da nicht wirklich tiefer eintauchen, dafür schreibe ich ja Songs. Es ist nicht so, dass ich eine Charakter erschaffen habe und meine ,Das ist Dan, ich mag Dan‘. So fühle ich das.

Aber dann observierst du Dan und magst vielleicht einige Teile seiner Persönlichkeit...
Dann nehme ich einfach ein Stück von Dan und benutze ihn für mich selbst.

Wo wirst du morgen sein?
Ich gehe nach Paris, um an meinem Album zu schreiben. Die nächsten sieben, acht Monate werde ich an meinem Album schreiben, egal wo ich bin auf dieser Welt. Ich schreibe also morgen in Paris an meinem Album, komme zurück nach Berlin und fliege dann nach St. Petersburg um eine Show in Russland zu spielen. Aber mein größter Markt ist Frankreich. Ich kann nicht da sein, ohne eine Show für sie zu spielen.

Warum feiern Franzosen dich so?
So wie die Musik einfach ist, das progressive, der Beat, worüber ich spreche, der Vibe, der Style, die Musik, was ich präsentiere, die Bilder, die Videos. Kids lieben das. Ich gehe auf Youtube, schaue mir die Statistiken an und denke mir ,Alter, da sind überall Kids in Paris, die es schauen.‘

Deine Fans dort haben dir anscheinenend viel Liebe entgegengebracht.
Als ich einige TV-Shows in Frankreich gespielt habe, war es das erste Mal, dass mir irgendwelche Mädchen auf der Straße hinterhergelaufen sind und mich gefragt haben, ob sie mit mir rummachen dürften. Ich meinte nur ,Ihr wollt mich küssen? Weißt du, wo diese Lippen schon waren?‘

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